Mit dem DAAD nach China
Es wird Zeit für ein Geständnis … im September geht es für mich schon wieder nach China
. Der Ort steht noch nicht ganz fest, aber auf alle Fälle für ein ganzes Jahr. Diesmal kommt der DAAD für mich auf und aus diesem Grund war ich letzte Woche auch beim Stipendiatentreffen, dessen detaillierte Informationen (ein Teil des Treffens bestand aus der Info-Veranstaltung für Selbstzahler) ich natürlich gerne mit euch teilen möchte.
Mögliche DAAD-Programme
Neben den üblichen Jahres- und Semesteraufenthalten (die übrigens sowohl für Sinologen als auch Fachfremde auch nur dem Spracherwerb dienen können) gibt es für China auch noch die Sonderprogramme “Sprache und Praxis in der VR China” , das Selbstzahlerprogramm, über das man sich direkt bei der chinesischen Regierung für die Übernahme der Studiengebühren bewerben kann, und das Graduiertenstipendium “Studium ostasiatischer Sprachen”. Einen richtig guten Überblick bietet die Broschüre des DAAD, die ich persönlich aber vorher noch nie gesehen hatte und die ich euch deswegen zur Vorbereitung hochgeladen habe. Gesagt sei auch noch, dass sich momentan eher wenig Leute bewerben und die Chancen, dass man genommen wird, recht hoch sind (100 Bewerbungen —> 60 Einladungen zum Auswahgespräch –> 30 Stipendiaten (Studenten und Graduierte)). Beim Selbstzahlerprogramm gibt es sogar 200 Plätze, da muss man sich also so gut wie keine Gedanken machen.
Versicherung
Für Vollstipendiaten übernimmt der DAAD die Versicherung, die Krankenversicherung, Haftpflicht und Unfallversicherung umfasst und normalerweise für 13 Monate (15 Tage vor bzw. nach An-/Abreise) abgeschlossen wird. Vorsorgeuntersuchungen sind ebenso inbegriffen wie Behandlungen während eines Heimaturlaubes; normalerweise wird Vorkasse erwartet und die Erstattung erfolgt nur gegen Originalbelege (Ausnahmen bei Krankenhausaufenthalten sind allerdings möglich). Selbstzahler können sich über den Tarif für Praktikanten unter Angabe “SZ Programm VR China” für 23,50€/Monat (Überweisung mind. quartalsweise, am besten im Voraus für den gesamten Aufenthalt) versichern und erhalten bis auf den Abdeckung von Behandlungen innerhalb Deutschlands einen ähnlichen Schutz. Was die deutsche Krankenversicherung angeht, so sollte man sich individuell bei der eigenen Krankenkasse informieren, inwiefern eine Anwartschaft sinnvoll ist.
Bewerbung beim China Scholarship Council (CSC)
Vollstipendiaten des DAAD bewerben sich beim CSC um ein Vollstipendium, Selbstzahler um ein Teilstipendium; das Procedere ist für beide gleich. Seit diesem Jahr gibt es ein Onlinebewerbungsverfahren (geht nur im IE), das allerdings noch nicht ganz ausgereift ist
. Was bisher klar ist, ist, dass das CSC das Gesundheitszeugnis nicht mehr benötigt (s. auch weiter unten)! Dieses behält man selbst und zeigt es dann gegebenfalls direkt bei der Einschreibung an der Uni vor. Was man also an den DAAD schicken muss, sind die Gutachten, das (am besten auf grünes Papier) ausgedruckte Onlineformular, das Zeugnis des höchsten Abschlusses (Abitur/Zwischenprüfung/Bachelor/Master) sowie ein (im Falle von Sprachstudenten kurzes) Motivationsschreiben. Man sollte General (Studenten) oder Senior (Graudierte) Scholar angeben; allerdings meinte die Dame von der Bildungsabteilung, dass das nötigenfalls auch vom CSC selbst angepasst würde. Falls man später auch Fachkurse besuchen möchte, empfiehlt es sich, dies im Motivationsschreiben anzugeben. Wer unbedingt an eine bestimmte Uni möchte, kann sich vorab direkt bei dieser Uni bewerben und einen Nachweis darüber (auch wenn noch keine endgültige Zulassung erfolgt ist) beilegen; außerdem ist es hilfreich, wenn man schon eine Zusage o.Ä. von einem Professor an dieser Uni hat, falls man dort ein bestimmtes Projekt durchführen möchte. Allgemein gilt, dass man nicht nur Top-Unis (englisches Ranking (2003), chinesisches Ranking (2008)) angeben sollte, da es sonst passieren kann, dass man in der totalen Provinz landet. Die Zusage erhält man Mitte bis Ende Juli.
Gesundheitszeugnis
Wie bereits erwähnt, braucht man das Gesundheitszeugnis für die Stipendienbewerbung (weder für den DAAD noch für den CSC) nicht; auch für die Beantragung eines Visums ist nur ein negativer AIDS/Syphilis-Test nötig. Wohl kann es aber sein, dass man das Gesundheitszeugnis bei der Immatrikulation an der Uni vorzeigen muss – es gibt aber auch Fälle, wo niemand je danach gefragt hat. Wer keines hat, kann vor Ort die entsprechenden Untersuchungen durchführen lassen; manchmal muss man das ohnehin, wenn der zuständige Beamte schlecht drauf ist. Ob es sich also lohnt, hier 100€-200€ dafür auszugeben, oder ob man lieber das Risiko eingeht und sich im schlimmsten Fall vor Ort ein paar Mal pieksen lässt, bleibt jedem selbst überlassen. Wer es hier machen möchte, sollte aber auf jeden Fall bis April damit warten, da es nur sechs Monate gültig ist.
Visum
Grundsätzlich kann man ein F- oder ein X- Visum beantragen: X ist nur zum Studieren gedacht, F für Arbeit und Studium. Während man sein X-Visum nach erfolgreicher Immatrikulation in eine Aufenthaltsgenehmigung umwandelt, mit der man auf jeden Fall mehrmals ein- und ausreisen kann, ist das F-Visum nur für sechs Monate gültig und kann eigentlich nur nach Ausreise neu beantragt werden. Natürlich gibt es Visa-Services, die so etwas für einen erledigen. Allerdings bleibt die Frage, ob man wirklich ein F-Visum benötigt, denn Ferienjobs darf man auch mit dem X-Visum annehmen.
). Außerdem braucht man einen AIDS-, einen Hepatitis- und einen Syphilis-Test (das kostet ungefähr 50€) sowie ein Röntgenbild des Brustkorbs mit Lungenbefund und ein EKG. Von den Tests und dem Lungenbefund muss man für jedes Exemplar eine Kopie machen (das Original auch wieder behalten); am besten ist, wenn man überall nochmal draufschreibt “Nothing could be found” und das Ganze vom Arzt stempeln lässt. Je mehr Stempel, desto besser! Wichtig ist, dass auch das Passbild gestempelt ist. EKG und Röntgenbild muss man nicht kopieren, aber man sollte die Originale mit nach China nehmen (evtl. kann man beim Radiologen dazusagen, dass er das Röntgenbild auf DIN A4 verkleinert, das ist praktischer zum Mitnehmen).
. Die Untersuchung nimmt inklusive Röntgen etwa einen Vormittag in Anspruch, dazu kommt dann noch die Zeit, die man zum Ausfüllen und Stempeln braucht.
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