Daily China

Alles rund ums Reich der Mitte

Studium und Stipendium in China

Februar19

Da China trotz der Öffnungspolitik der letzten Jahrzehnte gerade für Studenten noch recht abgeschlossen ist, hat man als ausländischer Student nur begrenzte Möglichkeiten, dort  努力地学习  (= fleißig zu studieren). Nicht alle Unis sind für Ausländer geöffnet – umgekehrt ist es auch für Ausländer nicht ratsam, überall zu studieren . Im Folgenden ein paar Möglichkeiten (ohne Anspruch auf Vollständigkeit):

  1. Immer mehr Unis bieten Kontaktstipendien mit chinesischen Unis an. Allerdings beinhalten diese meist nur die Möglichkeit, umsonst an der jeweiligen Uni zu studieren, weitere finanzielle Hilfe gibt es nicht. Informationen gibt’s beim Auslandsamt der Uni.
  2. Baden-Würtemberg bietet für seine Studenten ein spezielles Programm an, das einen Sprachkurs in Nanjing und ein Praktikum vorsieht. Den verschiedenen Unis in BaWü werden wohl intern jeweils eine bestimmte Menge Plätze reserviert; insgesamt gibt es, wenn ich mich recht erinnere, etwa 10 Stipendien. Allgemeine Infos zum BaWü-Stipendium gibt es hier.
  3. Der Klassiker fürs Ausland: der DAAD bietet gleich mehrere passende Programme. Zum einen das klassische Vollstipendium für ein oder zwei Semester; dann das Programm “Sprache und Praxis in der VR China”, das sich an Graduierte (auch Bachelor) richtet und einen einjährigen Sprachkurs sowie im Anschluss ein sechsmonatiges Praktikum vorsieht; und schließlich das schon erwähnte Selbstzahlerprogramm, bei dem nur die Studiengebühren übernommen werden (vor allem dann interessant, wenn es an der eigenen Uni keine Kontaktstipendien nach China gibt). Allgemein interessante Infos über das Studium in der VR (Erfahrungsberichte, Download notwendiger Unterlagen) gibt es beim Referat für China.
  4. Eine Rundum-Versorgung bietet das offene China-Programm der Studienstiftung des deutschen Volkes (offen will heißen, dass man sich auch als bisheriger Nicht-Stipendiat bewerben kann). Neben drei Sprachkursen an der Universität Trier gibt es Geld für Privatunterricht am Heimatort, eine monatliche Zuwendung während des Aufenthalts in China, eine Mobilitätspauschale für Reisen innerhalb Chinas sowie den Hinflug und Geld für den Rückflug. Genauso nützlich sind die vielen Infos, die man von Ehemaligen über Leben und Studium bekommt, sowie die Unterstützung bei der Suche nach einem Praktikumsplatz. In der Ausschreibung heißt es, dass es im ersten Semester mehr um die Sprache, im zweiten um das fachbezogenen Studium geht; inoffiziell wird einem gesagt, dass man sich um anrechenbare Studienleistungen keine Gedanken machen soll. Die meisten Stipendiaten gehen an die Nanjing Universität, begründete Ausnahmen sind möglich. Jährlich werden 10 Stipendien vergeben. Jedem, der sich wirklich für China interessiert und das auch einigermaßen begründen kann, rate ich, sich hier zu bewerben. Zum ersten Sprachkurs werden immerhin bis zu 30 Leute eingeladen und die drei Wochen allein machen den Bewerbungsaufwand mehr als wett.
  5. Über das UNESCO “Great Wall-Fellowship”-Programm vergibt das China Scholarship Council Vollstipendien sowohl für Sprach- als auch für normale Studenten. Das Stipendium beinhaltet Studiengebühren, Unterkunft, medizinische Versorgung und ein Taschengeld von 1100 bzw. 1400 Yuan. Bewerben muss man sich beim nationalen UNESCO-Komitee. Wie die Chancen stehen, weiß ich leider nicht. Das selbe Stipendium kann man übrigens auch bekommen, wenn man beim HSK besonders gut abschneidet.
  6. Die chinesische Regierung vergibt auch selbsttätig Stipendien. Genauere Information findet man auf der Seite des China Scholarship Councils.
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