Daily China

Alles rund ums Reich der Mitte
Browsing Studium in Nanjing

Ich packe meinen Koffer …

März15

Nachdem ich kürzlich wieder selbst in der Situation war, für einen längeren China-Aufenthalt zu packen, wollte ich hier mal eine kleine Liste veröffentlichen mit Dingen, von denen ich denke, dass man sie der Einfachkeit halber wirklich von Deutschland mitnehmen sollte.

Eins vorneweg: China IST ein zivilisiertes Land und wenn man nicht gerade gleich von Anfang an ins hinterste Dorf im Westen reist, dann kann man problemlos vor Ort seinen Hausstand gründen. Bettwäsche und Handtücher sind sehr billig, ebenso wie alle Arten von Schreibwaren (nur Tintenpatronen gibt’s nicht) oder Küchengeräten. Von Klamotten brauchen wir nicht zu reden – wobei man bedenken muss, dass der Einkauf für große Leute abseits des Silk Markets schwieriger werden könnte. Außer Essen gibt es somit nur zwei Gruppen von Dingen, bei denen man einen größeren Vorrat mitnehmen sollte:

Toilettenartikel

Prinzipiell kriegt man alles, was man so tagtäglich braucht, auch in chinesischen Supermärkten. Sehr gut und groß ist die Auswahl bei Shampoo und Duschgel, etwas kleiner bei Cremes aller Art. Eine Tube Handcreme ist so sicher nicht verkehrt, aber man kommt auch ohne aus, wenn man qualitative Abstriche machen kann. Zahnpasta und Zahnbürste gibt’s überall, Zahnseide zumindest bei Watson’s (eine Filiale findet sich in fast allen etwas größeren Städten). Rasierer gibt es für Männlein und Weiblein von den selben Marken wie bei uns auch und das sogar günstiger. Anders sieht die Sache bei Deos aus: nur Nivea und das zu den selben Preisen wie bei uns. Tampons sind quasi nicht erhältlich (außer vielleicht in Peking oder Shanghai), Binden dafür reichlich und in den absurdesten Größen …

Medikamente

Prinzipiell würde man im Krankenhaus (das Prinzip der Arztpraxen scheint sich in China nicht durchgesetzt zu haben) wahrscheinlich die selben Medikamente wie bei uns bekommen, die Sache ist nur, dass man, wenn man sie mal benötigt, meistens nicht in der Lage ist, den langwierigen Prozess von im Krankenhaus anmelden, die richtige Abteilung finden, eine Nummer ziehen, dem Arzt erklären, was man hat, etc. etc. durchzumachen. Wenn man krank ist, kann einem China wirklich tierisch auf die Nerven gehen … deswegen besser vorsorgen mit ein paar grundsätzlichen Medikamenten. Jeder hat ja da seine persönlichen Favoriten und die sollte man dann in ausreichender Zahl mitnehmen. Nicht fehlen darf etwas gegen Übelkeit (ich bin ein Fan von Gastrosil, weil man es dann einfach durchschläft) und etwas Wirksames gegen Durchfall wie z.B. Immodium. Eine Salbe gegen Juckreiz bei Mückenstiche ist auch nicht schlecht (das chinesische Zeug hilft da nicht so richtig). Wer in den Süden reist, sollte sich außerdem mit NoBite (Insektenabwehrmittel) eindecken, um einer Malaria-Infektion schon von Vornherein keine Chance zu geben.
Es gibt keine harten Kontaktlinsen in China, also auf jeden Fall ausreichend Reinigungsflüssigkeit und Behälter mitnehmen!

Telefonieren in China und anderswo

März8

Zur Abwechslung mal wieder etwas Praktisches: wie und wo telefoniere ich am günstigsten von China nach Deutschland?

Emails sind ja gut und schön, aber manchmal sehnt man sich im Laufe seines Auslandsaufenthaltes eben auch nach der sprichwörtlichen Ansprache. Wie vorgehen?

1. Telefonkarten: jedes Kiosk in China verkauft internationale Prepaid-Telefonkarten, die bei einem Wert von 100 Yuan 50-80 Yuan kosten. Von einem Festnetztelefon aus ruft man die Nummer an, die hinten drauf steht, wo es, wenn man Glück hat, einen englischen Service gibt. Dann die gewünschte Nummer eingeben und Raute o.Ä. drücken (das steht auch hinten auf der Karte). Vorteil: volle Kostenkontrolle (bei jedem Anruf der Servicenummer bekommt man angesagt, wieviel Guthaben noch drauf ist); Nachteil: die Karten halten nicht besonders lange, das viele Getippe geht ganz schön auf die Nerven.

