Daily China

Alles rund ums Reich der Mitte

China ist …

Oktober19
  • … wenn du die Straße lang fährst und denkst, ein Ufo landet gerade – dabei sind es nur die Lichter eines 30-stöckigen Hochhauses, von dem man selbst, wenn man direkt davor steht, nur die beleuchteten Fenster sehen kann, weil der Rest in undurchdringlichem Smog versinkt.
  • … wenn zur Rush Hour auch auf den Fahrradwegen Stop-and-Go-Verkehr herrscht.
  • … wenn die Regierung versucht, durch Gewinnspiele auf den Quittungen die Steuerhinterziehung zu unterbinden (weil dann jeder auf seiner Quittung, die gleichzeitig ein Los ist, besteht), man im Restaurant aber gleichzeitig einen Teller Obst geschenkt bekommt, wenn man nicht nach der Quittung fragt … Tor 1 oder Tor 2?
  • … wenn der Fahrer, den du für einen halbtägigen Ausflug engagiert hast, erst versucht, dir die Kosten für seine Wochenration Benzin in Rechnung zu stellen, und dich dann, nachdem du dich erfolgreich dagegen gewehrt hast, freundlich und im Plauderton vor den Affen und ihren Übergriffen warnt.
  • … wenn die Maniküre weniger kostet, als den Nagellack selbst zu kaufen.
  • … wenn du die Schlange fürs Abendessen im Supermarkt um die Ecke kaufen kannst – natürlich noch lebend.
  • … wenn du beim dritten Mal Päckchenabholen in der Post wie eine gute Bekannte begrüßt und gleich einem alten Freund des Postbeamtens vorgestellt wirst.
  • … wenn in einer Straße 5 Hundesalons nebeneinander sind – Chinesen scheinen den Spruch: “Leben und leben lassen” erfunden zu haben.
  • … wenn du bei Rot links in die Gegenspur abbiegst und keiner hupt.
  • … wenn du als Fußgänger den Zebrastreifen bei Grün überquerst und von allen Seiten angehupt wirst.
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Back in Town

Oktober7

So, jetzt ist es schon wieder eine ganze Weile her, seit ich zuletzt gebloggt habe :-( – wo soll das nur enden? Ich habe aber auch einen guten Grund dafür – während der Guojin Jie-Ferien (den Chinesen ist nämlich ihr Nationalfeiertag eine ganze Ferienwoche wert!) war ich als eure rasende Reporterin in Suzhou und auf dem Huang Shan unterwegs und werde ich euch deswegen demnächst mit Reisenberichten und lustigen Anekdoten über chinesische Busfahrer, Reisegruppen, unterirdische Hotels u.v.m. versorgen können! Wie aber bereits eingangs erwähnt, verlangen gerade zwei Tage 4-Uhr-morgens-Aufstehen-und-danach-den-ganzen-Tag-Wandern ihren Tribut von mir und wenn ich erstmal sämtliche meiner heimlichen braunen Mitbewohner zur Tür hinausgebeten habe (sehr freundlich von der Kakerlake, sich wenigstens auf die Haustür zu setzen und mir so ihre Entfernung ungemein zu erleichtern!), werde ich mich in mein Bett fallen lassen und xiuxi Verrücktmachen (sehr wichtige chinesische Vokabel: Pause machen). Aber morgen dann – nicht, dass ich da nicht zu allen Überfluss auch noch Uni hätte (zur Erinnerung: morgen ist Sonntag (!!) und wir müssen da den Unterricht von Donnerstag nachholen!Wütend) …

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O’zapft is!

September28

Okay, ich weiß, dass ich damit etwas spät dran bin (mir wären ja beinahe die Tränen gekommen, als ich in Shanghai in den Nachrichten der Deutschen Welle den lieben Herrn Ude gesehen habe), aber ich wollte euch hiermit beweisen, dass es die bayrische Kultur auch bis ins weit entfernte Nanjing geschafft hat. Allerdings hat sie sich dabei etwas vom Original entfernt – und dabei spreche ich gar nicht von dem Special German Event, das nächstes Wochenende in einem Club hier steigt und das angeblich das Oktoberfest nach Nanjing bringt (werde zu gegebener Zeit berichten). Nein, die Rede ist von einem überaus interessanten Notizbuch, dass ich gestern im Supermarkt gesehen und sofort gekauft habe. Ihr werdert gleich sehen, warum:

Also, ich bin immer noch sprachlos… ich habe den Chinesen viel zugetraut, aber das hier ist an Sinnlosigkeit einfach nicht zu übertreffen. Was macht das Hundebett da?? So sinnlos, dass es schon wieder cool ist. Also, ihr wisst jetzt jedenfalls, was ihr zu tun habt, wenn ihr auf die Wiesn geht !!Verrückt
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Videos!

