Daily China

Alles rund ums Reich der Mitte

Mit dem DAAD nach China

März7

Es wird Zeit für ein Geständnis … im September geht es für mich schon wieder nach China :-) . Der Ort steht noch nicht ganz fest, aber auf alle Fälle für ein ganzes Jahr. Diesmal kommt der DAAD für mich auf  und aus diesem Grund war ich letzte Woche auch beim Stipendiatentreffen, dessen detaillierte Informationen (ein Teil des Treffens bestand aus der Info-Veranstaltung für Selbstzahler) ich natürlich gerne mit euch teilen möchte.

Mögliche DAAD-Programme

Neben den üblichen Jahres- und Semesteraufenthalten (die übrigens sowohl für Sinologen als auch Fachfremde auch nur dem Spracherwerb dienen können)  gibt es für China auch noch die Sonderprogramme “Sprache und Praxis in der VR China” , das Selbstzahlerprogramm, über das man sich direkt bei der chinesischen Regierung für die Übernahme der Studiengebühren bewerben kann,  und das Graduiertenstipendium “Studium ostasiatischer Sprachen”. Einen richtig guten Überblick bietet die Broschüre des DAAD, die ich persönlich aber vorher noch nie gesehen hatte und die ich euch deswegen zur Vorbereitung hochgeladen habe. Gesagt sei auch noch, dass sich momentan eher wenig Leute bewerben und die Chancen, dass man genommen wird, recht hoch sind (100 Bewerbungen —> 60 Einladungen zum Auswahgespräch –> 30 Stipendiaten (Studenten und Graduierte)).  Beim Selbstzahlerprogramm gibt es sogar 200 Plätze, da muss man sich also so gut wie keine Gedanken machen.

Versicherung

Für Vollstipendiaten übernimmt der DAAD die Versicherung, die Krankenversicherung, Haftpflicht und Unfallversicherung  umfasst und normalerweise für 13 Monate (15 Tage vor bzw. nach An-/Abreise) abgeschlossen wird. Vorsorgeuntersuchungen sind ebenso inbegriffen wie Behandlungen während eines Heimaturlaubes; normalerweise wird Vorkasse erwartet und die Erstattung erfolgt nur gegen Originalbelege (Ausnahmen bei Krankenhausaufenthalten sind allerdings möglich). Selbstzahler können sich über den Tarif für Praktikanten unter Angabe “SZ Programm VR China” für 23,50€/Monat (Überweisung mind. quartalsweise, am besten im Voraus für den gesamten Aufenthalt) versichern und erhalten bis auf den Abdeckung von Behandlungen innerhalb Deutschlands einen ähnlichen Schutz. Was die deutsche Krankenversicherung angeht, so sollte man sich individuell bei der eigenen Krankenkasse informieren, inwiefern eine Anwartschaft sinnvoll ist.

Bewerbung beim China Scholarship Council (CSC)

Vollstipendiaten des DAAD bewerben sich beim CSC um ein Vollstipendium, Selbstzahler um ein Teilstipendium; das Procedere ist für beide gleich. Seit diesem Jahr gibt es ein Onlinebewerbungsverfahren (geht nur im IE), das allerdings noch nicht ganz ausgereift ist ;-) .  Was bisher klar ist, ist, dass das CSC das Gesundheitszeugnis nicht mehr benötigt (s. auch weiter unten)! Dieses behält man selbst und zeigt es dann gegebenfalls direkt bei der Einschreibung an der Uni vor. Was man also an den DAAD schicken muss, sind die Gutachten, das (am besten auf grünes Papier) ausgedruckte Onlineformular, das Zeugnis des höchsten Abschlusses (Abitur/Zwischenprüfung/Bachelor/Master) sowie ein (im Falle von Sprachstudenten kurzes) Motivationsschreiben. Man sollte General (Studenten) oder Senior (Graudierte) Scholar angeben; allerdings meinte die Dame von der Bildungsabteilung, dass das nötigenfalls auch vom CSC selbst angepasst würde. Falls man später auch Fachkurse besuchen möchte, empfiehlt es sich, dies im Motivationsschreiben anzugeben. Wer unbedingt an eine bestimmte Uni möchte, kann sich vorab direkt bei dieser Uni bewerben und einen Nachweis darüber (auch wenn noch keine endgültige Zulassung erfolgt ist) beilegen; außerdem ist es hilfreich, wenn man schon eine Zusage o.Ä. von einem Professor an dieser Uni hat, falls man dort ein bestimmtes Projekt durchführen möchte. Allgemein gilt, dass man nicht nur Top-Unis (englisches Ranking (2003), chinesisches Ranking (2008)) angeben sollte, da es sonst passieren kann, dass man in der totalen Provinz landet. Die Zusage erhält man Mitte bis Ende Juli.