2. Vom normalen chinesischen Handy aus: Prepaid-SIM-Karten z.B. für China Mobile kriegt man für etwa 100 Yuan mit Startguthaben ebenfalls an vielen Kiosks; man kann bei China Mobile-Desks, die man in Elektro- oder Supermärkten findet, auch richtige Verträge mit und ohne Grundgebühr abschließen. Dort kann man die Prepaid-Karten dann auch wieder aufladen und sich außerdem erklären lassen, wieviel Auslandsgespräche normalerweise kosten sollten. Vorteil: mobil; Nachteil: relativ teuer (jedenfalls teurer, als einem bei Vertragsabschluss gesagt wurde)

3. VoIP – Skype: Wohl der bekannteste Anbieter. Über SkypeOut kann man per Kreditkarte oder Paypal Guthaben aufladen und dann auch normale Telefone anrufen (Deutschland Festnetz: 2,0ct , Mobil: 23ct). Interessant ist auch die Flatrate für ein bestimmtest Land für 3,39€/Monat, wobei eine eigene Festnetz-Nummer und Anrufbeantworter inbegriffen sind. Vorteil: Chat, Videotelefonie und preisgünstige Flat – alles aus einer Hand; Nachteil: man bezahlt gleich zweimal MwSt. – einmal beim Guthabenkauf, einmal bei den Minutenpreise, was ich echt frech finde; SMS mit 11,7ct relativ teuer.

3. VoIP – Sipgate: Wer eigentlich nur angerufen werden will (oder weniger als 200 Minuten/Monat telefoniert) und dazu eine Nummer braucht, ist bei Sipgate richtig. Bei der kostenlosen Registrierung kann man sich eine Nummer mit beliebiger Vorwahl innerhalb Deutschlands aussuchen. Telefoniert wird über verschiedene Programme wie Phonerlite, deren Konfiguration aber genauestens erklärt wird. Minturenpreise etwas günstiger als bei Skype: Festnezt 1,79ct, Mobil 16,9ct, SMS 9,9ct. Die Festnetzflat ist recht teuer mit 8,90€ und umfasst 14 europäische Länder.

Fazit: ich persönlich habe mich für Sipgate entschieden, weil alle Leute, mit denen ich so telefoniere, sowieso eine Flatrate haben, und ich diese Nummer auch danach behalten konnte, ohne etwas dafür zu zahlen. Wer aber auch selbst mehr anruft, ist mit der Skype-Flatrate sicherlich gut beraten. Die Sprachqualität war bei beiden gleich gut oder schlecht, je nachdem, wie sehr die KP das Internet gedrosselt hatte ;-) .

Auslandskrankenversicherung

Februar25

Ich habe gute Erfahrungen mit der DKV gemacht. Der Tarif liegt zwischen 20 und 30€, was meistens billiger als Versicherungen mit Tagessätzen ist. Die Rückerstattung erfolgt problemlos (auch die der horrenden “Praxisgebühr” für die internationale Klinik).

Ein Wort zur ärztlichen Versorgung: es gibt, glaube ich, keine Arztpraxen wie bei uns, sondern nur Krankenhäuser oder Kliniken (davon hat aber dann z.B. auch die Uni eine). Vom Fachlichen her sind die Ärzte dort eigentlich ganz gut, aber ich hatte oft wegen der Details (sehr veraltete Einrichtung, keine Privatsphäre bei der Untersuchung) wenig Vertrauen in die chinesischen Ärzte und bin dann doch immer lieber in die SOS International Clinic gegangen, bei der man von einem normalen westlichen Hausarzt in gewohnter Umgebung untersucht wird.

Ein Konto in China

Februar25

Wer für längere Zeit im Ausland ist, braucht natürlich eine Möglichkeit, vor Ort schnell und unkompliziert an Geld zu kommen. Prinzipiell ist es als Ausländer recht einfach, z.B. bei der Bank of China eine Konto zu eröffnen (da dies die größte Bank Chinas ist, würde ich, wenn überhaupt, zu ihr raten). Man muss nur mit seinem Reisepass hingehen und sagen, dass man gerne 开一个账户 (ein Bankkonto eröffnen); dann einfach ein paar Formulare ausfüllen und wenig später kriegt man eine Art ec-Karte, mit der man an den Automaten der Bank of China Geld abheben und wohl auch bargeldlos bezahlen kann.

Aber ich würde dennoch jedem davon abraten, ein chinesisches Konto zu eröffnen, wenn er nicht gerade vor Ort Geld einzahlen muss. Alle Rechnungen werden nämlich in China bar bezahlt und Auslandsüberweisungen auf ein chinesisches Konto sind mitunter recht teuer. Alles, was ich in meinem Jahr dort gebraucht habe, war ein kostenloses Online-Konto von der DKB. Darin enthalten ist nämlich eine Visa-Karte, mit der man umsonst überall auf der Welt Geld abheben kann, wenn man das Geld vorher auf ein Guthabenkonto überwiesen hat (+ 500€ “Dispo”). Überall, wo ich bisher war, hat das wunderbar funktioniert und man spart sich auch bei kurzen Aufenthalten die Wechselgebühren. In China akzeptieren allerdings nicht alle Banken Kreditkarten; immer funktioniert hat es bei der Bank of China und fast immer bei der Bank of Communications und der China Construction Bank sowie in Peking und Shanghai bei den lokalen Banken.

