Daily China

Alles rund ums Reich der Mitte

Chinesisch-Tests II – Für Fortgeschrittene

Februar20

HSK Elementary-Intermediate (chū zhōng)

Der Klassiker unter den Chinesisch-Tests wird schon seit 20 Jahren durchgeführt und ist dementsprechend der Test mit den meisten Teilnehmern. Es gibt eine Fülle von Übungs- und Vorbereitungsbüchern und hier besteht die Schwierigkeit eher darin, Bücher mit Tests zu finden, die auch dem tatsächlichen Schwierigkeitsgrad angepasst sind (ich hatte auch schon eines, in dem die Leseverständnistexte nur halb so lang wie im tatsächlichen Test waren [nur als Tipp: es handelt sich um ein blaues mit einer Ausländerin im Minderheitenkostüm vorne drauf]).

Ebenfalls verbreitet sind Vorbereitungskurse, die in Nanjing um die 400 Yuan kosten. Den von der Nan Da würde ich nicht empfehlen, da er versucht, einem die Theorie hinter der Fragenbeantwortung näherzubringen. Aber ganz ehrlich: ich wusste auch schon vorher, dass ich auf Schlüsselwörter achten soll. Der von der Nanjing Normal University erfreut sich größerer Beliebtheit, da hier Testaufgaben im Akkord gelöst und besprochen werden. Mag sinnvoller sein, aber für 400 Yuan kann man auch eine ganze Menge Bücher kaufen.

Der Test an sich besteht aus vier Teilen: Hörverständnis, Grammatik, Leseverständnis und einem Gesamtverständnisteil, in dem man teilweise selbst passende Zeichen einfügen muss und teilweise die Wörter ankreuzen, die von Sinn oder Grammatik her am besten passen. Die Schwierigkeit liegt vor allem darin, dass man von zum Teil sehr umgangssprachlichen Wendungen im Hörverständnis-Teil bis hin zur höchst formalen Schriftsprache (teilweise kommen im letzten Teil Bewerbungsschreiben dran) alles beherrschen muss. Die beste Vorbereitung ist demnach stupides Aufgaben-Lösen … und sich dabei nicht entmutigen lassen von der schieren Grenzenlosigkeit der chinesischen Sprache. Nein, mal im Ernst: ob die Aufgaben sinnvoll gestellt sind oder nicht, darüber kann man sich streiten. Ganz sicher bietet einem der HSK aber einen guten Rahmen, in dem man sein Chinesisch systematisch verbessern kann und allein deswegen lohnt sich die Teilnahme schon. Und es macht sich natürlich immer gut, wenn man etwas vorzuweisen hat, das beweist, dass man sein Jahr in China nicht nur vertrödelt hat ;-) .

Noch eins zum Schluss: über mangelnde Teilnahmemöglichkeiten braucht man sich nicht zu beschweren, der HSK Elementary-Intermediate wird in China im November, Dezember, April und Juni durchgeführt.

HSK Advanced (gāo děng)

Für diejenigen von uns, die im Schlafanzug durch die Straßen laufen und dabei Tang-Gedichte rezitieren; sprich: die China und seine Sprache ganz und gar aufgenommen haben. Der Goldstar-HSK umfasst neben dem schriftlichen Test, der ähnlich wie der HSK Elementary-Intermediate aufgebaut ist, noch eine mündliche Prüfung und einen Aufsatz. Selbst meine überaus fleißigen koreanischen Mitstudenten sind hier teilweise gescheitert; wer Aussichten auf Erfolg haben will, soll laut HSK-Komitee mindestens 3000 Stunden Chinesisch gelernt haben und meiner Meinung nach Sinologie-Student mit mehrjähriger China-Erfahrung kurz vor dem Magister sein. Wer sich immer noch nicht hat abschrecken lassen: der HSK Advanced findet jeweils im Oktober und April statt.

Improved HSK (gǎi jìn bǎn)

Und weil auch das HSK-Komitee seinen Sinngehalt unter Beweis stellen möchte, hat es vor einiger Zeit den sog. fortschrittlichen HSK für alle Stufen entwickelt. Die wichtigste Änderung besteht darin, dass er doppelt so teuer wie der alte ist (500 statt 250 Yuan) und wie der HSK Advanced auch schon bei den unteren Levels einen Aufsatz und eine mündliche Prüfung beinhaltet. Offensichtlich kann man sich aber auch nur einzelne Teile anmelden. Der neue HSK wird für Basic im Juni, für Elementary-Intermediate und Advanced im Juni und Dezember durchgeführt. Die einzelnen Teile finden an verschiedenen Tagen statt.

