Daily China

Alles rund ums Reich der Mitte

In den Tiefen einer TCM-Apotheke

September17

Ein guter Freund in Deutschland, der an TCM (Traditioneller chinesischer Medizin) interessiert ist, bat uns, ihm aus China Ginseng und einen Topf zum Brauen von chinesischer Medizin mitzubringen. Da sich weder Laogong noch ich damit auskennen, aber mein Gastvater aus meiner Zeit in Nanjing TCM-Arzt ist, lag es nahe, sich bei unserem Besuch am vergangenen Wochenende von ihm beraten zu lassen.

Letztendlich war es nicht er, der uns begleitete, sondern Ayi (das bedeutet Tante und wird im Chinesischen als Anrede für alle Frauen verwendet, die eine Generation älter als man selbst sind), seine Frau und meine Gastmutter. Das lag daran, dass Shushu (Onkel, das Äquivalent zu Ayi für Anrede von Männern) damit beschäftigt war, das Auto zu parken … er hat seinen Führerschein gemacht, als ich in Nanjing studierte, und vor ein paar Jahren haben sie sich ein Auto geleistet, mit dem er uns fleißig herumkutschiert, wenn wir zu Besuch kommen. Allerdings lassen seine Fahrkünste etwas zu wünschen übrig – auf einer mehrspurigen Straße vor einer grünen Ampel anhalten, weil man sich nicht entscheiden kann, ob es links oder rechts weitergeht, ist durchaus keine Ausnahme. Und obwohl chinesische Autofahrer nicht mit der Wimper zucken, wenn ein Bus von der ganz linken auf die ganz recht Spur möchte und dabei weder blinkt noch auf auf andere Fahrzeuge achtet (das Recht des Stärkeren ist das Grundprinzip im chinesischen Straßenverkehr), so scheint sie Shushus Fahrweise trotzdem unglaublich aufzuregen – noch nie wurde ich in einem chinesischen Auto so oft mit Lichthupe bedacht wie bei Ausfahrten mit Shushu. Wobei man wissen muss, dass die Lichthupe der Ausdruck des wahren Zorns chinesisscher Autofahrer ist – Hupen dagegen ist im Allgemeinen nur als Hinweis gedacht, dass man gedenkt, hier langzufahren, und mit keiner Gefühlsregung verbunden.

Aber zurück zur Apotheke: wir waren in einer Filiale der Tongrentang 同仁堂, die größte Kette für TCM-Apotheken. Allerdings ist man dort nicht nur auf die Heilung der Kunden bedacht – als wir reinkamen und nach Ginseng fragten, wurde uns von einer Verkäuferin erklärt, dass es keinen gäbe. Ayi misstraute dieser Aussage und tatsächlich gab es einen Schalter weiter Ginseng in allen Variationen. Wie sich später herausstellte, wollte die erste Dame einfach ihr Produkt an den Mann bringen …

Nachdem wir den richtigen Schalter gefunden hatten, mussten wir uns “nur” noch zwischen den verschiedenen Arten entscheiden. Es gibt nämlich nicht nur roten und weißen Ginseng, wobei der rote mehr Feuer verursacht, sondern auch noch viele viele Unterarten, deren Eigenschaften sich selbst meinen Chinesisch-Kenntnissen entzogen. Und wollten wir chinesischen oder importierten? Und überhaupt, schon fertig geschnitten oder als ganze Wurzel? Fragen über Fragen; letztendlich entschieden wir uns für chinesischen in der roten und der weißen Variante als ganze Wurzel, nachdem man uns versichert hatte, das er vor Ort zu Scheiben weiterverarbeitet werden könne.

Dann folgte das übliche chinesische Spiel: ich bekam einen Zettel, auf dem draufstand, was ich kaufen wolle und wieviel es kostet; damit ging ich zur Kasse, wo ich bezahlte. Von der Kassiererin bekam ich einen weiteren Zettel, mit dem zurück zum Schalter und meine Ware abholen hätte können. Aber: der zweite Zettel war immer noch nicht die offizielle Rechnung (发票), auf der Ayi bestand  – wer weiß, wofür das noch gut sei!Es ging also in ein weiteres Büro im Hinterzimmer, wo ich dann sogar meinen Namen angeben sollte. Immerhin kann ich jetzt beweisen, dass ich diesen Ginseng wirklich gekauft habe!

