Huaihua ist eine absolut durchschnittliche Kleinstadt auf dem chinesischen Land, in der es wortwörtlich keine Ausländer hinverschlägt. Nur auf dem Weg von oder nach Fenghuang und Hongjiang kommt man in die Verlegenheit, hier zu übernachten. Für diesen Fall sei einem das Hotel direkt an der Ecke der Bahnhofsstraße empfohlen (vom Ausgang einfach zur Straße laufen, dann liegt es auf der linken Seite; erkennbar am Zippo-Laden im Foyer). Für 138 Yuan kriegt man ein super Doppelzimmer mit einem Bad nach westlichem Standard und kostenlosem Internet im Zimmer.
Wenn man vom Bahnhof aus rechts abbiegt und nach 300 Metern nochmal nach rechts, gibt es einen KFC und gleich daneben einen recht großen Supermarkt.
An-und Abreise: Vom Bahnhof kommt man am bestem mit einem Mofa-Rikscha (6 Yuan/2 Personen) zum 汽车西站 (Busse nach Fenghuang 凤凰). Zum 汽车男站 (Busse nach Hongjiang 洪江) fährt die Buslinie 11 (oder mit dem Rikscha für 10 Yuan/2 Personen).
Die erste Etappe auf unsere Reise durch den Süden liegt hinter uns und war gleich ein voller Erfolg. Die Miao-Stadt Fenghuang, malerisch an einem Fluss gelegen, gehört für mich trotz der Massen an chinesischen Touristen definitiv zu den schönsten Orten Chinas!
Alles fing mit einem Foto an: eigentlich wollte ich meine alten China-Kalender wegwerfen und guckte nur nochmal so durch, als mir ein Bild von Fenghuang ins Auge stach. Natürlich spiegeln selbst Fotos nur bedingt die Wahrheit wieder, aber dieses hier sah soo schön aus und da wir sowieso von Peking aus in den Süden Chinas Richtung Guilin reisen wollten, konnten wir genausogut einen Zwischenstopp im Süden Hunans einlegen und uns mit eigenen Augen davon überzeugen, inwieweit in diesem Fall Realität und Bild übereinstimmen.
Vorneweg sei gesagt, dass Fenghuang nicht gerade leicht zu erreichen ist: die nächsten Bahnhöfe sind Jishou oder Huaihua; wir entschieden uns für letzteres und brauchten von da nochmal 2,5h mit dem Bus über eine nicht gerade komfortable Landstraße (bei Stau kann sich das auch auf 4h ausdehnen). Allerdings fahren wirklich häufig Busse zwischen Huaihua und Fenghuang (immer wenn einer voll ist), die Busstation (西站) liegt ziemlich in der Nähe des Bahnhofs (6 Yuan mit dem Mofa-Rikscha) und das Ticket selbst kostet auch nur 32 Yuan.
Und die Reise lohnt sich definitiv: die Stadt wird hauptsächlich von Angehörigen der Miao-Minderheit bewohnt und bietet deswegen ein komplett anderes Stadtbild als chinesische Städte. Traditionelle Miao-Architektur mit viel Holz und höchstens dreistöckig, überall rote Lampions, ein erstaunlich sauberer Fluss, der die Stadt in zwei Hälften aufteilt, dicht bewachsene Hügel ringsherum und innen ein Gewirr von kleinen Gässchen mit Restaurants und Läden aller Art – in Fenghuang wäre wirklich jeder Blick ein Foto wert. Natürlich ist das auch den Chinesen nicht verborgen geblieben und Fenghuang lebt vom Tourismus. Westler haben wir zwar nur wenige gesehen, aber es muss sie geben, denn rudimentäres Englisch und auch ein westliches Restaurant sind vorhanden. Aber ein Blick vom Balkon des Hotelzimmers, wenn sich der Morgennebel über dem Fluss langsam lichtet und die ersten Boote zu traditionellem Gesang ablegen, lässt einen Karaoke-Nächte und Hello-Rufe mehr als vergessen …
