Daily China

Alles rund ums Reich der Mitte

China Newbies – 中秋节 – Mondfest

Oktober5

Besser spät als nie: 祝你们中秋节快乐!Frohes Mondfest!

Tatsächlich war dieses Fest nämlich schon am Samstag. Wie bereits in meinem Post über chinesische Feiertage geschrieben, ändert sich nach unserem Kalender jedes Jahr das Datum. Man feiert an diesem Tag den besonders runden Herbst-Vollmond – am besten im Kreis der Familie, damit diese auch so rund wie der Mond ist. Rund sind auch die Mondkuchen (月饼 yuè bǐng), die traditionellerweise verschenkt (und manchmal auch gegessen werden): kleine Gebäckstücke, die mit einer süßen Füllung aus Frucht- oder Bohnenpaste gefüllt sind. Ein weiterer wichtiger Bestandteil sind Laternen (bei welchem chinesischen Fest kommen die eigentlich nicht vor?), die Kinder selbst basteln (oft in Hasenform) oder die an öffentlichen Plätzen ausgestellt werden – siehe dazu diese hübschen Fotos von ChinaDaily, die in mir glatt Heimweh nach chinesischer Lichterpracht aufkommen lassen …

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China-Newbies – Feiertage in China

September20

Als ich gerade in dem Artikel über die WDR-Reportage schrieb, dass man Feiertage meiden sollte, fiel mir auf, dass ich darüber überhaupt mal ein paar Worte verlieren sollte. 开始吧!

Feiertage, die nach unserem Kalender immer zur selben Zeit stattfinden, sind der 1. Mai (Tag der Arbeit 五一 wǔ yī) und der Nationalfeiertag am 1. Oktober ( 国庆节 guó qìng jié). Früher war zu beiden  Anlässen eine ganze Woche frei, inzwischen wurde das zugunsten einiger traditioneller Feiertage gekürzt. Diese richten sich jedoch nach dem Mondkalender und ändern sich nach unserem Kalender deswegen jedes Jahr. Das Frühlingsfest (春节 chún jié) findet Ende Januar bis Mitte Februar statt, der Totentag (清明节 qīng míng jié) Anfang April, das Drachenbootfest (端午节 duān wǔ jié) im Juni oder das Mondfest (中秋节 zhōng qiū jié) Ende September, Anfang Oktober. Am Frühlingsfest, dem chinesischen Weihnachten/Neujahr, ist etwa eine Woche frei, an den übrigen Tagen meist ein verlängertes Wochenende.

Warum nun sollte man sich diese Daten merken? Ans Einkaufen braucht man nicht zu denken, denn außer am letzten Abend des Jahres (除夕 chú xī) haben praktisch alle Geschäfte auch an Feiertagen geöffnet. Wichtiger wird das Ganze, wenn man reisen will – vor und an Feiertagen kann es nämlich schwierig werden, Zug- oder Flugtickets zu bekommen. Also so früh wie möglich buchen oder im Falle von Zugtickets: anstellen. Wie das sonst ausgehen kann, könnt ihr hier nachlesen.

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Zum ersten Mal in China – ein paar Klarstellungen

September19

Vor ein paar Tagen kam auf WDR eine Reportage über zwei Familien, die für einige Zeit nach Shanghai ausgewandert sind. Ohne jetzt China-Newbie-Bashing betreiben zu wollen, musste ich bei einigen Kommentaren einfach schmunzeln:

  • Wohnungssuche I: “Die geht nicht, daneben ist ja gleich eine Baustelle, das ist viel zu laut”.” In China im Allgemeinen und in Shanghai im Besonderen findet man kaum Wohnungen, in deren unmittelbarer Nähe KEINE Baustelle ist. Wenn da noch keine ist, kommt eine innerhalb der nächsten sechs Monate. Wenn die Gegend schon zugebaut ist, wird aus-, um- oder aufgebaut. Und dann sind da auch noch Millionen von Autos mit hupwütigen Fahrern … ruhige Wohnungen findet man nur in sterilen Ausländercompounds. Und wer will da schon wohnen?
  • Wohnungssuche II: “Und bis das Hochhaus fertig ist, dauert es ja bestimmt zwei, drei Jahre.” Acht Monate, ein Jahr höchstens. Und genau so lange, bis die ersten Fehler in der Bausubstanz auftreten.
  • Supermarkt: “Wir brauchen nur Milch, Butter, Käse und ein bisschen Aufschnitt.” Ersteres mag noch angehen, aber wenn man nicht gerade in der Metro oder im Carrefour ist, wird’s mit dem Rest schwer. Auch in Shanghai.
  • “Bin grade in der chinesischen Provinz, in Hangzhou.” Kaum noch China-Rundreisen, die Hangzhou auslassen – dass Ausländer dort trotzdem noch bestaunt werden, liegt an den chinesischen Touristen aus der echten Provinz. Das gleiche Phänomen findet man übrigens auch auf dem Tian An Men-Platz in Peking oder auf der Nanjing Lu in Shanghai.
  • “Wegen des Frühlingsfests haben wir heute Urlaub, da besuchen wir doch mal einen Tempel.” Doppelt schlechte Idee. Generell sind an Feiertagen alle größeren Sehenswürdigkeiten zu meiden – am Frühlingsfest aber besonders Tempel, weil alle Gläubigen (und Nichtgläubigen) um Glück fürs neue Jahr bitten wollen.
  • Chinesische Firmenkultur: “Hier wird gemacht, was der Chef sagt. Und die Mitarbeiter glauben auch wirklich, dass der Chef alles weiß.” Chinesische Mitarbeiter widersprechen ihren Chefs nicht direkt, aber das ist auch schon alles. Ansonsten halten sie von ihm genauso viel oder wenig, wie deutsche Mitarbeiter von dem ihren.