Mit meiner Rechnung ging es dann zurück zum Schalter und jetzt fing die Verarbeitung an. Unsere Wurzeln wurden ausgepackt und kurz einen Ofen gesteckt (Einstellung: Hot Dog Zwinkerndes Smiley). Danach kamen sie alle in einen Häcksler, der feine Scheiben ausspuckte. Und nachdem die ausgekühlt waren, durften wir unseren Ginseng endlich einpacken. Nanjing-013Nanjing-015Nanjing-016Nanjing-017

Das ganze Prozedere dauerte etwa 15 min, während derer wir Zeuge wurden, wie die Kundin neben uns einen Puder unbekannter Herkunft immer wieder durch ein Sieb rieb, um die Überbleibsel zu noch feinerem Puder reiben zu lassen. An der Haupttheke am Ende des Ladens gingen derweil ganze Pakete von Zutaten an die Kunden. Und über allem schwebte dieser merkwürdige erdige Geruch, den Ayi ganz toll findet, der mich aber immer an sehr scharfe Medizin erinnert.

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Nanjing-009BTW: nebenan wurden neben westlichen Medikamenten auch Gesichtsmasken in allen Formen verkauft. Noch brauchen wir die aber nicht: September ist eine gute Jahreszeit und wir haben gelegentlich sogar blauen Himmel!

 

 

Der Kauf des Topfes war deutlich einfacher: nachdem wir in einem Laden gefragt hatten, wurden wir mit einer detaillierten Beschreibung versorgt, auf welchem Marktstand man so etwas finden könnte. Und tatsächlich gab es da auch eine riesige Auswahl:

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Ich als “versierter” Kunde beim Verkaufsgespräch

 

Jetzt bleibt nur noch zu offen, dass er bessere Qualität ist als das Teeglas, das ich dort gekauft habe – das war nämlich komplett undicht Trauriges Smiley.

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Nanjing im Frühling

April8

Meine Befürchtungen, dass ich noch den letzten Rest des berühmt-berüchtigten Nanjinger Winters mitkriegen würde, haben sich zum Glück nicht bewahrheitet. Stattdessen habe zusammen mit meiner Gastfamilie bei angenehmen 15-20°C zwei hübsche Parks besucht – wer hätte gedacht, dass Nanjing über soviel Naherholungsgebiete verfügt? Wobei, NAHerholung ist vielleicht nicht ganz das richtige Wort, immerhin sind wir zum Zhen Zhu Quan-Park (Perlenquelle, da aus der Quelle Gasblasen aufsteigen, die bei richtigem Lichteinfall tatsächlich wie Perlen aussehen) eine gute Stunde mit dem Bus gefahren. Schön war’s trotzdem und ich möchte euch natürlich die grüne Seite Chinas nicht vorenthalten:

Ansonsten habe ich die üblichen Nanjinger Favourites genossen: Sandwiches und Cookies aus dem Skyways, Tangbaos (mit Suppe gefüllte Teigtaschen), Shopping im Fashion Lady (sehr chinesisches unterirdisches Shoppingcenter mit allem, was chinesische Mädels lieben – Klamotten, Maniküre, Stickläden und Hello Kitty-Schnickschnack), die hervorragende Auswahl an Chinesisch-Lehrbüchern im Foreign Language Bookstore (deutlich besser als das, was ich bisher in Peking finden konnte) und viel Elektrozeugs im Bai Nao in der Zhu Jiang Lu. Außerdem habe ich mal wieder bei meiner ehemaligen Uni vorbeigeschaut und mir nun auch bestätigen lassen, wie viele Credit Points ich für die Vorlesungen bekomme. Nur gut, dass ich immer wieder in der Gegend bin – ich glaube nicht, dass sich so etwas auch nur annähernd per Email lösen ließe. Ist man dagegen vor Ort, ist alles gar kein Problem: der Typ, der mir alles bestätigt hat, hat sich nicht wirklich dafür interessiert, ob ich meine Noten korrekt angegeben habe, sondern war nur sehr besorgt, weil ich ganz unten nicht “Nanjing University” hingeschrieben hatte und er deswegen nicht wusste, wo er seinen Stempel hinmachen sollte!