Tut mir wirklich leid, dass es in den letzten Tagen so ruhig war, aber in meiner letzten Woche hier in Peking war nochmal einiges los. Nicht zuletzt natürlich Abschiedsfeiern: eine am Mittwoch in einem superleckeren chinesischen Restaurant, das meine Meinung vom chinesischen Essen grundlegend reformiert hat, und eine am Donnerstag mit original deutschem Maggi-Essen, das wiederum meine Kollegen davon überzeugt hat, dass europäisches Essen doch nicht so schlecht ist (ihre englische Chefin scheint da einiges angerichtet zu haben). Am Freitag dann Marathon-Shopping in sämtlichen Fake-Markets Pekings mit anschließendem Monsterpacken (Koffer, Rucksack und mehrere Pakete zum Zurückschicken gleichzeitig). Heute vormittag waren dann nur noch kleinere Dinge wie Proviant-Einkauf und Friseur angesagt, bevor es nach einem ausgiebigen Mittagessen im Da Ya Li (besagtem Restaurant) mit dem Bus zum Bahnhof ging. Fast wäre es eng geworden mit dem Zug – wer hätte denn auch ahnen können, dass auch nachmittags eine solche Rush Hour in der Innenstadt herrscht. Aber Ende gut, alles gut: jetzt sitzen wir zu zweit in einem sehr gemütlichen Abteil, das eigentlich für vier Leute gedacht wäre, und sind auf dem Weg nach Süden Die Tickets habe ich diesmal vom 票贩子 gekauft, der tatsächlich einfach nur ein Reisebüro mit Reservierungsmöglichkeit ist. Fünf Minuten nach Verkaufsbeginn (der in Peking jetzt doch wieder 10 Tage vorher ist) kam der Anruf, dass er die Tickets bekommen habe, und am nächsten Morgen wurden sie mir ins Labor geliefert. Da sind die 30 Yuan Aufpreis pro Ticket doch eine lohnenswerte Investition. Und wie gesagt, die Plätze sind echt gut: wir sind in einem der Luxuswaggons mit lauter 2er-Abteilen und zwei 4er-Abteilen und dann sogar noch in einem der 4er-Abteile allein, obwohl ganz China gerade anlässlich des 1. Mai’s drei Tage frei hat. Und hier machen wir es nun für die nächsten 24h gemütlich.
Die Ruhe vor dem Sturm sozusagen, denn für die nächsten Tage haben wir einiges geplant. Unsere grobe Route sieht folgendermaßen aus:
Und weil ich deswegen die nächsten Tage ziemlich mit dem Sammeln von Reiseeindrücken beschäftigt sein werde, gibt es bis zu meiner Rückkehr nach Deutschland Mitte Mai erstmal keine 602-Sätze mehr, dafür hoffentlich zu gegebener Zeit Reiseberichte und Fotos!
Ich entschuldige mich für die Unterbrechung der 602-Sätze und entschädige euch dafür mit einem kleinen Bericht über meinen Wochenend-Trip nach Pingyao, seines Zeichens wieder mal Weltkulturerbe und eine gute erhaltene Stadt aus der Ming-Zeit.
Per Nachtzug ging’s am Freitag los – da die Bahn in Peking mal wieder ihr System geändert hatte und seit neuestem doch wieder zehn Tage vorher Tickets ausgibt, kam ich am Montag natürlich relativ spät und bekam deswegen nur noch Tickets für die obersten Betten. So schlimm war es da oben aber auch wieder nicht, man hatte eine schöne Aussicht und seine Ruhe, wenn auch wirklich keinerlei Platz zum Aufrichten.
