Daily China

Alles rund ums Reich der Mitte

Hotpot @ Home

September28

Am Donnerstag waren wir bei Freunden zu Hause eingeladen. Sie wohnen an der Nanpu Bridge und wie man vom Eingangsbild des Videos erkennen kann, haben sie einen ziemlich coolen Ausblick. Zu essen gab es Hotpot – und wie das aussieht, wenn man ihn nach Hause geliefert bekommt, hat mein Laogong in diesem genialen Video festgehalten:

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Kaffeeflug …

Oktober31

Wenn das Flugticket billiger als der Zug ist, dann kann eben doch was nicht stimmen.

Seit Mai bin ich fest entschlossen gewesen, mir die Expo anzuschauen, sobald ich in China bin. Was ich dabei nicht bedacht hatte, war, dass Harbin wirklich weeeeeit ab vom Schuss liegt. Und so gerne ich auch Zug fahre, mehr als 30 h sind für einen Kurztrip einfach 20 h zu viel. Wie passend, dass das billigste Flugticket auf dem gern genutzten Portal Qunar nur 100 Yuan (~ 10 €) teurer als die Fahrt im Hard Sleeper war!

Das Buchungsverfahren war denn auch kompliziert genug: Kreditkarten sind auch im chinesischen Internet noch nicht verbreitet, also musste ich das Ganze über das Konto eines Freundes abwickeln. Diese simple Transaktion nahm im Endeffekt zwei Stunden in Anspruch, weil er dreimal sein Passwort ändern und extra Software auf meinem Rechner installieren musste (und von der Sicherheit bin ich trotzdem nicht überzeugt …).

Letztendlich war alles unter Dach und Fach und am Flughafen bekam ich ohne Probleme mein Ticket ausgestellt. Weil mein Flug von 20.00 bis 23.00h gehen sollte, freute ich mich einfach auf drei Stunden ungestörten Schlafs. Tja, an Bord fand ich dann allerdings heraus, warum diese Airline soviel Rabatt auf ihre Tickets gewährte … Man hatte das Konzept der Kaffeefahrt auf eine Flugreise angewandt! Und noch ein bisschen sinisiert, was im Klartext heißt, dass wir die erste Stunde non-stop mit Super-Sonder-Greifen Sie sofort zu-Einmalige Chance-Angeboten für so sinnvolle Artikel wie Passwort-Merker, Massagegeräte oder Haibao-Schoki (Maskottchen der Expo) zugemüllt wurden. Der Hamburger Fischmarkt ist eine Meditationsoase gegen diese Geräuschkulisse … Der Witz ist, dass die Leute tatsächlich etwas gekauft haben!!  Nach dem Mindestumsatz bzw. einer Stunde hatte die Folter ein Ende, was aber nichts daran änderte, dass es sich bei den Knöpfen für die Rückenlehne um Fakes handelte und man in Wahrheit gar nichts verstellen konnte. Man nehme hinzu, dass die Sitzplätze wirklich sehr sparsam bemessen waren (siehe Foto) und kann sich dann leicht vorstellen, dass auch der ruhige Teil des Flugs nicht wirklich gemütlich war.

Aber es bleibt dabei, dass der Flug unschlagbar günstig war. Das gesparte Geld kann man ja dann sinnvollerweise in sehr gut abdichtende Kopfhörer und einen lautstarken Mp3-Player investieren ;) .

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Watch, bags?

Januar1

Wer nicht nach China kommt, um Ming-Vasen und Jade-Buddhas zu erstehen, der ist sicher auf der Suche nach Waren, die gewissen Originalen nachempfunden sind, aber nur ein Bruchteil des Original-Preises kosten. Mit einem Wort: Fake-Waren. Und nirgends blüht dieses Gewerbe so üppig wie in Shanghai – auch nach Auflösung des berühmt-berüchtigten Xiang Yang-Marktes. Man muss nur wissen, wo man hingehen muss … wenig verwunderlich also, dass einer unserer ersten Wege in Shanghai meine Familie und mich zu einem Museum bzw. dessen näherer Umgebung führte. Auf dem Weg dorthin machte ich mir schon Gedanken, wie ich den Markt nun finden würde, denn sicherlich würde es keine Hinweisschilder geben. Aber mein Sorgen waren umsonst: Schilder gibt es wirklich keine, dafür aber jede Menge „Guides“, die potenzielle Kunden ansprechen und dann in die Geschäftsräumlichkeiten führen. Und ohne Guide ist man tatsächlich auf geschmissen, denn wer würde ahnen, dass sich hinter der Wand des einen Geschäftes ein weiterer Raum befindet, von dem man wiederum durch eine Geheimtür in die eigentliche Schatzkammer kommt? Die ägyptischen Pyramiden sind nichts dagegen.