Es war toll, wieder auf der Hunan Lu und mitten im Geschehen zu sein – etwas, was ich hier in Peking schmerzlich vermisse, da ich ziemlich außerhalb wohne und zusätzlich in meinem Viertel wegen der olympischen Spiele quasi jedes Nachtleben in Form von Nachtmärkten untersagt ist. Aber es ist auch der generelle Unterschied zwischen Groß- und Kleinstadt, der sich hier zeigt, wobei im Fall von China die Kleinstadt mit ihren vielen Fahrradfahrern und dem ständigen Gehupe lebendiger ist als die “kultivierte” Großstadt. Peking ist ein tolle Stadt mit vielen Möglichkeiten, aber im Alltag kommt man wirklich selten dazu, diese auch zu nutzen, und ich glaube, wenn ich wieder länger in China bleibe und es mir aussuchen kann, dann gehe ich wieder in eine kleinere Stadt. Und übers Wochenende fahre ich nach Nanjing :-)

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Statusbericht

März12

Nur, damit ihr mal wisst, was so los ist … nach einem nicht enden wollenden Frühlingsfest (die letzten Heimat-Urlauber sind vergangenes Wochenende erst zurückgekommen) hat nun das normale Leben wieder seinen Gang aufgenommen. Heute hat die zweite Woche Sprachunterricht angefangen. Ich bin dieses Semester in der Gaoji Ban, dem höchsten Level an der Nan Da (Universität Nanjing), und im Gegensatz zum letzten Semester, wo ich dann ja in den Kurs darunter gewechselt hatte, fühle ich mich jetzt auf diesem Niveau ganz wohl. Wir haben zwar weniger Sprachunterricht (8 statt 11 Stunden), dafür aber mehr Fächer, in denen auch eine intensive Vorbereitung zu Hause gefordert wird. Zusätzlich können wir noch Fächer wie Chinesischer Film, Alte chinesische Geschichte oder Chinesische Malerei belegen.  Ich habe mich erstmal für Kalligraphie entschieden und bin mit meiner Wahl überaus zufrieden. In Trier hatte ich ja im letzten Jahr schon mal etwas Kalligraphie-Unterricht gehabt und dann ein bisschen zu Hause weitergemacht, aber hier ist das doch etwas ganz anderes … dieses Wochenende habe ich schätzungsweise 500 Punkte (das ist der Anfang aller Striche) gemalt und könnte immer noch weitermachen ;-) . Ich bin schon sehr gespannt auf meine nächste Stunde am Donnerstag.

Natürlich mache ich auch mit Erhu-Spielen (oder besser Lernen) weiter. Für alle Ungebildeten ;-) : Erhu ist eine zweisaitige Knie-Geige, die von einem Anfänger gespielt wie Geige klingt, in den Händen eines Profis allerdings durch die unterschiedliche Greiftechnik einen ganz eigenen, sehr chinesischen Klang entwickelt. Mein Lehrer ist Erhu-Spieler mit Leib und Seele und wenn ich ihn spielen höre, vergesse ich alles um mich herum – schon toll, von so jemandem Unterricht zu bekommen.

Neben den schönen Künsten lerne ich natürlich auch fleißig Chinesisch. Mein erster HSK (der chinesische TOEFL) war mit Level 6 (von 8) schon ganz zufriedenstellend, aber da es hier sehr billig ist, den Test zu machen, werde ich wohl im April nochmal mitschreiben. Zu lernen gibt es immer was …

Und nach all der Arbeit hat man sich auch mal ein bisschen xiuxi [Pause machen] verdient. Ende des Monats geht es wahrscheinlich nach Hong Kong, von dem alle, die in den Semesterferien dort waren, so schwärmen, im Mai kriege ich nochmal Besuch (freu mich schon, Fernice Fröhlich), mit dem ich Shanghai, Nanjing, Peking und Xi’an abklappern werde, und Anfang Juni ist ein Auslandstreffen der Stustis in Peking. Dann sind noch knapp drei Wochen Uni und schon ist der offizielle Teil meines Jahres hier in China beendet Traurig. Konkrete Pläne für die Ferien habe ich noch nicht, aber Tibet und überhaupt den Westen Chinas würde ich schon noch gerne sehen …

Shijian guode zhen kuai! [Wie doch die Zeit vergeht ...]

Shengdan kuaile oder: Weihnachten auf Chinesisch

Januar1

Die Bilder von der Vorweihnachtszeit konntet ihr ja schon im Photoblog bewundern, nun folgt also noch eine kurze Rückblende in Worten – eine Austauschstudentin zu Weihnachten in Nanjing.