Nach einer mittelprächtigen Nacht (die Rentner-Reisegruppe war schon um fünf Uhr hellwach und entsprechend laut) kamen wir um halb acht in Pingyao an, kümmerten uns erstmal um Rückfahrtickets und ließen uns dann von einem Hotel-Tout für zwei Yuan pro Person mit in die Stadt nehmen. Und wie er uns versprochen hatte, war es auch kein Problem, als wir uns gegen sein Hotel entschieden (zu teuer und zu viele Ausländer) – das ist das Schöne am Handeln mit Chinesen, wenn man sich einmal geeinigt hat, gibt es kein Zurück mehr. Also klapperten wir verschiedene Hotels auf der Nan Da Jie ab und fanden auch recht bald etwas im Ming Yu Hotel. Das Zimmer sah aus wie die anderen und billig war es auch – was wir leider erst später herausfanden, war, dass es nur abends heißes Wasser gab (wir hätten die Hinweise auf “24h hot water” an den anderen Hotels ernst nehmen sollen …). Aber wozu gibt es große Heißwasserflaschen mit 2l Füllvolumen? Auch so lassen sich Haare waschen …
Nachdem wir also auf unserem prima beheizbaren Kang (炕) (ein traditionelles Bett aus dem Norden Chinas, das aus Ziegelsteinen besteht und in heutigen Zeiten mit einem Heizungsrohr versehen ist) noch etwas Schlaf nachgeholt hatten, ging’s los zum Mittagessen. Von der Pingyao’er Spezialität 平遥牛肉, Glutamat-reiche Rindfleischscheiben ohne Soße war ich ebensowenig überzeugt wie von der lokalen Interpretation von Chocolate Pie (extrem fettiger Pfannkuchen mit Schoko-Batz, den man beim besten Willen nicht essen konnte). Dann schon lieber trockene Brötchen und Mondkuchen. So “gestärkt” schwangen wir uns auf’s Tandem (20 Yuan für einen Tag) und erkundeten die Stadt. Auf jeden Fall sehr empfehlenswert, denn auf diese Weise bekommt man wesentlich mehr von der Grey-Brick-Red-Lantern-Atmosphäre mit, als wie wenn man nur auf den Hauptstraßen auf der Suche nach weiteren “Sehenswürdigkeiten” herumläuft. Auch wenn sicher nicht alle Gebäude echt und aus der Ming-Zeit sind, hat man trotzdem ein Gefühl von Authenzität, das ich in den hergerichteten Häusern, die wir am nächsten Tag besichtigt haben, vermisst habe. Abends dann noch ein bisschen Bummeln auf der Hauptstraße – eine Mischung aus Trödelmarkt und Touristenkitsch, aber nett anzusehen.
Am Sonntag ging’s dann zu den ausgewiesenen Sehenswürdigkeiten – für 80 Yuan kriegt man ein Tagesticket, mit dem Zutritt zu fast allen Sehenswürdigkeiten der Stadt sowie zwei Tempeln in der näheren Umgebung hat. Ich bin natürlich ein absoluter Laie, aber mir erschienen diese museumsartigen Häuser ziemlich künstlich (einfach irgendwelche Möbel zusammengestellt) und auch nicht wirklich alt. In China legt man mehr Wert darauf, dass es wenigstens annähernd so aussieht wie früher, auch wenn man dafür alles neu aufbauen muss (Foto rechts zeigt einen Handwerker beim Aufbau eines “Original”-Ming-Zeit-Hotels). Vielleicht hätte man auch die Erklärungen eines qualifizierten Reiseführers gebraucht, aber wir waren eigentlich immer froh, wenn wir mal wo alleine waren und dafür alles in Ruhe anschauen konnten.
Richtig gut gefallen hat mir der Ausblick vom Stadtturm (市楼) – die fünf Yuan extra waren eine gute Investition. Von da oben konnte man sich nämlich richtig gut vorstellen, wie es hier in alten Zeiten abging.
Auch wenn vielleicht nicht alles echt ist, hat Pingyao wirklich Flair und das kann man ja nun nicht von vielen chinesischen Städten behaupten. Natürlich gibt es jede Menge chinesischer und zunehmend auch ausländische Touristen, aber insgesamt lange noch nicht so schlimm wie z.B. Dali, denn in Pingyao leben tatsächlich auch noch normale Chinesen. Auf jeden Fall sehenswert, vielleicht als Zwischenstopp auf dem Weg von Peking nach Xian.
Früher der Rückzugsort des Kaisers, wenn ihm die brütende Hitze des Pekinger Sommers einfach unerträglich wurde, heute beliebtes Ausflugsziel 250km nordöstlich von Peking und Weltkulturerbe.
