Guilin, Guangxi
Hier geht es weiter mit dem Bericht meiner letzten Rundreise. Zur Rekapitulation: Von Huaihua aus hatten wir uns bisher Fenghuang und Hongjiang angeschaut.
Nach einer entspannten Nacht in unserem “Luxus”-Hotel in Huaihua machten wir uns am nächsten Morgen im strömenden Regen auf den Weg zum Bahnhof (okay, okay, es waren Luftlinie vielleicht 100m, aber es reichte, um uns ganz schön nass werden zu lassen – wenn die Chinesen nur endlich ein Abwassersystem hätten …), um den Zug nach Guilin zu nehmen. Beim Einsteigen gab’s gleich die ersten Probleme: auf unseren Betten (wir hatten eines unten und eines in der Mitte) lagen zwei Frauen, eine davon mit Kind. Wegen letzterem hätte ich mich normalerweise auch gar nicht groß aufgeregt, aber die Frau hatte tatsächlich die Dreistigkeit, meine Karte sehen zu wollen (dabei wusste sie genau, dass sie falsch lag) und räumte das Feld erst, als sie vom hinzugekommenen Schaffner dazu aufgefordert wurde. Frisches Bettzeug gab es natürlich nicht … Die folgenden 10 Stunden hätten dann trotzdem ganz angenehm sein können, hätte der Mann neben mir nicht meinem Mitfahrer aus Nantong Konkurrenz im Preis um den lautesten Schnarcher gemacht. Den Preis für die stinkendsten Socken hatte er bereits sicher – ist mir ein Rätsel, wie man in einer solchen Umgebung durchschlafen kann, sogar das Mittagessen hat er ausgelassen.
Abends kamen wir dann – wieder bei Regen – in Guilin an und marschierten zielstrebig an sämtlichen Touts vorbei, nur um nach 20 Minuten und einem Gespräch mit dem Hotel (vom Handy eines freundlichen Ladenbesitzers aus) festzustellen, dass ich mich auf der Karte verguckt hatte und das Hotel, das wir ausgesucht hatten, doch ganz woanders lag. Weil wir am nächsten Tag früh nach Yangshuo weiterwollten, landeteten wir dann also doch im günstig gelegenen, legendären Flower Hostel. Nach Tagen der Ausländereinsamkeit versetzte mir der Anblick eines runden Dutzend Billard-spielender Weltenbummler zwar einen ernstzunehmenden Schock, war aber schon mal eine gute Vorbereitung auf das Ausländermekka Yangshuo. Und die Guilin Mifen (dicke Reisnudeln) vom Stand gleich unten waren dafür echt lecker!
Wir hatten eigentlich nicht wirklich Zeit für Guilin eingeplant, weil ich gehört hatte, dass Yangshuo viel schöner wäre, hatten aber dann zwecks Ausflug nach Longsheng und Weiterflug letztendlich doch zwei Abende und einen halben Tag für die Stadt übrig – und waren angenehm überrascht. In einer nette Einkaufsstraße (teilweise sogar Fußgängerzone – was für eine Seltenheit in China!) mit jeder Menge leckerem Erdbeersaft sowie mehreren hübsche Parks kann man sich die Zeit wunderbar vertreiben und im Vergleich zu Yangshuo verteilen sich hier die Ausländer einfach besser
.
Superschön war der Elefantenrüsselpark (象鼻山) nach Einbruch der Dunkelheit , der
mit seinem wiederkehrenen Elefantenmotiv auf jeden Fall originell gestaltet ist. Außerdem waren wir im Seven Star (七星) Park, wobei mir dort weniger die Parkanlage als vielmehr die Tropfsteinhöhlen gefallen haben.
Die berühmte Li-Fluss-Landschaft kriegt man aber wirklich viel besser in Yangshuo mit und deswegen machten wir uns auch als nächstes dorthin auf …