Sonntag, 10.12.2006
Erste Weihnachtsfeier der deutschen/schweizerischen Austauschstudenten. Bei selbstgemachtem Punsch (mein Geheimrezept: Wein, Orangensaft, Orangenscheiben und Zucker nach Geschmack anwärmen) und Wichteln kommt richtig Stimmung auf – der echte Kunsttannenbaum trägt natürlich maßgeblich dazu bei.

Freitag, 15.12.2006
Weihnachtsfeier im Deutsch-Institut der NanDa, zu der alle Austauschstudenten sowie die Deutschen Nanjings herzlich eingeladen sind. Es gibt ein kaltes Büffet, das außer Glühwein wenig Weihnachtliches bietet, dazu Darbietungen der Studenten und Lehrkräfte. Mein persönliches Highlight: unser Krippenspiel, modern angehaucht (auch wenn an dieser Stelle noch mal angemerkt werden muss, dass die Maus als Jesuskind KEINE besondere Bedeutung hatte, sondern nur aus der Not geboren wurde). Ansonsten gab es noch die andere Fassung des „Phantoms der Oper“, bei der sich das Phantom als Frau und Christine als lesbisch erweisen, einige chinesische Sketche und einen Gedichtvortrag, der einen nicht gerade in Feierstimmung versetzte. Auch beim Blind-Wichteln (jeder musste ein Geschenk mitbringen und bekam dafür auch eines – nach Belieben) gab es nicht nur fröhliche Gesichter – aber mit Rittersport haben wir wohl nichts falsch gemacht. Die Dekoration – eher chinesisch, viel Glitzer und Lichter, insgesamt recht kitschig. Fazit: viel Feier, eher wenig Weihnacht, aber auf jeden Fall ein typisch chinesisches Erlebnis.

Samstag, 16.12. 2006
Als wir uns nach dem Weihnachtseinkauf am Fuzi Miao im McDonald’s stärken, werden wir von einem kleinen chinesischen Jungen auf Englisch angesprochen, ob wir ihm dabei helfen könnten, seinen englischen Vortrag für die Weihnachtsfeier zu proben. Sein Englisch ist für seine neun Jahre einfach großartig, so dass wir der Bitte natürlich gerne nachkommen. Passt irgendwie zu Weihnachten ;-) .

Donnerstag, 21.12. 2006
Abschiedsessen mit meiner Klasse. Auf meine „Frohe Weihnachten“ – Wünsche reagieren die Koreaner und Japaner eher erstaunt.

Samstag, 23.12. 2006
Shanghai, (Weihnachts-)Shopping. Meine Mum und mein Bruder haben beschlossen, diesmal im Vorhinein überhaupt keine Geschenke zu kaufen, sondern sich dann gegenseitig in Shanghai Sachen zu schenken. Ein Konzept, das aufgeht – nach Power-Shopping im Kleidermarkt und auf dem neuen Fake-Markt.

Sonntag, 24.12. 2006
Als wir unser Gepäck im Hotel aufgeben, muss der Portier erst nachschauen, welches Datum heute überhaupt ist. Dann aber wünscht er uns „Merry Christmas!“. Wäre ich in Deutschland, müsste mein vorweihnachtabendlicher Einkaufsbummel ausfallen, hier dagegen artet er beinahe in Stress aus – alle Sachen, die wir gestern zwar gesehen, aber noch nicht gekauft haben, müssen wir jetzt noch besorgen. Dann geht es zum Bahnhof und in den Zug nach Nanjing. Meine Familie habe ich im Hilton untergebracht, wo Weihnachtsstimmung hoch drei herrscht – inklusive Elektro-Eisenbahn und Carol-Singers. Aber auf dem Weg von der U-Bahn zu mir stelle ich fest, dass auch die Chinesen den Weihnachtsabend begehen – und zwar auf der Straße. Die Hunan Lu hat noch mehr Lichter als sonst, überall werden Wunderkerzen verkauft und insgesamt herrscht ein Gedränge, dass ich für den Weg doppelt so lange wie sonst brauche. Menschen, wohin man auch blickt – lange Schlangen im Supermarkt und bei Pizza Hut (an Weihnachten gönnt man sich halt mal was, auch wenn ich dem Bild nach zu urteilen das Weihnachtsmenü von Pizza Hut wirklich nicht empfehlen würde). Im Hotelzimmer dann eine stille Bescherung mit Pizza und leckerem Kuchen von der deutschen Bäckerei. Aber soo schön, Geschenke aus der Heimat zu bekommen! Danke, Chemphils!!