Gesundheitszeugnis

Wie bereits erwähnt, braucht man das Gesundheitszeugnis für die Stipendienbewerbung (weder für den DAAD noch für den CSC) nicht; auch für die Beantragung eines Visums ist nur ein negativer AIDS/Syphilis-Test nötig. Wohl kann es aber sein, dass man das Gesundheitszeugnis bei der Immatrikulation an der Uni vorzeigen muss – es gibt aber auch Fälle, wo niemand je danach gefragt hat. Wer keines hat, kann vor Ort die entsprechenden Untersuchungen durchführen lassen; manchmal muss man das ohnehin, wenn der zuständige Beamte schlecht drauf ist. Ob es sich also lohnt, hier 100€-200€ dafür auszugeben, oder ob man lieber das Risiko eingeht und sich im schlimmsten Fall vor Ort ein paar Mal pieksen lässt, bleibt jedem selbst überlassen. Wer es hier machen möchte, sollte aber auf jeden Fall bis April damit warten, da es nur sechs Monate gültig ist.

Visum

Grundsätzlich kann man ein F- oder ein X- Visum beantragen: X ist nur zum Studieren gedacht, F für Arbeit und Studium. Während man sein X-Visum nach erfolgreicher Immatrikulation in eine Aufenthaltsgenehmigung umwandelt, mit der man auf jeden Fall mehrmals ein- und ausreisen kann, ist das F-Visum nur für sechs Monate gültig und kann eigentlich nur nach Ausreise neu beantragt werden. Natürlich gibt es Visa-Services, die so etwas für einen erledigen. Allerdings bleibt die Frage, ob man wirklich ein F-Visum benötigt, denn Ferienjobs darf man auch mit dem X-Visum annehmen.

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China-Stipendien über BayCHINA

April20

Das relativ neue Bayerische Hochschulzentrum für China vergibt seit diesem Semester in Zusammenarbeit mit dem China Scholarship Council Jahresstipendien für das Studium in China. Es handelt sich dabei um Stipendien der chinesischen Regierung, die Studiengebühren, Unterbringung, Krankenversicherung und eine kleine monatliche Unterstützung (1400-2000 Yuan, je nach Abschluss). Die Stipendien werden für zwei Semester und es gibt insgesamt zehn Plätze; reine Sprachaufenthalte werden bisher nicht gefödert (allerdings ist das Ganze erst angelaufen, also noch ein bisschen chaotisch). Wer schnell ist, kann sich noch bis zum 24.04. für das kommende Wintersemester bewerben!

Übrigens vergibt BayCHINA auch Reisekostenzuschüsse für Praktika.

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China-Programm der Studienstiftung IV – Zweiter Sprachkurs

April20

So, nachdem ihr nun schon eine Weile nichts mehr von mir gehört habt, wird es Zeit, dass ich euch mal wieder die neuesten Nachrichten mitteile. Ich bin letzten Samstag aus Trier (genauer gesagt aus Berlin, aber dazu unten mehr) zurückgekommen, wo der zweite dreiwöchige Intensivkurs stattgefunden hat. Diesmal war er sogar noch intensiver als letztes Mal, weil wir, obwohl wir nur noch ein Drittel der Studenten waren, in den gleichen Kursen wie im Sommer waren – so dass im B-Kurs 5, im C-Kurs 2 und bei uns im D-Kurs 3 Leute waren. Da hat man natürlich keine Chance, auch nur mal eine Vokabel aufzuschreiben, bevor man auch schon wieder dran ist mit Übersetzen . Naja, ganz so schlimm war es nicht, denn die Lehrer waren auf jeden Fall lockerer als beim letzten Mal, aber gerade beim Sprechen habe ich sehr viele Fortschritte gemacht. Wir hatten die selben Lehrer wie im Sommer und es war wirklich nett, sie alle wiederzusehen. An dieser Stelle auch ein herzliches Dankeschön an Fr. Shen, Fr. Zhu, Fr. Qu und die anderen Lehrer für den tollen und abwechslungsreichen Unterricht!