Von dieser Art Geschäfte gibt es mindestens ein Dutzend und unsere Guides (bald gesellte sich ein zweiter hinzu) warteten geduldig, während wir harte Preisverhandlungen führten, um uns dann zum nächsten zu führen. Einerseits scheinen sie selbstständig zu arbeiten, denn jeder hatte seine eigene Visitenkarte und einer wollte uns auch noch zu einem anderen Markt führen, andererseits sind sie sicherlich am Umsatz beteiligt – überhaupt gehören in diesem Metier wohl alle irgendwie zusammen, denn was der eine nicht hatte, wurde rasch aus dem Lager eines anderen besorgt. Chinesen sind eben Leute mit Geschäftssinn.

So verging der Nachmittag aufs Angenehmste – bis wir in einem Laden aufgefordert wurden, uns ruhig zu verhalten: Polizei, angeblich, um nicht bezahlte Steuern einzutreiben. Wer’s glaubt. Uns wurde jedenfalls versichert, dass uns als Ausländern sowieso nichts passieren würde, und tatsächlich durften wir alle (Verkäufer eingeschlossen) nach einer Weile unbehelligt das Geschäft verlassen, aber ein bisschen mulmig wird einem doch zumute, wenn man hört, wie draußen jemand die Wände abklopft … die Verkäufer ließen sich jedenfalls nicht davon unterkriegen und der Vergleich von dem Ungeheuer, dem man einen Kopf abschlägt, woraufhin ihm sogleich drei neue nachwachsen, trägt sich einem unwillkürlich auf.

Shanghai

September29

hochhauser-41

So – ein bisschen spät, aber besser spät als nie – kommt hier mein Reisebericht aus Shanghai. Da war ich nämlich zusammen mit Tobi von 14. – 16. September. Gewohnt haben wir bei Bekannten von Tobi, zwar außerhalb von Shanghai (~ 1 Stunde bis ins Zentrum), dafür aber in einem wirklich tollen Villenviertel, in dem erstaunlicherweise nicht nur reiche Expats, sondern zum größten Teil Chinesen wohnen, die wohl auch über das nötige Kleingeld verfügen.

Freitag, 15. September

Wir sind am Freitag nach der Uni mit dem Zug hingefahren, was sehr bequem und ziemlich schnell war – nur 2,5 Stunden braucht man mit der schnellsten Verbindung. In Shanghai angekommen, wollten wir erstmal unser Gepäck irgendwo lassen und dann in die Stadt gehen. Das Problem war nicht, einen Ort zu finden, wo man seine Sachen lassen kann (rund um den Bahnhof gibt es sicher 10 kleine Shops, die alle das selbe anbieten – Stauraum), sondern vielmehr, sich sein Gepäck nicht abnehmen zu lassen. Da war nämlich ein überaus hartnäckige Dame, die Tobi seinen Koffer wortwörtlich aus der Hand gerissen hat – wir hatten wirklich Mühe, ihn ihr wieder abzunehmen, denn sie verlangte den doppelten Preis, den wir letztendlich bei dem Laden gleich gegenüber ihrem gezahlt haben. Geschäftssinn ja, aber muss sich das gleich so äußern??

