Daily China

Alles rund ums Reich der Mitte

Die fahrenden Händler von Beijing

September13

Wer schon einmal längere Zeit in China gelebt hat, egal wo, der kennt sie: die fahrenden Händler, die die Straßen durchkreuzen und versuchen, ihre fertig geschälten Früchte oder Gebäckwaren an den Mann zu bekommen oder etwas Altpapier aufzugabeln. Sie sind selbst im Hupkonzert der Rush Hour unüberhörbar – aber was rufen sie eigentlich? So manche Stunde, wenn ich an meinem Schreibtisch, der direkt auf eine der Hauptkreuzungen Nanjings hinausging und eigentlich HSK-Übungen hätte wiederholen sollen, habe ich über diese Frage gegrübelt und bin immer zu dem Schluss gekommen, dass ich einfach noch besser Chinesisch lernen muss, um das zu verstehen. Nun stellt sich heraus: alles vergebene Liebesmüh! In dem Artikel gibt Chen Lin, ein Metallsammler, zu:

Niemand weiß wirklich, was ich rufe, aber die Leute erinnern sich an meine Melodie und kommen heraus.

Und das sagen die mir erst jetzt!!

Im Rest des Artikels geht es darum, dass es durch die Umgestaltung der Stadt (alte Hutong-Viertel werden abgerissen und dafür abgeschlossene Hochhaus-Viertel errichtet) für die Straßenhändler immer schwieriger wird, ein Auskommen zu finden. Ich persönlich mache mir da jedoch eher weniger Sorgen. Vor fast allen Hochhausvierteln sieht man Leute stehen und sitzen, die irgendwelche Waren oder Dienstleistungen anbieten. Sie sparen sich auch noch den Weg und das Geschrei, denn anstatt herumfahren zu müssen, kommen die Leute einfach zu ihnen. Das gilt für den lokalen Schuster genauso wie für die diversen Frühstücksstände – man weiß einfach, wo man seine Sachen finden kann (wobei es vorkommen kann, dass man sich zu gewohnter Zeit an einen gewohnten Ort begibt und man da nichts mehr vorfindet – dann waren die Chengguan wohl schneller). Die meisten dieser Stände lassen sich auch nicht durch den Gang zum Supermarkt ersetzen – und mal ehrlich, welcher Chinese würde schon freiwilig auf sein 小热闹 verzichten?

Roaming Beijing’s Alleys, Shouting Vendors Sow Echoes of the Past – NYTimes.com.

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BBC – James Reynolds’ China: China’s Olympic venues now

April15

Oh mein Gott, das ist ja soo cool :-) . Und wer wohnt nur zwei Bushaltestellen davon weg? Leute, ihr wisst, welches Foto euch demnächst bei Facebook erwartet *ggg*.

BBC – James Reynolds’ China: China’s Olympic venues now.

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ZDF.de – Fußgänger in Gefahr

April8

Ein schon etwas älterer Artikel, aber am Verkehrszustand in Peking hat sich nichts geändert:

ZDF.de – Fußgänger in Gefahr.

Sehr empfehlenswert auch der Videobeitrag dazu.

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Peking im Sommer

April8

Vor weniger als einer Woche saß ich hier noch in meinem kuschligen Hello Kitty-Plüschanzug mit passender Decke und musste zwischendrin immer wieder meine rechte Hand aufwärmen, die durch das Arbeiten mit der Maus eingefroren war. Heute dagegen herrschen in Peking Ferien in Italien-Verhältnisse – ich bereue, dass ich noch keine Flip-Flops gekauft habe und werde morgen vielleicht sogar einen Rock anziehen (ohne Strümpfe, versteht sich, bei 25°C!). Und in noch einer Woche werde ich wahrscheinlich die Wohnung nicht mehr ohne Fächer und Handtuch verlassen. Schon verrückt, dieses Landklima. Auf meinen ersten richtigen Sandsturm warte ich hingegen immer noch, nur an meinem ersten Tag hier war der Himmel etwas gelblich.

Im Labor läuft es so durchwachsen, habe heute mit neuen Primern nochmal von der PCR aus angefangen – mal sehen, ob ich überhaupt irgendwelche Ergebnisse kriege, die ich in meinem Abschlussvortrag präsentieren kann *g*.

Dafür hat sich das Problem mit meiner Waschmaschine sehr erfreulich gelöst: meine Vermieterin saß heute mit dem Hausmeister eine Stunde lange davor und hat mir anschließend bestätigt, dass die Maschine ordnungsgemäß funktioniert. Ich hätte wohl irgendwas falsch eingestellt … mir soll’s recht sein. Nebenbei haben sie auch noch den Verlängerungsschlauch anständig festgeklebt, so dass ich jetzt nicht mehr einer ständigen Überflutungsgefahr beim Wäschewaschen ausgesetzt bin. Und last but not least hat sie mich getadelt, dass ich den Kühlschrank laufen lassen würde, wo ich doch gar nichts drin hätte, sie hätte es ja selbst gesehen (!!) – die Milchpackung zählte wohl nicht. Peking mag zwar eine Großstadt sein, aber anonym lebt man hier sicher nicht ;-) .

In jedem Fall werde ich mich am Sonntag wohl mit ein paar selbstgefärbten Wachteleiern bedanken – wer wäre ich denn, hätte ich nicht meine eigene Eierfarbe und Osterdeko mitgebracht??

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My home is (now) my castle

März30

Nachdem auch nach weiteren Mini-Preps immer noch kein Plasmid in Sicht ist, hatte ich heute tagsüber wenig zu tun und habe deswegen die Zeit für einen weiteren Ausflug zur chinesischen Großmarkthalle genutzt. Dabei handelt es sich um eine kleine Verkaufsstadt, in der man von A wie wie aufladbare Lampe über R wie Radiergummi-in-Jiaozi-Form bis zu W wie Wandtatoos einfach alles zu Großabnehmerpreisen bekommt. Und jetzt wisst ihr auch gleich, was ich mir dort (unter anderem) gekauft habe ;-) . Insgesamt war meine Aktion durchaus von Erfolg gekrönt, seht selbst:

Für oben zitiertes Sprichwort gibt es auch ein chinesisches Pendant, das ich euch an dieser Stelle nicht vorenthalten möchte: 金窝银窝不如我家草窝 = “Goldenes Nest, silbernes Nest, keines ist so schön wie mein eigenes Strohnest.” Sehr treffend, das muss man ihnen lassen!

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