Daily China

Alles rund ums Reich der Mitte

Travelog – Fenghuang

Mai6

Optimale Dauer:
Fenghuang ist nicht groß, wir sind abends angekommen, haben einmal übernachtet und sind am nächsten Tag am frühen Abend weitergefahren und das hat ausgereicht.

An- und Abreise:
Vom 汽车西站 in Huaihua fahren für 32 Yuan zahlreiche Busse nach Fenghuang. Um zurück nach Huaihua zu kommen, einfach wieder zu dem Parkplatz gehen, wo man abgesetzt wurden, und im Bus das Ticket kaufen.

Hotel:
Das vom LP empfohlene, sehr simple Yǒnghòng Kèzhàn bietet zwar einen schönen Blick, ist aber aufgrund der Lage am Nordufer extrem laut (mind. drei Karaokebars, in denen bis spätnachts viel los ist). Am anderen Ufer gibt es Dutzende von kleinen Hotels mit ähnlichem Blick (nach 阳台=Balkon Ausschau halten), die sicherlich ruhiger und ähnlich ausgestattet sind – einfach vom Nordtor aus die kleine Straße hinter der Stadtmauer entlang laufen.

Aktivitäten:
Da in Fenghuang die ganze Stadt eine Sehenswürdigkeit ist, ist es wirklich am besten, “willy-nilly” herumzulaufen. Eine Bootstour gehört zu den Must-Do’s in Fenghuang, allerdings sollte man dabei vorsichtig sein: wir sind einem der Touts gefolgt und hatten zwar für insgesamt 50 Yuan zu zweit ein eigenes Boot, sind aber statt der versprochenen 60 min höchstens 30 gefahren und das auch nur außerhalb (ein gutes Stück hinter der Hóng Qiáo), wobei man sich natürlich fragen muss, ob man überhaupt vom Boot aus mehr als von den Trittsteinen oder Stegen aus sieht. Einen guten Ausblick über die ganze Stadt hat man vom 天王庙 (Tiān Wáng Miào) (Eintritt 10 Yuan), auf dem Südufer an der Straße, die zur Hóng Qiáo führt.

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Travelog – Huaihua

Mai6

Huaihua ist eine absolut durchschnittliche Kleinstadt auf dem chinesischen Land, in der es wortwörtlich keine Ausländer hinverschlägt. Nur auf dem Weg von oder nach Fenghuang und Hongjiang kommt man in die Verlegenheit, hier zu übernachten. Für diesen Fall sei einem das Hotel direkt an der Ecke der Bahnhofsstraße empfohlen (vom Ausgang einfach zur Straße laufen, dann liegt es auf der linken Seite; erkennbar am Zippo-Laden im Foyer). Für 138 Yuan kriegt man ein super Doppelzimmer mit einem Bad nach westlichem Standard und kostenlosem Internet im Zimmer.
Wenn man vom Bahnhof aus rechts abbiegt und nach 300 Metern nochmal nach rechts, gibt es einen KFC und gleich daneben einen recht großen Supermarkt.

An-und Abreise: Vom Bahnhof kommt man am bestem mit einem Mofa-Rikscha (6 Yuan/2 Personen) zum 汽车西站 (Busse nach Fenghuang 凤凰). Zum 汽车男站 (Busse nach Hongjiang 洪江) fährt die Buslinie 11 (oder mit dem Rikscha für 10 Yuan/2 Personen).

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Fenghuang, Hunan

Mai5

Die erste Etappe auf unsere Reise durch den Süden liegt hinter uns und war gleich ein voller Erfolg. Die Miao-Stadt Fenghuang, malerisch an einem Fluss gelegen, gehört für mich trotz der Massen an chinesischen Touristen definitiv zu den schönsten Orten Chinas!

Alles fing mit einem Foto an: eigentlich wollte ich meine alten China-Kalender wegwerfen und guckte nur nochmal so durch, als mir ein Bild von Fenghuang ins Auge stach. Natürlich spiegeln selbst Fotos nur bedingt die Wahrheit wieder, aber dieses hier sah soo schön aus und da wir sowieso von Peking aus in den Süden Chinas Richtung Guilin reisen wollten, konnten wir genausogut einen Zwischenstopp im Süden Hunans einlegen und uns mit eigenen Augen davon überzeugen, inwieweit in diesem Fall Realität und Bild übereinstimmen.

Vorneweg sei gesagt, dass Fenghuang nicht gerade leicht zu erreichen ist: die nächsten Bahnhöfe sind Jishou oder Huaihua; wir entschieden uns für letzteres und brauchten von da nochmal 2,5h mit dem Bus über eine nicht gerade komfortable Landstraße (bei Stau kann sich das auch auf 4h ausdehnen). Allerdings fahren wirklich häufig Busse zwischen Huaihua und Fenghuang (immer wenn einer voll ist), die Busstation (西站) liegt ziemlich in der Nähe des Bahnhofs (6 Yuan mit dem Mofa-Rikscha) und das Ticket selbst kostet auch nur 32 Yuan.