Um etliche Kilo erleichtert ging es dann mit der U-Bahn zum Renmin Guang Chang, dem Platz des Volkes. Ich war ja vor zwei Jahren schonmal in Shanghai, aber es ist wirklich beeindruckend, was sich seitdem getan hat. Allein drei komplett neue U-Bahn-Linien gibt es – zusammen mit den zwei bereits vorhandenen reicht das aber immer noch nciht aus, um all die Leute aufzunehmen, die in Shanghai von A nach B wollen – was sich daran zeigt, dass es nichtmal um 11 Uhr nachts auf dem Weg zur Endhaltestelle Sitzplätze gibt. Dementsprechend stürzen sich selbst erwachsenen Männer in Anzügen in die U-Bahn und veranstalten eine Art “Reise nach Jerusalem” – beim ersten Mal noch witzig, aber auf die Dauer ziemlich nervig. Überhaupt hatte ich diesmal viel mehr das Gefühl, in einer rieisigen Stadt mit Millionen von Menschen zu sein, als das letzte Mal. Shanghai ist einfach ganz anders als Nanjing – ich hätte gar nicht gedacht, dass man das so stark merkt. Aber ehrlich gesagt, gefällt mir Nanjing viel besser!

Nachdem wir im Regen ein bisschen über den Platz gelaufen sind (viel außer Schauen und Wolkenkratzer fotografieren kann man nicht machen), ging’s noch zu Nanjing Donglu, einer der Haupteinkaufsstraßen.Die Straße selbst ist sehr chinesisch-modern, mit vielen bunten Leuchtreklamen und einigen teureren Geschäften. Aber sobald man nur einmal abbiegt, ist man in einer völlig anderen Welt – auf der einen kleinen Straße, auf die wir durch Zufall kamen, saßen die Leute auf der Straße, Wäsche hing aus den Fenstern und wenn jemand gesagt hätte, dass wir einen Zeitsprung in die 70er Jahre gemacht haben, hätte ich das auch geglaubt. Oft gesagt und wirklich wahr: China ist ein Land der Gegensätze.

Samstag, 16. September

Für heute hatten wir uns das Shanghai Museum und das Viertel rund um den Yuyuan vorgenommen. Das Museum war ganz in Ordnung, ein bisschen Kultur muss sein, und damit ihr die auch kriegt, habe ich die interessantesten Sachen fotografiert. Auf Beschreibungen (weiß selber nicht mehr, was ich da geknipst habe) müsst ihr aber verzichten, seht und staunt einfach Fröhlich.

Erfreulicherweise hat es dann auch noch geklappt, dass wir uns mit Maria, einer chinesischen Freundin, die jetzt in Deutschland studiert und gerade auf Heimaturlaub ist, getroffen haben. Sie hat dann beim Shopping im Yu Yuan nochmal die Preise für uns heruntergehandelt. Der Yu Yuan ist eigentlich ein Park, der ursprünglich von einer reichen Familie während der Ming-Zeit (Mitte des 15. Jahrhunderts) erbaut wurde. Um den Park herum befindet sich die “Alt”stadt, die, wie der Lonely Planet es so schön ausdrückt, einem Disneyland des alten Chinas ähnelt. Aber es gibt dort wirklich viele coole kleine Läden, die lauter typisch chinesische Sachen von Tee über Scherenschnitte und Namensstempel bis hin zu Perlen anbieten – so ein Viertel fehlt Nanjing einfach. Deswegen habe ich mir gleich mal mit zwei Stempeln und einem Goldfisch-Drachen eingedeckt Fröhlich.

Für den Abend war dann wieder etwas Kulturelles geplant – zur Auswahl standen eine chinesische Percussion-Group und das Ballett “Schwanensee”, von einer amerikanischen Kompagnie getanzt. Dreimal dürft ihr raten, wo ich hingegangen bin – wollte schon lange mal in China ins Ballett gehen. Wir waren zwar leicht underdressed, aber die Chinesen haben ein ziemlich lockeres Verhältnis zum Ballett. Da war es auch nicht weiter verwunderlich, dass nach der Pause zwischen erstem und zweitem Akt die Musik schon wieder eingesetzt hatte, die Zuschauer aber immer noch auf den Beinen und fleißig am Ratschen waren. Andererseits wollten sie den Tänzern auch wirklich ihre Bewunderung ausdrücken, so dass es ständig Szenenapplaus gab – für ein Ballett zugegebenermaßen recht ungewöhnlich. Ungewöhnlich war auch, wie wir überhaupt an die Karten kamen – wir sind einfach zur Station gefahren, wo das Theater war, und wurden schon auf der Treppe von den ersten Verkäufern angequatscht, die ganz professionell das Programm für die kommenden Monate in Händen hatten und auf die jeweilige Veranstaltung deuteten. Als sich dann herausstellte, dass die eine Frau keine Karten mehr für Schwanensee hatte, wollte sie sich das Geschäft trotzdem nicht entgehen lassen und rief per Handy flugs ihre Kollegen herbei. Ich frage mich ja, wie die Geld verdienen – die Karten für die Percussion-Group hätten sie uns immerhin für den halben Preis überlassen. Unsere Karten haben letztendlich (nach zähen Verhandlungen) 130 Yuan gekostet – waren zwar die billigsten, aber die Plätze waren wirklich gut. Und für den Preis war es dann auch nicht so schlimm, dass die Amis ein Happy End eingebaut hatten Fröhlich.