Schon seit ich die ersten Fotos gesehen habe, wollte ich nach Chengde, habe es aber aus diversen Gründen nie geschafft. Auch diesmal wäre mir fast wieder etwas dazwischen gekommen – ursprünglich wollte ich dort übernachten und dazu hätte ich meinen Pass gebraucht, der aber wegen der Visumsverlängerung noch beim PSB (Public Security Bureau, 公安局) ist. Nach einigem Hin und Her habe ich mich schließlich entschlossen, doch zu fahren und einfach nur einen Tag zu bleiben. Was sich im Nachhinein als weise Entscheidung herausgestellt hat, denn ich finde nicht, dass mir ein weiterer Tag noch etwas gebracht hätte. Aber der Reihe nach …
Prinzipiell kann man mit dem Zug oder mit dem Bus von Peking nach Chengde fahren; ersterer braucht zwischen vier und sechs Stunden, zweiterer könnte das Ganze in 2,5h schaffen, braucht aber tatsächlich auch gute vier Stunden, da aus irgendwelchen Gründen nicht auf der Autobahn gefahren wird. Ich habe es letztendlich so gemacht, dass ich mit dem Zug hingefahren bin, weil der Bahnhof leichter zu erreichen ist (alle Busbahnhöfe sind ewig weit außerhalb und haben keine U-Bahn-Verbindung) und mit dem Bus zurück, weil man sich nicht im Voraus um ein Ticket kümmern muss, sondern einfach einsteigt (am Bahnhofsvorplatz in Chengde).
Um fünf Uhr musste ich also los – zu dieser Zeit ist bei mir im Haus noch nicht mal der Aufzug in Betrieb, so dass ich mir meinen Weg durch uns unbeleuchtete Treppenhaus suchen musste. Dann ging’s mit dem Taxi zu einer Haltestelle der Linie 2 (alle anderen Linien fahren frühestens ab 5.30h), die direkt am Hauptbahnhof hält. Die Straßen und die U-Bahn waren menschenleer – sehr ungewöhnlich für eine Stadt mit 15 Mio. Einwohnern. Stell dir vor, es ist China und keiner geht hin . Aber Peking ist eben nicht New York und hat deswegen einen geregelten Tagesablauf. Punkt sechs Uhr fängt der übliche Trubel an. Zu dieser Zeit war ich bereits auf dem Weg zu meinem Hardsleeper-Wagen und beim Vorbeilaufen an den Hardseater-Wagen heilfroh über die Mehrausgabe von 60 Yuan, die ich mir geleistet hatte. Man hat einfach ziemlich wenig Platz im Hardseater – allerdings lag das auch mit am Zug, denn der Softseater-Bereich sah nicht wesentlich anders aus. Mein Bett erfüllte dagegen alle Erwartungen, so dass ich erholsame drei Stunden Schlaf nachholen konnte. Während ich mir nämlich schon ausgemalt hatte, wie laut es sein würde (im Hardseater fängt nämlich bei Übernachtfahrten auch um 6.00h der Trubel an), ist es in Wahrheit so, dass die Chinesen es nicht gut vertragen, wenn sie vor 6.00h aufstehen müssen, und deswegen fast alle die Fahrt über selig (und ohne Schnarchen!) schlummerten. Herrlich.
Gut ausgeruht kam ich also um 11 Uhr in Chengde an. Provinz, sage ich nur – man vergisst in der Metropole Peking gerne, dass 800 Millionen Chinesen immer noch auf dem Land leben. Und wir sprechen hier nicht von Bauern wie bei “Bauer sucht Frau”, die in fetten Traktoren durch die Gegend cruisen, sondern von solchen, die mit einem von Menschenkraft gezogenen Pflug ihr Feld bestellen. Und das zwei Stunden vom Vogelnest entfernt – schon irgendwie krass.