Auch diesmal gab es wieder eine Abschlussklausur, allerdings mehr pro Forma . Außerdem mussten wir in der zweiten Woche alle einen kurzen Vortrag (15 min) über ein selbstgewähltes landeskundliches Thema halten. Mein Thema war Tier- und Umweltschutz in China. Daneben gab es auch Vorträge von Professoren der Uni Trier und auswärtigen Referenten und wir hatten diesmal Kalligrafie-Unterricht statt Taiji. Die einhellige Meinung lautete, dass das Pinselschwingen auf jeden Fall besser sei als Schattenboxen, auch wenn unsere Werke vielleicht niemals unsterblichen Ruhm erlangen werden (obwohl manche davon ja echte Frees sind!).

Das Angebot an Freizeitaktivitäten war diesmal noch beschränkter als im Sommer, da das Wetter nicht gerade zum Sporteln an der frischen Luft einlud. Immerhin waren wir einmal in der legendären “Weinstube Gelen” (für deren Weiterempfehlung Prof. Pohl meiner Meinung nach mind. 10% Rabatt auf den Wein bekommt) und haben festgestellt, dass es dort wirklich ganz nett ist.

Der Kurs endete am Donnerstag und am Freitag sind wir dann zusammen mit Prof. Chiao, Dr. Antes und einigen der Lehrer mit dem Zug nach Berlin gefahren, wo wir feierlich von der chinesischen Regierung empfangen wurden – zwar nicht in der Botschaft selbst, aber immerhin in deren ausgelagerter Bildungsabteilung. Nach einer chinesischen Rede der zuständigen Dame sowie zwei deutschen Reden vom Vorsitzenden der Krupp-Stiftung und von Dr. Teufel durften wir uns auf das leckere Buffet (natürlich chinesisch) und die Ehemaligen stürzen, wobei wir letzteremit allerhand praktischen Fragen löcherten.

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Gesundheitszeugnis oder: “Stellen Sie eine Gefahr für die öffentliche Gesundheit dar?”

März19

Wer sich schon einmal näher mit den Formalitäten für einen Aufenthalt in China (ab 6 Monaten) beschäftigt hat, der ist sicher schon auf das ominöse Gesundheitszeugnis gestoßen. Das Formular selbst kann man z.B. beim Referat für China des DAAD (s. unter herunterladen. Beim Ausdrucken ist darauf zu achten, dass die beiden Seiten auf eine Blatt (Vorder- und Rückseite) gedruckt werden, notfalls muss man sonst in den Copyshop gehen.  Gewöhnlich braucht man neben dem Original noch vier weitere beglaubigte Kopien (einfach vom Arzt stempeln lassen): drei für die Uni und andere Behörden und einen für den Visumantrag.

Das Original behält man selbst, das braucht man dann bei der Einreise.

Der Großteil des Formulars besteht aus Angaben zu verschiedenen Körperteilen (einfach “normal” eintragen) sowie Angaben zu Krankheiten (u.a. auch die o.g. Frage zum Geisteszustand ). Außerdem braucht man einen AIDS-, einen Hepatitis- und einen Syphilis-Test (das kostet ungefähr 50€) sowie ein Röntgenbild des Brustkorbs mit Lungenbefund und ein EKG.  Von den Tests und dem Lungenbefund muss man für jedes Exemplar eine Kopie machen (das Original auch wieder behalten); am besten ist, wenn man überall nochmal draufschreibt “Nothing could be found” und das Ganze vom Arzt stempeln lässt.  Je mehr Stempel, desto besser! Wichtig ist, dass auch das Passbild gestempelt ist. EKG und Röntgenbild muss man nicht kopieren, aber man sollte die Originale mit nach China nehmen (evtl. kann man beim Radiologen dazusagen, dass er das Röntgenbild auf DIN A4 verkleinert, das ist praktischer zum Mitnehmen).