Sonntag, 17. September

Shanghai hat viele Wolkenkratzer und natürlich ist es das Ziel eines jeden Touristen, einmal auf einem davon zu stehen. Zur Auswahl stehen viele, der Lonely Planet rät jedoch, sich das Geld zu sparen (50 Yuan immerhin) und stattdessen auf einen Kaffee ins Cloud No. 9, einem Restaurant im 87. Stock des Grand Hyatt, zu gehen und von dort die Aussicht zu genießen. Gesagt – getan – Tobi und ich waren sehr stolz, als wir es bis nach oben geschafft hatten (wir mussten immerhin mit drei verschiedenen Fahrstühlen fahren), wurden dann aber von den Preisen wieder ernüchtert. Man möchte fast meinen, dass das Personal den Lonely Planet gelesen hat – es gibt nämlich kein Gericht für unter 50 Yuan und außerdem kommt noch eine Service-Pauschale von 15% dazu. Nichts gespart also Fröhlich, dafür einmal gesehen, dass man in China auch Mineralwasser für 70 Yuan (das sind 7€ für 0,3l!!) bestellen kann, und sich mit den anderen Lonely Planet-Lesern verbunden gefühlt, die ebenfalls auf der Suche nach dem besten Foto durch das Lokal streiften. Ob sich das Geld für Pfirsch-Sekt- und Passionsfrucht-Eis und einen merkwürdigen Cocktail mit Pfirsich und Kokosnuss gelohnt haben, könnt ihr hier beurteilen.

Anschließend haben wir noch die Katakomben Shanghais erkundet – will heißen, dass wir uns in das labyrinthartige, rieisge Einfkaufszentrum unter dem Renmin Guangchang gewagt haben. Shoppen kann man wirklich gut in Shanghai – auch wenn die Sachen wirklich teuerer als in Nanjing sind und manchmal genauso viel wie bei uns kosten. Und dann ging’s für mich auch schon wieder zurück nach Nanjing – es tat wirklich gut, dort wieder in eine leere U-Bahn zu steigen!

Fazit: Shanghai übers Wochenende ist echt cool, aber Shanghai ist eben trotzdem nicht China.

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Olympia 2008, die Expo 2010 … bei mir hat aber alles schon viel früher angefangen. Ich habe in der Schule Chinesisch gelernt, weil ich mal etwas Anderes machen wollte und weil ich Asien schon immer interessant fand. Sehr schnell wurde ich sehr sinophil und nach meinem ersten Sprachkurs in Shanghai im Sommer 2004 war mir klar, dass ich zurück will in dieses faszinierende Land – dann aber für länger. 2006 ging mein Traum dann in Erfüllung – für zwei Semester habe ich an der Universität Nanjing Chinesisch studiert, Erhu gelernt, chinesische Freunde gefunden, mich manchmal über den Alltag aufgeregt und bin natürlich im ganzen Land unterwegs gewesen. Meine Erfahrungen – vom Bewerbungsprozess für das China-Programm der Studienstiftung bis hin zu Reiseberichten – habe ich hier (wenn auch nicht immer regelmäßig) niedergeschrieben. Aber damit endet die Geschichte nicht: letztes Jahr war ich während der olympischen Spiele wieder in China und von März bis Mai diesen Jahres habe ich ein zweimonatiges Laborpraktikum in Peking gemacht. Und von 2010 bis 2011 habe ich im eisigkalten Harbin studiert.

Die meisten meiner Kategorien sind selbsterklärend, hier ein paar Hinweise für die übrigen:

Wenn ihr irgendwelche Fragen oder Anmerkungen habt, einfach kommentieren! Ich antworte bestimmt :-) .


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