Aber ich schweife ab … in Chengde klärte ich also erstmal die Rückfahrt ab und machte mich dann auf die Suche nach einem öffentlichen Bus, der mich zur Imperial Summer Villa (避暑山庄) bringen würde. Ist ja kein Problem, man kann ja die Aufschriften und Fahrpläne lesen – bringt einem aber leider nichts, wenn sich die Fahrstrecke geändert hat, obwohl das alte Schild noch draußen hängt. Also wieder raus aus Linie 11 und rein in die 15. Wie gut, dass mir die Fahrkartenverkäuferin dort dann anzeigte, wo ich aussteigen müsse, sonst wäre ich glatt weitergefahren (fairerweise muss man sagen, dass auch hier der Fahrplan mit den Stationen falsch war). Von außen war von dem imposanten Gelände, das ich mir vorstellt hatte, jedenfalls nichts zu sehen. Und innen drin … naja, mäßig, würde ich sagen. Hinter den verschiedenen Thronzimmern etc. kam man dann in den eigentlichen Park, der ein riesiges Gelände mit Hügeln, Seen und Wäldern (mit echten Hirschen) umfasst. Wirklich recht hübsch … während ich noch überlegte, wo ich langlaufen sollte, wurde ich von zwei Mädels angesprochen, die mir erklärten, dass ich mit Ausflugswagen 88% des Parks für nur 40 Yuan sehen würde und sie mir auch kostenlos unterwegs alles erklären würden. Da ich eh’ nichts Besseres zu tun hatte, ging ich auf den Vorschlag ein, und habe auf diese Weise tatsächlich viel mehr gesehen, als ich hätte erlaufen können. Besonders pittoresk war der Ausblick von der Nordseite hin zum kleinen Potala-Palast – dank meiner “Reiseführerin” hatte ich sogar jemanden, der mich in allen Positionen fotografierte (wenn auch nicht besonders geschickt). Zusätzlich kam ich in den Genuss einer Achterbahnfahrt, denn wie dieses kleine Gefährt auf einer Straße, die genauso breit wie das Auto selbst war, die Hügel hoch und runter und um die Kurven düste, kann sich durchaus mit der “Wilden Maus” vergleichen lassen. Noch ein Grund, auf gar keinen Fall auf eigene Faust durch den Park zu wandeln, denn ich möchte nicht wissen, wie viele Touristen nicht schnell genug vom Weg ins Gebüsch hüpfen konnten … Nach einer guten Stunde lieferte mich meine Führerin wieder in der Nähe des Haupteingangs ab, nachdem ich ihr mehrmals versichert hatte, dass ich keine weiteren Tempel mit ihr anschauen wolle, und ihr schließlich 10 Yuan in die Hand gedrückt hatte. Insgesamt war sie schon ganz okay, sie hat mich jedenfalls nicht zu irgendwelchen überteuerten Restaurantbesuchen oder Foto-Shootings überredet.
Als nächstes stand der Nachbau des Potala-Palastes (普陀宗乘) auf dem Programm. Ein Typ von einem der Imbissstände an der Straße war so freundlich, mich zur Bushaltestelle der Linie 118 zu bringen (gegenüber vom Guandi Miao), die direkt vor dem Tempel hält (den kann man übrigens auch nicht übersehen). Für alle, die es noch nicht nach Lhasa geschafft haben, auf jeden Fall sehenswert – ich mochte vor allem die Atmosphäre im Innenhof und den Ausblick von oben. Aber insgesamt war ich auch hier nicht länger als 1,5h, weil ich einfach nicht der Typ bin, der sich jede einzelne Buddha-Statue ganz genau angeguckt – und ansonsten gab es wirklich nicht viel zu sehen.
Wieder auf der Straße, fand ich zum Glück gleich ein Taxi mit einer sehr netten Fahrerin, die mich zum Anyuan Si bringen sollte. Es hätte mich verdächtig stimmen sollen, dass unten kein Schild die richtige Abzweigung anzeigte – oben angekommen stellte ich nämlich fest, dass der Tempel geschlossen war. Dafür führte mich der Weg zurück zur Hauptstraße durch recht urtümliche Ackerlandschaft und das sieht man ja auch nicht alle Tage:
Schließlich ging’s mit der Linie 11 (die übrigens sehr wohl an der Imperial Summer Villa hält!) zurück zum Bahnhof und da konnte ich gleich in den nächsten Bus nach Peking aufspringen. Der erste Teil führte über eine recht holprige Landstraße (der Bus war aber gut gefedert), dafür bekam man auch allerhand von der Landschaft mit – bei einer Raststätte hatte man sogar einen hervorragenden Ausblick auf einen Teil der wilden, nicht restaurierten Mauer. 77 Yuan für ein Doppelsitz ohne Sitznachbarn oder 100 Yuan für ein Bett im Zug – schwierig zu sagen. Fakt ist aber, dass man mit dem Zug zeitlich einfach mehr gebunden ist. Und der Bus setzte mich schließlich an der U-Bahn-Haltestelle San Yuan Qiao an der Linie 10 ab, was für die Weiterfahrt wirklich sehr praktisch war. Ingesamt ist wohl die Kombination aus Zug und Bus zu empfehlen. Und Cheng De selbst? Die Bilder waren schöner als die Realität – kann natürlich auch an der Zeit gelegen haben. Meiner Meinung nach reicht aber ein Tag aus!