Daily China

Alles rund ums Reich der Mitte

BBC – James Reynolds’ China: China’s Olympic venues now

April15

Oh mein Gott, das ist ja soo cool :-) . Und wer wohnt nur zwei Bushaltestellen davon weg? Leute, ihr wisst, welches Foto euch demnächst bei Facebook erwartet *ggg*.

BBC – James Reynolds’ China: China’s Olympic venues now.

Vogelnest im Dornröschenschlaf

März16

Da die einzig vom Institut aus erreichbare U-Bahn-Station die vorletzte Haltestelle auf der Olympia-Linie ist, kam ich heute in den Genuss, mir das Olympia-Gelände nach dem Tag X anzusehen … der Weg dorthin war insofern schonmal interessant, als dass fast keine Autos oder Passanten auf der Straße waren (erstere benutzen den Tunnel, wie ich feststellen musste, als ich zweimal vergebens versucht hatte, einen Bus in die Richtung zu benutzen) – in China eine echte Seltenheit. Zwischen all den riesigen Hochhaus-Siedlungen (ich hatte ganz vergessen, wie gewaltig die sind, gerade hier in den “Vororten”, wo viele Leute auf wenig Platz untergebracht werden) und auf den breiten Straßen kam ich mir richtig verloren vor. Je näher ich der Haltestelle kam, desto überzeugter war ich, dass die inzwischen geschlossen hatte. Wo vor genau sieben Monaten noch ein Wahnsinnsandrang herrschte, saßen jetzt vereinzelt Straßenarbeiter; große Teile des Geländes sind mit Bauzäunen abgesperrt und sämtliche Grünanlagen aufs Schändlichste vernachlässigt … aber der Geist von Olympia schwebt noch immer überall. Und das nicht nur in Form der Straßenschilder (延续奥运文明, was soviel heißt wie:”Erhaltet euch euer zivilisiertes Verhalten von Olympia”), sondern auch wortwörtlich: die Lautsprecher plärren immer noch munter “Beijing Huanying Ni” (DEN Olympiasong, der es leider nicht bis nach Deutschland geschafft hat) in die Einsamkeit hinaus. Zusammen ergab das eine so merkwürdige Stimmung, dass ich einfach ein Video machen musste – ich hoffe, ihr könnte euch dann vorstellen, was ich meine (jedenfalls die, die da waren!).

PS: Meine Wohnungssuche kommt voran – eine habe ich schon besichtigt und morgen ist eine zweite dran, so dass ich auf jeden Fall vor meinem Ausflug nach Nantong in meinen eigenen vier Wänden sein werde. Yipiieh!

Fußballspielende Krieger

März2

Olympia hat überall Einzug gehalten – auch bei der Terrakotta-Armee in Xian. Kein Wunder, dass im Souvenirshop im August auch moderne bunte Krieger, mit Golfschläger und Fußball bewaffnet, zu finden warenAbsonderlichkeiten - Sport-Krieger-1. Den Ausländern in jeder Hinsicht Paroli bieten … würde mich interessieren, wie der Absatz dieser doch etwas gewöhnungsbedürftigen Mitbringsel war …

再见,北京!- Auf Wiedersehen, Peking!

Februar4

Ein nettes kleines Video, auf dass ich gerade bei ChinaDaily gestolpert bin. Den Text kann man sich denken – ein Traum wurde wahr, es gab Sieger und Verlierer, nie werden wir diese schöne Zeit vergessen, auf Wiedersehen in Peking!

再见,北京!.

Der lange und steinige Weg zu Olympia

Juni27

Nicht nur für Athleten gibt es eine Reihe von Qualifikationswettkämpfen, auch deren Angehörige, die sie als Zuschauer in Peking unterstützen möchten, müssen sich erst beweisen …

Schritt 1: Finde einen Flug nach Peking.