Montag, 25. 12. 2006
Weihnachtsfrühstück mal nicht zu Hause unterm Baum, sondern im Hilton. Schnee gibt es keinen, aber kalt ist es trotzdem. Bei der Maniküre bekomme ich zu hören, dass ja heute unser Frühlingsfest sei. Ja, so kann man es auch sagen. Auf jeden Fall verstehen alle, dass mich dafür meine Familie zu besuchen kommt und finden meinen didi „hen ku“. In dem kleinen Supermarkt bekommt man zu spüren, dass gestern alle Chinesen gefeiert haben – sogar das Mineralwasser ist beinahe ausverkauft.

Dienstag, 26. 12. 2006
In Deutschland ist heute zweiter Weihnachtsfeiertag, in China wischen die Angestellten im Geschäft nebenan schon wieder das Schneespray von den Scheiben. Noch wünscht einem der Portier im Hilton „Merry Christmas“, aber für den Rest der Chinesen ist der Alltag wieder eingekehrt. Weihnachten in China – eine kurze, aber sehr lebhafte Angelegenheit!

Etwas liegt in der Luft

November2

Und es ist kein Schnee oder Vorfreude auf Weihnachten, sondern dichter Smog-Nebel. Hatte heute mehrmals das Bedürfnis, meine Kontaktlinsen zu reinigen, bis mir wieder einfiel, dass das an der Sicht nichts ändern würde. Muss wohl am kalten Wetter liegen (tagsüber haben wir zwar noch bis zu 18°C, nachts kann es aber richtig kühl werden (gerade 9°C) – natürlich nicht mit Münchner Verhältnissen zu vergleichen).

Heute ist es mir außerdem gelungen, eines der größten Geheimnisses meines China-Aufenthaltes zu lösen: das Geheimnis der Frauen-in-Kostümen. Vor der Post stehen nämlich in guten Zeiten bis zu zehn Frauen Ende 20, schick angezogen, die alle vorbeigehenden Passantinnen anquatschen. Heute hat’s endlich auch mich erwischt. Ich hatte ja die Hoffnung, es sei eine geheimnisvolle Sekte – aber weit gefehlt, es handelt sich nur um Werbung für eine mir unbekannte, angebliche amerikansche Make Up-Firma. Was das Besondere daran aber sein soll, konnte bzw. wollte mir die sogar englischsprechende Verkäuferin nicht erklären – sie interessierte sich mehr für meine näheren Lebensumstände und versicherte mir am Ende meines Gesprächs, dass ich wunderbar mit einer der anderen Damen Chinesisch lernen könne. Tja, was man nicht alles erlebt in China.

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Olympia 2008, die Expo 2010 … bei mir hat aber alles schon viel früher angefangen. Ich habe in der Schule Chinesisch gelernt, weil ich mal etwas Anderes machen wollte und weil ich Asien schon immer interessant fand. Sehr schnell wurde ich sehr sinophil und nach meinem ersten Sprachkurs in Shanghai im Sommer 2004 war mir klar, dass ich zurück will in dieses faszinierende Land – dann aber für länger. 2006 ging mein Traum dann in Erfüllung – für zwei Semester habe ich an der Universität Nanjing Chinesisch studiert, Erhu gelernt, chinesische Freunde gefunden, mich manchmal über den Alltag aufgeregt und bin natürlich im ganzen Land unterwegs gewesen. Meine Erfahrungen – vom Bewerbungsprozess für das China-Programm der Studienstiftung bis hin zu Reiseberichten – habe ich hier (wenn auch nicht immer regelmäßig) niedergeschrieben. Aber damit endet die Geschichte nicht: letztes Jahr war ich während der olympischen Spiele wieder in China und von März bis Mai diesen Jahres habe ich ein zweimonatiges Laborpraktikum in Peking gemacht. Und von 2010 bis 2011 habe ich im eisigkalten Harbin studiert.

Die meisten meiner Kategorien sind selbsterklärend, hier ein paar Hinweise für die übrigen:

Wenn ihr irgendwelche Fragen oder Anmerkungen habt, einfach kommentieren! Ich antworte bestimmt :-) .


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