Daily China

Alles rund ums Reich der Mitte

Hongjiang, Hunan

Mai8

Wer eine interessante Sehenswürdigkeit abseits von Menschenmassen (sowohl ausländischen als auch chinesischen) und einen Einblick in das Leben in einer chinesischen Kleinstadt sucht, ist mit Hongjiang in Süd-Hunan bestens beraten.

Während der Qing-Dynastie durch den Opiumhandel reich geworden, ist Hongjiang heute größtenteils eine verschlafene Kleinstadt, in deren altem Kern man jedoch immer noch zahlreiche originale Gebäude,  sei es restauriert, sei es in Überresten, bewundern kann. Faszinierend fand ich die Symbiose zwischen Alt und Neu – viele der alten Gebäude sind heute noch bewohnt oder dienen als kleine Restaurants. Daneben gibt es aber auch eine Handvoll von Gebäuden wie einem Opiumhaus, einer Wushu-Schule oder dem Wohnsitz einer Kaufmannsfamilie, die als richtige Attraktionen betrieben werden: Leute in mehr oder minder originalen Gewändern geben Erklärungen und vielerorts gibt es auch noch eine Vorführung (Teezeremonie, Martial Arts etc.) – allerdings nur, wenn man mit einer der offiziellen Gruppen unterwegs ist. Gut gefallen hat mir, dass die Häuser im Gegensatz zu Pingyao sinnvoll eingerichtet waren und nicht wahllos mit irgendwelchen Möbelstücke vollgestellt.

Auch das Flair außerhalb der touristischen Sehenswürdigkeiten ist wirklich erlebenswert – die Menschen waren alle sehr entspannt und freuten sich über die Abwechslung in Form von ausländischen Touristen, die sich sonst eher selten nach Hongjiang verirren. So kamen wir beim Hundun-Essen (=Suppe mit Teigtaschen, hier die leckerste, die ich bisher gegessen habe; in einem umfunktionierten alten Gebäude ganz in der Nähe des 厘金局) mit einem Mann ins Gespräch, der uns dann für den Rest des Nachmittags durch die Stadt geführt hat (sehr praktisch, da wir keine Lust auf die offizielle Gruppe gehabt hatten, aber manche der Sehenswürdigkeiten tatsächlich sehr versteckt liegen).

Am beeindruckendsten fand ich den 大佛寺, einen ungewöhnlichen Tempel (keine Mönche, dafür plaudernde Hausfrauen, die es sich im Vorraum gemütlich machen) mit einer sehr großen Buddha- und Guanyin-Statue. Leider habe ich mich nicht getraut, Fotos zu machen, das ist ja in Tempeln eher ungern gesehen und ich wollte  nicht so touristisch reinplatzen.

Travelog
Von Huaihua’s 汽车南站 fahren Busse, wenn sie voll sind, für 22 Yuan direkt zum Eingang der Altstadt (洪江故商城), Dauer: 1,5h. Der Eintrittspreis (120 Yuan, für Studenten 60 Yuan) berechtigt zur Teilnahme an einer geführten Tour auf Chinesisch mit etwa 5 Leuten. Ich bin ja generell kein Freund von Touren, aber wie gesagt werden die Vorführungen nur für die offiziellen Gruppen gemacht, also ist es wahrscheinlich am sinnvollsten, kurz vor oder hinter einer Gruppe zu laufen oder sie an den großen Sehenswürdigkeiten abzupassen, damit man alles mitbekommt. Aber allzu viele Gruppe gibt es pro Tag nicht, wir haben nur zwei gesehen … In Hongjiang selbst reichen einige Stunden aus, aber mit Hin- und Rückfahrt entwickelt sich das Ganze zu einem angenehmen Tagesausflug.  Für die Rückfahrt reicht es, wieder zurück zum Haupteingang und auf die Straße zu laufen; über kurz oder lang kommt auf jeden Fall ein Bus nach Huaihua vorbei, von dessen Fahrer man angesprochen wird.