11 Monate vorher? Sieht schon schlecht aus. Mit Zwischenstopps und Umsteigen kann man sich ja noch abfinden, aber der 3fache-Preis des Normalpreises schmerzt dann doch sehr. Aber man sagt sich: macht ja nichts, dann schlafen wir halt in billigen Hotels …

Schritt 2: Stelle fest, dass es keine Tickets mehr für die Wettkämpfe gibt.

Und es handelt sich hier nicht um Schwimmen oder Leichtathletik, sondern eine Sportart, die in Deutschland und auch dem Rest der Welt eher als Randsportart gilt. Besonders pikant: das deutsche Team hat sich erst im September qualifiziert; danach sollte Deutschland aber dann doch auch ein Kontigent zur Verfügung stehen. Und wer kauft eigentlich Tickets, bevor man weiss, ob die eigene Mannschaft überhaupt teilnimmt? Anscheinend eine ganze Menge Leute – denn im September sind bei Dertour, dem offiziellen Ticketverkäufer in Deutschland, bereits alle Tickets für diese Wettkämpfe ausverkauft. Auch für die Qualifikationsdurchgänge. Irgendetwas geht da nicht mit rechten Dingen zu … warum sollten da sooo viele Deutsche hinfahren?? Und man braucht nicht zu glauben, dass man als Angehöriger vielleicht eine bevorzugte Behandlung bei der Ticketvergabe bekommt, wie es etwa in der Schweiz oder den USA üblich ist. “Ob die Angehörigen der Athleten dabei sind, ist dem Verband s***egal”, heisst es auf Anfrage aus offizieller Quelle. Aber natürlich haben auch Funktionäre Angehörige, die mitwollen!

Mit Müh und Not lassen sich für drei Leute je zwei Tickets für zwei der Qualifikationswettkämpfe ergattern. Finale? Keine Chance. Zum Glück ist die deutsche Mannschaft in einem der Durchgänge dran, wo wir Karten haben – das war aber reiner Zufall.

Schritt 3: Finde ein Hotel.

Als China-Erfahrerene sagst du dir, dass man Hotels in China sowieso am besten vor Ort sucht. Aber zumindest für Peking sollte man vorsorgen. Und dabei stellt man dann fest, dass durchweg alle Hotels in Peking ihre Preise für August versechs- bis verzehnfacht haben. In Zahlen: Dezember-Juli: 31$, August: 331$, September-Dezember: 31$. Das war übrigens ein 3-Sterne-Hotel und NICHT das Hilton. Hinzu kommt, dass der komplette Betrag vorausgezahlt werden muss und bei Rücktritt nach Februar auch nicht mehr erstattet wird. Kommunismus chinesischer Prägung, sage ich da nur. War wohl nichts mit billigem Hotel. Man beschliesst also, nur für die Wettkämpfe in Peking zu bleiben und danach möglichst schnell das Weite zu suchen. Aber hier ist auch schon das nächste Problem: in China kann man nun einmal nur 14 Tage im Voraus Zugtickets kaufen. Und das auch nur vor Ort an dem Bahnhof, von dem man abfahren möchte. Selbst Reisebüros zögern, Reservierungen entgegen zu nehmen, weil sie um die angespannte Lage wissen. Und dann noch zusätzlich zum ohnehin im August regen Ferienverkehr Millionen und Millionen von sportbegeisterten Chinesen auf den Schienen?? Das macht die Planung unmöglich. Also wird ausser dem Hotel in Peking auch nichts reserviert, damit wir vor Ort flexibel sind.

Schritt 4: Beantrage das Visum.

