Luang Prabang, Laos
Am nächsten Tag ging es wieder weiter mit dem Bus, diesmal allerdings recht unspektakulär in einem komfortablen Reisebus (leider wieder mit Fernseher, so dass wir in den Genuss zahlreicher laotischer Karaoke-DVDs kamen – wenn irgend möglich noch schlimmer als ihre chinesischens Pendants). Interessant wurde die Fahrt nur durch die bereits erwähnten schwachen Mägen der Laoten – als zu Beginn Spucktüten verteilt wurden, dachte ich mir noch nichts, aber schon sehr bald wurde trotz angenehmer Strecke und Fahrt reichlich Gebrauch von selbigen gemacht. Anscheinend braucht die Anpassung an mehr als ein PS (im Fall von Laos wahrscheinlich eher BS für Büffelstärke) einfach mehrere Generationen …
Schließlich kamen wir am Nachmittag in Luang Prabang an, dem Ziel all unserer Strapazen. Die ehemalige Kaiserstadt, eine Stadt voller Flair – so oder so ähnlich hatte die Beschreibung im Lonely Planet geklungen. Noch dazu Weltkulturerbe. Unser erster Eindruck: wo sind die Laoten?? Amerikanische und französische Touristen, wohin man auch blickte. Und zwar nicht die Sorte von Indiviualreisenden … es hätte uns wohl stutzig machen müssen, dass ein Ort mit 25 000 Einwohnern über einen internationalen Flughafen verfügt. Derartig komfortabel mitten ins Nirgendwo befördert, erfreuten sich ganze Wagenladungen älterer Amis in Khakishorts und mit Gehstöcken an den zahlreichen westlichen Cafés auf der einzigen Hauptstraße und bevölkerten Tempel und Paläste. Die Hotelpreise waren dementsprechend.
Wir ertrugen das Ganze genau einen Tag. Klar hat Luang Prabang einen gewissen Charme, aber es entbehrt dafür jeglichen Gefühls von Abseits-bekannter-Pfade wandeln – weil es so klein ist, dass man ständig auf andere Touristen stößt. Und wir waren einfach mit anderen Erwartungen hergekommen. Außerdem gab es nach einem Tag auch nichts mehr zu sehen, denn auch laotische Tempel gleichen einander sehr – kennst du einen, kennst du alle. Also buchten wir kurzerhand den nächsten Flug ins Land meiner Väter … nach Hanoi. Der Flughafen von Luang Prabang ist vielleicht der kleinste der Welt – mechanische Wagen und Security-Check von Hand inklusive (“Security checked by International Airport Luang Prabang” klebt noch heute auf meinem Pass).
Mein Eindruck von Laos: Ein seltsames Völkchen. Wie der Lonely Planet so richtig anmerkt, eines der wenigen (irgendwelche Amazonas-Stämme mal ausgenommen), das Lernen als etwas Negatives ansieht. Dass Verkäufer zu Verkaufszeiten auf ihren Marktständen schlafen, gehört ebenso zum Alltag wie das Ausziehen der Schuhe, bevor man ein Gebäude betritt (lustige Anekdote: Ms Schuhe waren unauffindbar, nachdem er sie einmal vor unserer Jugendherberge hatte stehen lassen). Aber hey: sabaiiii deee (wird wirklich mit so langen Vokalen gesprochen und ist der sehr freundliche Gruß der Laoten)!