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Travelog – Fenghuang

Mai6

Optimale Dauer:
Fenghuang ist nicht groß, wir sind abends angekommen, haben einmal übernachtet und sind am nächsten Tag am frühen Abend weitergefahren und das hat ausgereicht.

An- und Abreise:
Vom 汽车西站 in Huaihua fahren für 32 Yuan zahlreiche Busse nach Fenghuang. Um zurück nach Huaihua zu kommen, einfach wieder zu dem Parkplatz gehen, wo man abgesetzt wurden, und im Bus das Ticket kaufen.

Hotel:
Das vom LP empfohlene, sehr simple Yǒnghòng Kèzhàn bietet zwar einen schönen Blick, ist aber aufgrund der Lage am Nordufer extrem laut (mind. drei Karaokebars, in denen bis spätnachts viel los ist). Am anderen Ufer gibt es Dutzende von kleinen Hotels mit ähnlichem Blick (nach 阳台=Balkon Ausschau halten), die sicherlich ruhiger und ähnlich ausgestattet sind – einfach vom Nordtor aus die kleine Straße hinter der Stadtmauer entlang laufen.

Aktivitäten:
Da in Fenghuang die ganze Stadt eine Sehenswürdigkeit ist, ist es wirklich am besten, “willy-nilly” herumzulaufen. Eine Bootstour gehört zu den Must-Do’s in Fenghuang, allerdings sollte man dabei vorsichtig sein: wir sind einem der Touts gefolgt und hatten zwar für insgesamt 50 Yuan zu zweit ein eigenes Boot, sind aber statt der versprochenen 60 min höchstens 30 gefahren und das auch nur außerhalb (ein gutes Stück hinter der Hóng Qiáo), wobei man sich natürlich fragen muss, ob man überhaupt vom Boot aus mehr als von den Trittsteinen oder Stegen aus sieht. Einen guten Ausblick über die ganze Stadt hat man vom 天王庙 (Tiān Wáng Miào) (Eintritt 10 Yuan), auf dem Südufer an der Straße, die zur Hóng Qiáo führt.

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Travelog – Huaihua

Mai6

Huaihua ist eine absolut durchschnittliche Kleinstadt auf dem chinesischen Land, in der es wortwörtlich keine Ausländer hinverschlägt. Nur auf dem Weg von oder nach Fenghuang und Hongjiang kommt man in die Verlegenheit, hier zu übernachten. Für diesen Fall sei einem das Hotel direkt an der Ecke der Bahnhofsstraße empfohlen (vom Ausgang einfach zur Straße laufen, dann liegt es auf der linken Seite; erkennbar am Zippo-Laden im Foyer). Für 138 Yuan kriegt man ein super Doppelzimmer mit einem Bad nach westlichem Standard und kostenlosem Internet im Zimmer.
Wenn man vom Bahnhof aus rechts abbiegt und nach 300 Metern nochmal nach rechts, gibt es einen KFC und gleich daneben einen recht großen Supermarkt.

An-und Abreise: Vom Bahnhof kommt man am bestem mit einem Mofa-Rikscha (6 Yuan/2 Personen) zum 汽车西站 (Busse nach Fenghuang 凤凰). Zum 汽车男站 (Busse nach Hongjiang 洪江) fährt die Buslinie 11 (oder mit dem Rikscha für 10 Yuan/2 Personen).

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Fenghuang, Hunan

Mai5

Die erste Etappe auf unsere Reise durch den Süden liegt hinter uns und war gleich ein voller Erfolg. Die Miao-Stadt Fenghuang, malerisch an einem Fluss gelegen, gehört für mich trotz der Massen an chinesischen Touristen definitiv zu den schönsten Orten Chinas!