Fazit: wenn man nicht gerade einen Job hat, bei dem ein Konto fürs Gehalt braucht, reicht eine solche Visa-Karte (gibt es anscheinend auch bei der Commerzbank) völlig aus. Und anständige Guthabenzinsen gibt es obendrein ;-) .

Chinesisch-Tests III – Für Sekretärinnen und BWLer

Februar20

C-Test (Test of Practical Chinese)

Den schönsten Test habe ich mir bis zum Schluss aufgehoben … er ist der eigentliche Grund, warum ich diese kleine Übersicht entworfen habe. Allein der Name spricht Bände: hat man schon mal so einen sinnlosen Namen für einen Test gehört (Ja, HSK HAT eine Bedeutung, nämlich hanyu shuiping kaoshi, was übersetzt „Chinesisch-Level-Test“ heißt)?? In der Vorstellung heißt es, dass dieser Test vor allem für Leute entworfen wurde, die Chinesisch später in ihrem Beruf anwenden wollen. Dementsprechend würde man also erwarten, dass vor allem Vokabeln aus diesem Business-Bereich abgefragt werden oder zumindest Texte drangenommen werden, die sich vordergründig mit wirtschaftlichen Zusammenhängen o.ä. beschäftigen. Dieser Ansicht war jedoch das HSK-Komitee offensichtlich nicht. Der Test ist zwar anders als HSK (und zudem ein ordentliches Stück schwieriger), aber er hat nicht den geringsten Zusammenhang mit Wirtschaft oder Beruf. Zugegebenermaßen, um den Anschein zu erwecken, dass wirtschaftliches Know-How abgefragt würde, hat man in den Hörverständnis-Teil einige Diagramme und Tabellen eingebaut, aber ganz ehrlich hat auch das mit Wirtschaft nichts zu tun (die Interpretation von Tabellen würde ich als Schlüsselqualifikation ansehen, die man in Deutschland etwa mit Abschluss der mittleren Reife erworben hat), besonders, da im Anfänger-C-Test die Tabellen durch Bildergeschichten ersetzt wurden. Der einzige Teil, der ungewöhnlich ist, ist der dritte Abschnitt des Hörverständnis-Teils, bei dem man Notizen zu einer Rede vervollständigen muss. Allerdings zählt das wohl eher zum Aufgabenbereich einer Sekretärin und nicht zu dem eines ausländischen Managers … Insgesamt halte ich diesen Test für absolut sinnlos und würde ihn am liebsten boykottieren. Allerdings muss man natürlich auch sagen, dass wohl die wenigsten Personalabteilungen in Deutschland und wahrscheinlich auch in China mit den Gegebenheiten des Tests vertraut sind und dass geprüftes Wirtschaftschinesisch durchaus eine besondere Qualifikation darstellt.

Nachtrag: Leider dürfter auch die wenigsten Personaler in Deutschland Chinesisch sprechen – was sie aber müssten, um mein tolles Zertifikat verstehen zu können. Wie kann man so blöd sein, keine Übersetzung (wie beim HSK) mitzuliefern?

Wer sich immer noch nicht hat abschrecken lassen: der C-Test wird im Juni, September und November durchgeführt, anscheinend aber nur in Peking.

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Olympia 2008, die Expo 2010 … bei mir hat aber alles schon viel früher angefangen. Ich habe in der Schule Chinesisch gelernt, weil ich mal etwas Anderes machen wollte und weil ich Asien schon immer interessant fand. Sehr schnell wurde ich sehr sinophil und nach meinem ersten Sprachkurs in Shanghai im Sommer 2004 war mir klar, dass ich zurück will in dieses faszinierende Land – dann aber für länger. 2006 ging mein Traum dann in Erfüllung – für zwei Semester habe ich an der Universität Nanjing Chinesisch studiert, Erhu gelernt, chinesische Freunde gefunden, mich manchmal über den Alltag aufgeregt und bin natürlich im ganzen Land unterwegs gewesen. Meine Erfahrungen – vom Bewerbungsprozess für das China-Programm der Studienstiftung bis hin zu Reiseberichten – habe ich hier (wenn auch nicht immer regelmäßig) niedergeschrieben. Aber damit endet die Geschichte nicht: letztes Jahr war ich während der olympischen Spiele wieder in China und von März bis Mai diesen Jahres habe ich ein zweimonatiges Laborpraktikum in Peking gemacht. Und von 2010 bis 2011 habe ich im eisigkalten Harbin studiert.

Die meisten meiner Kategorien sind selbsterklärend, hier ein paar Hinweise für die übrigen:

Wenn ihr irgendwelche Fragen oder Anmerkungen habt, einfach kommentieren! Ich antworte bestimmt :-) .


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