September28

Fotos sind gut und schön, aber in China ist so viel ständig in Bewegung, dass ein unbewegtes Bild da einfach nicht mitkommt. Und die ganzen Geräusche erst … aber im Zeitalter der kombinierte Video-/Fotokameras kann man dem leicht Abhilfe schaffen! Hier sind also meine ersten Versuche auf den Spuren Zhang Yimous, obwohl ich es eher als experimentellen Film bezeichen würde Fröhlich. Tut mir leid für alle, die keine Breitbandverbindung haben!

Zijin Shan

Abenteuer Linksabbiegen 1 2 3

Straßenalltag in Nanjing

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So ri, no ing li shi

September27

So, wer konnte diesen Satz entziffern? 100 Punkte für den Kandidaten! Damit versuchen einem Chinesen mitzuteilen, dass sie der Lingua franca des 21. Jahrhunderts (und das ist eben noch nicht Chinesisch) nicht mächtig sind. Wenn man mal von der Aussprache absieht, wäre das ja an sich nicht tragisch. Tragisch allerdings ist, dass die Verkäufer in Fast Food-Restaurants (und zwar nur da!) diesen Satz immer dann anbringen, wenn ich auf CHINESISCH mit ihnen rede. Spreche ich Chinesisch oder was (Vera, was sagst du zu diesem gelungenen Wortspiel Fröhlich)?? Natürlich könnte es heißen, dass mein Chinesisch einfach schlecht. Das Erstaunliche ist nur, dass mich normalerweise alle Leute verstehen – egal ob im Kaufhaus, in einem normalen Restaurant oder auf dem Nachtmarkt. Und das sind teilweise wirklich einfache Leute vom Lande, denen trotzdem sofort klar ist, dass ich versuche, mich mit ihnen in ihrer Muttersprache zu verständigen. Die Leute in den Fast Food-Restaurants dagegen (und es ist egal, ob man zu einem ausländischen wie KFC oder zu einem chinesischen wie Da Niang Shui Jiao, wo es übrigens sehr leckere Jiaozi gibt, geht) sind durchgehend junge Leute, die in der Schule bestimmt Englisch gelernt haben. Und zwar offensichtlich genau einen Satz, den sie voller Stolz jedem Ausländer sagen, egal, ob dieser Arabisch oder – was für ein Wunder – Chinesisch spricht. Wirklich sehr merkwürdig. Es sind nämlich wirklich immer jüngere Menschen, mit denen mir so etwas passiert. Letztens, als ich bei einem Restaurant nach der nächsten Bank gefragt habe, ergab sich folgender netter Dialog mit dem Türsteher, der vielleicht 20 war:

Ich (chinesisch): Entschuldigung, wo ist die nächste Bank of China?

Er (chinesisch-englisch, mit diesem typisch peinlich-berührten Blick und vor sich hinkichernd): Sorry – i … ähmm … no English.

Ich (chinesisch): Ich – spreche – Chinesisch. Du – kannst – mich – verstehen. Wo – ist – eine – Bank – of – China?

Er (chinesisch, ohne ein Wort der Entschuldigung oder auch nur Zeichen des Erstaunens): Da vorne.

Ich (chinesisch, wieder in normaler Geschwindigkeit): Ist das auch eine Bank of China?

Er (chinesisch, ohne nachzufragen): Ja.

Es ist einfach so witzig, dass einen diese Leute dann verstehen, wenn man sagt, dass man Chinesisch spricht. Ist das eine Blockade im Kopf? Oder Voraussetzung für die Arbeit in einer westlich angehauchten Fast Food-Kette??

Ach ja, wo wir schon mal beim Thema Englisch sind: die ziemlich schlechte Aussprache der meisten Chinesen lässt sich damit erklären, dass viele die Sprache nicht mit der üblichen Schrift lernen, sondern sich die Wörter als Kombination ähnlich klingender chinesischer Zeichen merken. So wird aus “Good Morning” “Gu de mo ning”, was natürlich mit dem Original nicht mehr viel zu tun hat ;-) . Und dann über uns lästern, weil wir Pinyin (die Lautumschrift der chinesischen Sprache) verwenden … *tztztz*

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