Alles fing mit einem Foto an: eigentlich wollte ich meine alten China-Kalender wegwerfen und guckte nur nochmal so durch, als mir ein Bild von Fenghuang ins Auge stach. Natürlich spiegeln selbst Fotos nur bedingt die Wahrheit wieder, aber dieses hier sah soo schön aus und da wir sowieso von Peking aus in den Süden Chinas Richtung Guilin reisen wollten, konnten wir genausogut einen Zwischenstopp im Süden Hunans einlegen und uns mit eigenen Augen davon überzeugen, inwieweit in diesem Fall Realität und Bild übereinstimmen.

Vorneweg sei gesagt, dass Fenghuang nicht gerade leicht zu erreichen ist: die nächsten Bahnhöfe sind Jishou oder Huaihua; wir entschieden uns für letzteres und brauchten von da nochmal 2,5h mit dem Bus über eine nicht gerade komfortable Landstraße (bei Stau kann sich das auch auf 4h ausdehnen). Allerdings fahren wirklich häufig Busse zwischen Huaihua und Fenghuang (immer wenn einer voll ist), die Busstation (西站) liegt ziemlich in der Nähe des Bahnhofs (6 Yuan mit dem Mofa-Rikscha) und das Ticket selbst kostet auch nur 32 Yuan.

Und die Reise lohnt sich definitiv: die Stadt wird hauptsächlich von Angehörigen der Miao-Minderheit bewohnt und bietet deswegen ein komplett anderes Stadtbild als chinesische Städte. Traditionelle Miao-Architektur mit viel Holz und höchstens dreistöckig, überall rote Lampions, ein erstaunlich sauberer Fluss, der die Stadt in zwei Hälften aufteilt, dicht bewachsene Hügel ringsherum und innen ein Gewirr von kleinen Gässchen mit Restaurants und Läden aller Art – in Fenghuang wäre wirklich jeder Blick ein Foto wert. Natürlich ist das auch den Chinesen nicht verborgen geblieben und Fenghuang lebt vom Tourismus. Westler haben wir zwar nur wenige gesehen, aber es muss sie geben, denn rudimentäres Englisch und auch ein westliches Restaurant sind vorhanden. Aber ein Blick vom Balkon des Hotelzimmers, wenn sich der Morgennebel über dem Fluss langsam lichtet und die ersten Boote zu traditionellem Gesang ablegen, lässt einen Karaoke-Nächte und Hello-Rufe mehr als vergessen …


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Olympia 2008, die Expo 2010 … bei mir hat aber alles schon viel früher angefangen. Ich habe in der Schule Chinesisch gelernt, weil ich mal etwas Anderes machen wollte und weil ich Asien schon immer interessant fand. Sehr schnell wurde ich sehr sinophil und nach meinem ersten Sprachkurs in Shanghai im Sommer 2004 war mir klar, dass ich zurück will in dieses faszinierende Land – dann aber für länger. 2006 ging mein Traum dann in Erfüllung – für zwei Semester habe ich an der Universität Nanjing Chinesisch studiert, Erhu gelernt, chinesische Freunde gefunden, mich manchmal über den Alltag aufgeregt und bin natürlich im ganzen Land unterwegs gewesen. Meine Erfahrungen – vom Bewerbungsprozess für das China-Programm der Studienstiftung bis hin zu Reiseberichten – habe ich hier (wenn auch nicht immer regelmäßig) niedergeschrieben. Aber damit endet die Geschichte nicht: letztes Jahr war ich während der olympischen Spiele wieder in China und von März bis Mai diesen Jahres habe ich ein zweimonatiges Laborpraktikum in Peking gemacht. Und von 2010 bis 2011 habe ich im eisigkalten Harbin studiert.

Die meisten meiner Kategorien sind selbsterklärend, hier ein paar Hinweise für die übrigen:

Wenn ihr irgendwelche Fragen oder Anmerkungen habt, einfach kommentieren! Ich antworte bestimmt :-) .


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