Alles ganz easy. Formular ausfüllen, hingehen, Pass abgeben, eine Woche später abholen. So hat es bei mir die letzten Male funktioniert und auch bei allen, die mich besucht haben. Auf der Seite der Botschaft heisst es ja auch deutlich: “Keine strikte Visa-Politik der chinesischen Regierung!”. Das sind doch mal gute Nachrichten. Da sieht man auch gerne darüber hinweg, dass die Schlange schon vor der öffnung der Botschaft mehr als 30 Leute umfasst. Und deswegen sieht man auch erst nach einer halben Stunde, dass sich das chinesische Konsulat Verstärkung ins Haus geholt hat. Auf Deutsch sagt man zu so jemandem wohl “Rausschmeisser”: kräftiger Kerl im schwarzen Anzug mit finsterem Gesichtsausdruck. Hat man nun auch schon ausserhalb der VR Angst vor übergriffen von T***en? Oh nein, es sind die Touristen, die der Führungsriege der KP Sorgen bereiten. Wenn die am Ende in ganz China herumstreunern und all die Orte entdecken, die nicht so schön wie Peking hergerichtet wurden? Wahrscheinlich hat man kurzzeitig überlegt, Peking einen Sonderstatus einzuräumen, so dass Visa nur für Peking ausgestellt werden können. Da hätte man die Langnasen wenigstens unter Kontrolle. Aber Geld will man ja auch noch verdienen und das auch gerne ausserhalb Pekings. Die Lösung? Man zwingt alle Touristen, bei der Beantragung eine lückenlose Hotelbuchung für ihren gesamten China-Aufenthalt vorzuweisen! Und nach 2. weiss man ja, wie das ist mit Vorauszahlung etc. Und damit die Waiguoren auch was zu tun haben, schreiben wir diese Information auf ein extra verstecktes Merkblatt ohne weitere Erläuterung (da heisst es ganz lapidar “Hotelbuchung(en)”).

Nachdem mir der deutsche Security-Mensch all das auf eine dermassen arrogante und unfreundliche Art erklärt hatte, beneidete ich zum ersten Mal in meinem Leben alle Pauschalreisenden und war kurz davor, aufzugeben. Aber ein Jahr China härtet aber. Also: qi lai, qi lai, qi lai (das ist der Anfang der chinesischen Hymne und bedeutet: “Erhebt euch!”)! Zurück zu Hause stellte ich fest, dass glücklicherweise die Hotels ausserhalb Pekings ihre Preise nicht auf Olympia-Niveau gehoben haben, und dass man dort auch nur 10% Anzahlung leisten muss. Am Montag werde ich mich also erneut in den Kampf stürzen – diesmal mit so vielen Unterlagen, dass ich zur Not den Kerl im schwarzen Anzug erschlagen kann, wenn er wieder Probleme macht ;-) .

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Olympia 2008, die Expo 2010 … bei mir hat aber alles schon viel früher angefangen. Ich habe in der Schule Chinesisch gelernt, weil ich mal etwas Anderes machen wollte und weil ich Asien schon immer interessant fand. Sehr schnell wurde ich sehr sinophil und nach meinem ersten Sprachkurs in Shanghai im Sommer 2004 war mir klar, dass ich zurück will in dieses faszinierende Land – dann aber für länger. 2006 ging mein Traum dann in Erfüllung – für zwei Semester habe ich an der Universität Nanjing Chinesisch studiert, Erhu gelernt, chinesische Freunde gefunden, mich manchmal über den Alltag aufgeregt und bin natürlich im ganzen Land unterwegs gewesen. Meine Erfahrungen – vom Bewerbungsprozess für das China-Programm der Studienstiftung bis hin zu Reiseberichten – habe ich hier (wenn auch nicht immer regelmäßig) niedergeschrieben. Aber damit endet die Geschichte nicht: letztes Jahr war ich während der olympischen Spiele wieder in China und von März bis Mai diesen Jahres habe ich ein zweimonatiges Laborpraktikum in Peking gemacht. Und von 2010 bis 2011 habe ich im eisigkalten Harbin studiert.

Die meisten meiner Kategorien sind selbsterklärend, hier ein paar Hinweise für die übrigen:

Wenn ihr irgendwelche Fragen oder Anmerkungen habt, einfach kommentieren! Ich antworte bestimmt :-) .


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