Und die Reise lohnt sich definitiv: die Stadt wird hauptsächlich von Angehörigen der Miao-Minderheit bewohnt und bietet deswegen ein komplett anderes Stadtbild als chinesische Städte. Traditionelle Miao-Architektur mit viel Holz und höchstens dreistöckig, überall rote Lampions, ein erstaunlich sauberer Fluss, der die Stadt in zwei Hälften aufteilt, dicht bewachsene Hügel ringsherum und innen ein Gewirr von kleinen Gässchen mit Restaurants und Läden aller Art – in Fenghuang wäre wirklich jeder Blick ein Foto wert. Natürlich ist das auch den Chinesen nicht verborgen geblieben und Fenghuang lebt vom Tourismus. Westler haben wir zwar nur wenige gesehen, aber es muss sie geben, denn rudimentäres Englisch und auch ein westliches Restaurant sind vorhanden. Aber ein Blick vom Balkon des Hotelzimmers, wenn sich der Morgennebel über dem Fluss langsam lichtet und die ersten Boote zu traditionellem Gesang ablegen, lässt einen Karaoke-Nächte und Hello-Rufe mehr als vergessen …


Original Video – More videos at TinyPic

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On the road

Mai3

Tut mir wirklich leid, dass es in den letzten Tagen so ruhig war, aber in meiner letzten Woche hier in Peking war nochmal einiges los. Nicht zuletzt natürlich Abschiedsfeiern: eine am Mittwoch in einem superleckeren chinesischen Restaurant, das meine Meinung vom chinesischen Essen grundlegend reformiert hat, und eine am Donnerstag mit original deutschem Maggi-Essen, das wiederum meine Kollegen davon überzeugt hat, dass europäisches Essen doch nicht so schlecht ist (ihre englische Chefin scheint da einiges angerichtet zu haben). Am Freitag dann Marathon-Shopping in sämtlichen Fake-Markets Pekings mit anschließendem Monsterpacken (Koffer, Rucksack und mehrere Pakete zum Zurückschicken gleichzeitig). Heute vormittag waren dann nur noch kleinere Dinge wie Proviant-Einkauf und Friseur angesagt, bevor es nach einem ausgiebigen Mittagessen im Da Ya Li (besagtem Restaurant) mit dem Bus zum Bahnhof ging. Fast wäre es eng geworden mit dem Zug – wer hätte denn auch ahnen können, dass auch nachmittags eine solche Rush Hour in der Innenstadt herrscht. Aber Ende gut, alles gut: jetzt sitzen wir zu zweit in einem sehr gemütlichen Abteil, das eigentlich für vier Leute gedacht wäre, und sind auf dem Weg nach Süden Die Tickets habe ich diesmal vom 票贩子 gekauft, der tatsächlich einfach nur ein Reisebüro mit Reservierungsmöglichkeit ist. Fünf Minuten nach Verkaufsbeginn (der in Peking jetzt doch wieder 10 Tage vorher ist) kam der Anruf, dass er die Tickets bekommen habe, und am nächsten Morgen wurden sie mir ins Labor geliefert. Da sind die 30 Yuan Aufpreis pro Ticket doch eine lohnenswerte Investition. Und wie gesagt, die Plätze sind echt gut: wir sind in einem der Luxuswaggons mit lauter 2er-Abteilen und zwei 4er-Abteilen und dann sogar noch in einem der 4er-Abteile allein, obwohl ganz China gerade anlässlich des 1. Mai’s drei Tage frei hat. Und hier machen wir es nun für die nächsten 24h gemütlich.
Die Ruhe vor dem Sturm sozusagen, denn für die nächsten Tage haben wir einiges geplant. Unsere grobe Route sieht folgendermaßen aus:

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Und weil ich deswegen die nächsten Tage ziemlich mit dem Sammeln von Reiseeindrücken beschäftigt sein werde, gibt es bis zu meiner Rückkehr nach Deutschland Mitte Mai erstmal keine 602-Sätze mehr, dafür hoffentlich zu gegebener Zeit Reiseberichte und Fotos!

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Pingyao, Shanxi

April28

Pingyao-26

Ich entschuldige mich für die Unterbrechung der 602-Sätze und entschädige euch dafür mit einem kleinen Bericht über meinen Wochenend-Trip nach Pingyao, seines Zeichens wieder mal Weltkulturerbe und eine gute erhaltene Stadt aus der Ming-Zeit.