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Chinesisch-Tests I – Für Anfänger

Februar20

Aus gegebenem Anlass möchte ich an dieser Stelle mal ein paar Worte über die diversen Chinsesisch-Sprachtests und deren Sinn und Unsinn loswerden.

Für jeden von Zeichen und Komplementen geplagten Chinesisch-Lernenden kommt irgendwann der Moment, in dem er sich ein Zertifikat für seine Bemühungen wünscht; etwas, das beweist, dass die unzähligen Stunden über Grammatik und Wörterbuch nicht verschwendet waren. China ist diesen Forderungen in typisch chinesischer Weise gerecht geworden: durch die Schaffung eines Chinese Proficiency Test Centers mit Sitz in Peking. Dieses zeichnet sich nun verantwortlich für sämtliche Sprachtests, derer es momentan fünf bis sechs gibt, je nach Zählung.

HSK Threshold (rù mén jí)

Dieser brandneue, erst im letzten Jahr eingeführte Test ist für die absoluten Anfänger gedacht (unter 200 Stunden Lernzeit – allerdings ist mir bis heute nicht so ganz klar, was genau das HSK-Komitee unter Lernzeit versteht). Die bisherige Teilnehmerzahl (im Dezember an der Nan Da:3) steht in gutem Verhältnis zum erhältlichen Übungsmaterial (im Foreign Language Bookstore Nanjing:0); man verlässt sich also am besten auf seine bisherigen Lehrbücher. Die Aufgaben beinhalten das Übliche: Hörverständnis, Textverständnis, ein bisschen Zeichen schreiben (der Großteil der Aufgaben ist jedoch Multiple Choice, wie auch bei allen anderen Tests). Was man mit dem Ergebnis anfangen soll, ist auch nicht ganz klar, da auf dem Zertifikat dann zwar zum Beispiel steht, dass man recht gut Chinesisch spräche, einem aber bei einem Ergebnis 600 von 1000 Punkten klar ist, dass das nicht ganz stimmen kann …

HSK Basic (jī chǔ)

Hier kommen wir dem richtigen HSK (s.u.) schon näher. Der Test richtet sich an Lernenden mit einem Wissen aus 100-800 Lernstunden; hilfreich zu wissen ist vielleicht auch, dass bei der Bewertung von Level 1, dem niedrigsten der zu erreichenden Level, steht, dass man einen Wortschatz von 600 Zeichen hat. Höchstes erreichbares Level ist Level 3, mit dem man immerhin schon zum naturwissenschaftlichen Studium und dem Studium der westlichen Medizin zugelassen wird. Der Test besteht aus drei Teilen: Hörverständnis, Grammatik und Leseverständnis. Auch hier ist das Übungsmaterial eher dünn gesät, aber immerhin gibt es zwei oder drei Bücher mit Mock Tests, mit denen man sich ganz gut vorbereiten kann. Der HSK Basic wird nur zweimal im Jahr durchgeführt, einmal im April und einmal im Oktober. In Nanjing wird er nur an der Nanjing Normal University durchgeführt und hier sollte man sich frühzeitig anmelden, da die Plätze begrenzt sind.

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Waijiao – ausländische Lehrkraft