Noch ein wichtiger Punkt: bei der Einreise darf das Gesundheitszeugnis nicht älter als sechs Monate sein. Wer also zum Wintersemester mit seinem Studium in China anfangen will, der sollte nicht vor März zum Arzt gehen. Die meisten, die mit dem China-Programm der Studienstiftung nach China gehen, stehen damit vor dem Problem, dass der 2. Sprachkurs im März stattfindet und man davor und danach unter Umständen wenig Zeit hat, zum Arzt zu gehen. Hier kann ich empfehlen, zu Dr. Elisabeth Georg zu gehen, die ist in der Trierer Innenstadt und wirklich sehr nett und hat nach unserem Jahrgang nun auch schon einige Erfahrung  . Die Untersuchung nimmt inklusive Röntgen etwa einen Vormittag in Anspruch, dazu kommt dann noch die Zeit, die man zum Ausfüllen und Stempeln braucht.

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China-Programm der Studienstiftung III – Das Auswahlgespräch

Februar20

Nach dem Sprachkurs seid ihr, den Kopf voller neuer chinesischer Wendungen, nach Hause zurückgekehrt, habt euch sicherheitshalber noch beim DAAD beworben und dann das Ganze so gut wie vergessen. Aber dann kommt eines Tages ein Brief mit einem wohlbekannten Stempel ins Haus geflattert, der die Einladung zu den Auswahlgesprächen in Bonn enthält. Diese finden gegen Ende November statt und laufen folgendermaßen ab: jeder hat zwei Gespräche mit jeweils zwei Prüfern, von denen einer Sinologe ist und der andere aus einem anderen Bereich (Wirtschaft, BMBF) kommt, aber auch schon mehr mit China zu tun hatte. Die Gespräche dauern max. 40 Minuten. Jeder Prüfer kann Punkte von 1-10 verleihen. Am Ende werden alle Punkte eines Bewerbers zusammengezählt und die Punkte von der Klausur aus Trier addiert und dann bekommen die 10 Punktbesten das Stipendium. Klingt einfach – ist es auch. Allerdings bleibt es natürlich jedem Prüfer selbst überlassen, wie er seine Punkte verteilt. Dementsprechend variieren auch die Themen: bei manchen ging es mehr um die eigene Person und das Studienfach, bei anderen hauptsächlich um China. Bei mir war letzteres der Fall: in beiden Gesprächen musste ich ausführlich begründen, warum ich unbedingt nach China gehen will, und außerdem wurde mein Hintergrundwissen etwas getestet – allerdings ziemlich oberflächlich und so, dass man auch ohne großen Vorbereitungen etwas dazu sagen konnte. Beide Male wurde auch überprüft, ob das, was ich damals bei der Bewerbung geschrieben habe, auch der Wahrheit entspricht. So wurde ich z.B. gefragt, welcher chinesischer Film mir denn besonders im Gedächtnis geblieben sei, weil ich damals geschrieben hatte, dass ich schon einige Filme gesehen hätte.

Insgesamt waren beide Gespräche ziemlich locker. Natürlich gab es Situationen, wo ich mir dachte: “Oh, worauf wollen sie denn jetzt hinaus?” Aber mit gesundem Menschenverstand bin ich immer weitergekommen und natürlich geht es auch nicht darum, irgendwelches Wissen abzufragen. Das Wichtigste ist meiner Meinung nach, dass man den Leuten, die einem gegenüber sitzen, vermitteln kann, dass man sich wirklich für China interessiert und das nicht macht, weil es gerade “angesagt” oder später im Berufsleben nützlich ist.

Aber ein bisschen Vorbereitung kann trotzdem nicht schaden. Wie die abläuft, bleibt wohl jedem selbst überlassen.  Ich kenne Leute, die haben vorher nicht ein einziges Buch über China gelesen und wurden trotzdem genommen. Ich selber habe einiges gelesen, aber nicht unbedingt wegen des Gesprächs, sondern weil ich mich einfach dafür interessiere. Ich kann nur immer wieder betonen: es kommt auf die eigene Motivation an. Wenn man schonmal eine Reise durch China gemacht hat und dann davon erzählen kann, dann ist das genauso gut, wie wenn man auf Bücher oder Filme verweist, die man gelesen bzw. gesehen hat. Um es mit einem kleinen Werbezitat abzuschließen: Motivation ist, was du draus machst. Und das gilt eigentlich auch für das ganze Programm .

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