Per Nachtzug ging’s am Freitag los – da die Bahn in Peking mal wieder ihr System geändert hatte und seit neuestem doch wiedeDSCF9552r zehn Tage vorher Tickets ausgibt, kam ich am Montag natürlich relativ spät und bekam deswegen nur noch Tickets für die obersten Betten. So schlimm war es da oben aber auch wieder nicht, man hatte eine schöne Aussicht und seine Ruhe, wenn auch wirklich keinerlei Platz zum Aufrichten.

Nach einer mittelprächtigen Nacht (die Rentner-Reisegruppe war schon um fünf Uhr hellwach und entsprechend laut) kamen wir um halb acht in Pingyao an, kümmerten uns erstmal um Rückfahrtickets und ließen uns dann von einem Hotel-Tout für zwei Yuan pro Person mit in die Stadt nehmen. Und wie er uns versprochen hatte, war es auch kein Problem, als wir uns gegen sein Hotel entschieden (zu teuer und zu viele Ausländer) – das ist das Schöne am Handeln mit Chinesen, wenn man sich einmal geeinigt hat, gibt es kein Zurück mehr. Also klapperten wir verschiedene Hotels auf der Nan Da Jie ab und fanden auch recht bald etwas im  Ming Yu Hotel. Das Zimmer sah aus wie die anderen und billig war es auch – was wir leider erst später herausfanden, war, dass es nur abends heißes Wasser gab (wir hätten die Hinweise auf “24h hot water” an den anderen Hotels ernst nehmen sollen …). Aber wozu gibt es große Heißwasserflaschen mit 2l Füllvolumen? Auch so lassen sich Haare waschen …

Nachdem wir also auf unserem prima beheizbaren Kang (炕) (ein traditionelles Bett aus dem Norden Chinas, das aus Ziegelsteinen besteht und in heutigen Zeiten mit einem Heizungsrohr versehen ist) noch etwas Schlaf nachgeholt hatten, ging’s los zum Mittagessen. Von der Pingyao’er Spezialität 平遥牛肉, Glutamat-reiche Rindfleischscheiben ohne Soße war ich ebensowenig überzeugt wie von der lokalen Interpretation von Chocolate Pie (extrem fettiger Pfannkuchen mit Schoko-Batz, den man beim besten Willen nicht essen konnte). Dann schon lieber trockene Brötchen und Mondkuchen. So “gestärkt” schwangen wir uns auf’s Tandem (20 Yuan für einen Tag) und erkundeten die Stadt. Auf Pingyao-42jeden Fall sehr empfehlenswert, denn auf diese Weise bekommt man wesentlich mehr von der Grey-Brick-Red-Lantern-Atmosphäre mit, als wie wenn man nur auf den Hauptstraßen auf der Suche nach weiteren “Sehenswürdigkeiten” herumläuft. Auch wenn sicher nicht alle Gebäude echt und aus der Ming-Zeit sind, hat man trotzdem ein Gefühl von Authenzität, das ich in den hergerichteten Häusern, die wir am nächsten Tag besichtigt haben, vermisst habe. Abends dann noch ein bisschen Bummeln auf der Hauptstraße – eine Mischung aus Trödelmarkt und Touristenkitsch, aber nett anzusehen.

Am Sonntag ging’s dann zu den ausgewiesenen Sehenswürdigkeiten – für 80 Yuan kriegt man ein Tagesticket, mit dem Zutritt zu fast allen Sehenswürdigkeiten der Stadt sowie zwei Tempeln in der näheren Umgebung hat. Ich bin natürlich ein absoluter Laie, aber mir erschienen diese museumsartigen Häuser ziemlich künstlich (einfach irgendwePingyao-35lche Möbel zusammengestellt) und auch nicht wirklich alt. In China legt man mehr Wert darauf, dass es wenigstens annähernd so aussieht wie früher, auch wenn man dafür alles neu aufbauen muss (Foto rechts zeigt einen Handwerker beim Aufbau eines “Original”-Ming-Zeit-Hotels). Vielleicht hätte man auch die Erklärungen eines qualifizierten Reiseführers gebraucht, aber wir waren eigentlich immer froh, wenn wir mal wo alleine waren und dafür alles in Ruhe anschauen konnten.

Richtig gut gefallen hat mir der Ausblick vom Stadtturm (市楼) – die fünf Yuan extra waren eine gute Investition. Von da oben konnte man sich nämlich richtig gut vorstellen, wie es hier in alten Zeiten abging.

Auch wenn vielleicht nicht alles echt ist, hat Pingyao wirklich Flair und das kann man ja nun nicht von vielen chinesischen Städten behaupten. Natürlich gibt es jede Menge chinesischer und zunehmend auch ausländische Touristen,  aber insgesamt lange noch nicht so schlimm wie z.B. Dali, denn in Pingyao leben tatsächlich auch noch normale Chinesen. Auf jeden Fall sehenswert, vielleicht als Zwischenstopp auf dem Weg von Peking nach Xian.

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