Juli15

Ferienzeit – sogar im arbeitswütigen China, in dem der Spruch “Lernen ist unbegrenzt möglich” sehr hochgehalten wird, gibt es so etwas Ähnliches wie offizielle Schulferien – zwei Monate, in denen die chinesischen Kinder ihre Hausaufgaben eben ohne Betreuung machen (angeblich müssen sie jeden Tag einen mehrseitigen Aufsatz schreiben – und das allein für Chinesisch).. Und die “übrige” Zeit können sie dann für diverse Camps nutzen, z.B.. eben für ein “Exciting English Camp”, in dem auch ich ein kleines Rädchen bin. Für insgesamt 20 Tage bin ich in einem Ort zwei Stunden von Nanjing, dessen Ausländer-Anteil sich mit unserer Ankunft etwa ver-15-facht hat (wir sind 27 Leute).
Anfangs dachte ich, naja, das ist leicht verdientes Geld, ein paar Fünftklässlern Old MacDonald beizubringen, kann ja wohl nicht so schwierig sein. Weit gefehlt. Sechs Stunden Unterricht pro Tag mit Dauerlächeln, bisher elf Tage ohne Pause (es bleiben nur noch neun) schlauchen doch mehr, als ich dachte. Im Übrigen stellt sich heraus, dass man selbst, wenn man von A wie Alligator (snap, snap) bis Z wie Zebra (jump, jump) alle Tiere durchmacht, nicht jeden Tag nur Old MacDonald singen kann. So hat sich mein Schatz an englischen Kindergartenliedern und -reimen in den letzten Tage verzehnfacht und ich bin inzwischen auch mühelos dazu im Stande, die Pausen im nächsten Stusti-Treffen mit unterhaltsamen Spielen zu füllen (“Everybody who’s wearing blue trousers, please stand up and jump ten times!” In China ist mein Favorit allerdings “Everybody with black hair” *g*).
Aber ich will mich nicht beklagen, die Kinder können auch wirklich niedlich sein. Am Ende des ersten Camps (also gestern) sollten sie mir alle ein Feedback schreiben, und wenn man mal davon absieht, dass 90% auch nach fünf Jahren Englisch-Unterricht immer noch bei “You is good teacher” steht, waren sie wirklich goldig. Jedenfalls weiß ich jetzt, was es für ein erhebendes Gefühl ist, Fanpost zu lesen.
Neben dem chinesischen Schulleben lerne ich hier auch das Leben in einer danwei kennen (danweis sind die Arbeitseinheiten, in denen sich unter Mao das gesamte Leben abgespielt hat). Okay, ein 3-Sterne-Hotel mit einer für China höchst ungewöhnlichen Badewanne (normalerweise sind chinesische Bäder so angelegt, dass man gleich das gesamte Bad putzt, wenn man duscht) mag nicht das typische Umfeld sein, aber der Ablauf stimmt schon: um halb sieben Weckruf (leider ohne Hymne!), um sieben Frühstück, um halb acht Abfahrt, das selbe gilt dann auch für Mittagspause und Abendessen (wird natürlich alles gemeinsam eingenommen). Am Anfang wurden wir tatsächlich dazu aufgefordert, uns abzumelden, wenn wir das Hotel verlassen, und uns überhaupt nur zu zweit fortzubewegen – eine Regelung, die sich jedoch nicht richtig durchsetzen konnte. Auch das Arbeitsklima ist durch und durch chinesisch, wir bewerten die Schüler und belohnen sie mit Good-Student-Cards, sie evaluieren im Gegenzug uns. Unsere Vorgesetzten schauen ständig im Unterricht vorbei, Selbstkritik wird nicht explizit gefordert, ist aber gern gesehen. Und sogar die Schüler kennen als Lob nur: “Mach es nächstes Mal noch besser!”. Durchaus gewöhnungsbedürftig. Ebenso wie die Informationspolitik. Meistens erfährt man alles erst, wenn es schon passiert. Wer braucht schon langfristige Planung? So also die Freuden und Leiden eines Lehrers in China..

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Statusbericht

März12

Nur, damit ihr mal wisst, was so los ist … nach einem nicht enden wollenden Frühlingsfest (die letzten Heimat-Urlauber sind vergangenes Wochenende erst zurückgekommen) hat nun das normale Leben wieder seinen Gang aufgenommen. Heute hat die zweite Woche Sprachunterricht angefangen. Ich bin dieses Semester in der Gaoji Ban, dem höchsten Level an der Nan Da (Universität Nanjing), und im Gegensatz zum letzten Semester, wo ich dann ja in den Kurs darunter gewechselt hatte, fühle ich mich jetzt auf diesem Niveau ganz wohl. Wir haben zwar weniger Sprachunterricht (8 statt 11 Stunden), dafür aber mehr Fächer, in denen auch eine intensive Vorbereitung zu Hause gefordert wird. Zusätzlich können wir noch Fächer wie Chinesischer Film, Alte chinesische Geschichte oder Chinesische Malerei belegen.  Ich habe mich erstmal für Kalligraphie entschieden und bin mit meiner Wahl überaus zufrieden. In Trier hatte ich ja im letzten Jahr schon mal etwas Kalligraphie-Unterricht gehabt und dann ein bisschen zu Hause weitergemacht, aber hier ist das doch etwas ganz anderes … dieses Wochenende habe ich schätzungsweise 500 Punkte (das ist der Anfang aller Striche) gemalt und könnte immer noch weitermachen ;-) . Ich bin schon sehr gespannt auf meine nächste Stunde am Donnerstag.

Natürlich mache ich auch mit Erhu-Spielen (oder besser Lernen) weiter. Für alle Ungebildeten ;-) : Erhu ist eine zweisaitige Knie-Geige, die von einem Anfänger gespielt wie Geige klingt, in den Händen eines Profis allerdings durch die unterschiedliche Greiftechnik einen ganz eigenen, sehr chinesischen Klang entwickelt. Mein Lehrer ist Erhu-Spieler mit Leib und Seele und wenn ich ihn spielen höre, vergesse ich alles um mich herum – schon toll, von so jemandem Unterricht zu bekommen.

Neben den schönen Künsten lerne ich natürlich auch fleißig Chinesisch. Mein erster HSK (der chinesische TOEFL) war mit Level 6 (von 8) schon ganz zufriedenstellend, aber da es hier sehr billig ist, den Test zu machen, werde ich wohl im April nochmal mitschreiben. Zu lernen gibt es immer was …

Und nach all der Arbeit hat man sich auch mal ein bisschen xiuxi [Pause machen] verdient. Ende des Monats geht es wahrscheinlich nach Hong Kong, von dem alle, die in den Semesterferien dort waren, so schwärmen, im Mai kriege ich nochmal Besuch (freu mich schon, Fernice Fröhlich), mit dem ich Shanghai, Nanjing, Peking und Xi’an abklappern werde, und Anfang Juni ist ein Auslandstreffen der Stustis in Peking. Dann sind noch knapp drei Wochen Uni und schon ist der offizielle Teil meines Jahres hier in China beendet Traurig. Konkrete Pläne für die Ferien habe ich noch nicht, aber Tibet und überhaupt den Westen Chinas würde ich schon noch gerne sehen …

Shijian guode zhen kuai! [Wie doch die Zeit vergeht ...]

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Watch, bags?

Januar1

Wer nicht nach China kommt, um Ming-Vasen und Jade-Buddhas zu erstehen, der ist sicher auf der Suche nach Waren, die gewissen Originalen nachempfunden sind, aber nur ein Bruchteil des Original-Preises kosten. Mit einem Wort: Fake-Waren. Und nirgends blüht dieses Gewerbe so üppig wie in Shanghai – auch nach Auflösung des berühmt-berüchtigten Xiang Yang-Marktes. Man muss nur wissen, wo man hingehen muss … wenig verwunderlich also, dass einer unserer ersten Wege in Shanghai meine Familie und mich zu einem Museum bzw. dessen näherer Umgebung führte. Auf dem Weg dorthin machte ich mir schon Gedanken, wie ich den Markt nun finden würde, denn sicherlich würde es keine Hinweisschilder geben. Aber mein Sorgen waren umsonst: Schilder gibt es wirklich keine, dafür aber jede Menge „Guides“, die potenzielle Kunden ansprechen und dann in die Geschäftsräumlichkeiten führen. Und ohne Guide ist man tatsächlich auf geschmissen, denn wer würde ahnen, dass sich hinter der Wand des einen Geschäftes ein weiterer Raum befindet, von dem man wiederum durch eine Geheimtür in die eigentliche Schatzkammer kommt? Die ägyptischen Pyramiden sind nichts dagegen.

Von dieser Art Geschäfte gibt es mindestens ein Dutzend und unsere Guides (bald gesellte sich ein zweiter hinzu) warteten geduldig, während wir harte Preisverhandlungen führten, um uns dann zum nächsten zu führen. Einerseits scheinen sie selbstständig zu arbeiten, denn jeder hatte seine eigene Visitenkarte und einer wollte uns auch noch zu einem anderen Markt führen, andererseits sind sie sicherlich am Umsatz beteiligt – überhaupt gehören in diesem Metier wohl alle irgendwie zusammen, denn was der eine nicht hatte, wurde rasch aus dem Lager eines anderen besorgt. Chinesen sind eben Leute mit Geschäftssinn.

So verging der Nachmittag aufs Angenehmste – bis wir in einem Laden aufgefordert wurden, uns ruhig zu verhalten: Polizei, angeblich, um nicht bezahlte Steuern einzutreiben. Wer’s glaubt. Uns wurde jedenfalls versichert, dass uns als Ausländern sowieso nichts passieren würde, und tatsächlich durften wir alle (Verkäufer eingeschlossen) nach einer Weile unbehelligt das Geschäft verlassen, aber ein bisschen mulmig wird einem doch zumute, wenn man hört, wie draußen jemand die Wände abklopft … die Verkäufer ließen sich jedenfalls nicht davon unterkriegen und der Vergleich von dem Ungeheuer, dem man einen Kopf abschlägt, woraufhin ihm sogleich drei neue nachwachsen, trägt sich einem unwillkürlich auf.

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