Die Reportage kann man übrigens hier herunterladen.

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Krankenhausbesuche in China und im Westen

September17

In diesen interessanten Artikel von Shanghai Scrap vergleicht der Autor die chinesische und die amerikanische Art der Gesundheitspflege in Krankenhäusern. Er hat dabei etwas in Worte gefasst, was mir bisher nur unterbewusst klar war: in chinesischen Familien ist es üblich, dass sich die ganze Familie um jemanden kümmert, während er im Krankenhaus ist. Meine persönlichen Erfahrungen mit chinesischen Krankenhäusern beschränken sich glücklicherweise auf kurze Visiten (statt eines Besuches beim Hausarzt, solche gibt es nämlich in China nicht). Aber jetzt, wo ich darüber nachdenke, fällt mir auf, dass in chinesischen Büchern und Filmen immer jemand am Krankenbett wacht.

Der Autor des Artikels kommt zu dem Schluss, dass diese Art der Pflege für die Patienten besser ist – Ärzte seien aufmerksamer, wenn man weiß, dass man ihnen auf die Finger guckt. Vom psychologischen Effekt für den Patienten mal gar nicht zu reden.

Natürlich hat er da irgendwie recht. Gerade bei Kindern ließen sich sicherlich sehr viele kleine Probleme lösen, wenn ein Elternteil oder eine andere Vertrauensperson ständig da wäre. Andererseits tun die Chinesen das ja nicht nur, weil sie an den Zusammenhalt der Familie glauben, sondern auch, weil die Versorgung in Krankenhäusern schlecht ist und Kontrolle nötig, wenn man weiß, dass einem hinterher keine rechtlichen Möglichkeiten zur Verfügung stehen, um sich gegen ärztliche Kunstfehler zu wehren.

Und dann muss man auch noch sagen, dass chinesische Krankenhäuser (und das habe ich selbst bei meinen Kurzbesuchen als sehr unangenehm empfunden) nicht gerade ein Hort der Ruhe und Reinlichkeit sind. Wie auch, wenn in einem Krankenzimmer für zwei Patienten zwei Großfamilien wohnen?

Also ja zu mehr Beteiligung der Familie an der Krankenpflege – aber alles in Maßen, bitte. Und selbst da würde man in Deutschland, wo strenge Besuchszeiten herrschen, wohl auf deutlichen Widerstand der Schwestern und Ärzte stoßen. Ein Laie, der sich anmaßt, etwas über den Gesundheitszustand seines Angehörigen zu wissen – so etwas wird hierzulande nicht gerade gern gesehen.

Shanghai Scrap » Culture Sample: what Americans might learn from Chinese health care..

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Ni shi xinjiang ren ma? Sind Sie aus Xinjiang?

September11

Eine Frage, die einem Chinesisch sprechenden Ausländer oft gestellt wird. Ganz gleich, ob er nun wie ich einen asiatischen Einschlag hat oder völlig blond ist: Xinjiang, das ist für einen Han-Chinesen Ausland und da sehen die Leute völlig anders aus. Dass man dort Chinesisch spricht, ist auch die einzige Verbindung zum Rest des Reiches. Immerhin das traut man den Xinjiangern noch zu – wohingegen es für den Durchschnittschinesen völlig unvorstellbar ist, dass auch Ausländer anständig Chinesisch lernen können.

An sich ist diese Art von Vorurteil gegenüber Xinjiangern ja nicht besonders schlimm (sie sehen tatsächlich anders als Han-Chinesen aus), aber solche Sachen bilden die Grundlage für viel größere Missverständnisse. Und dazu passt auch diese kleine Anekdote, die mir, als ich den Artikel über Xinjiang schrieb, wieder eingefallen ist:

Ich sitze in Peking im Labor und mache meine Versuche. Ein Firmenvertreter guckt herein und fragt mich, ob ich Interesse an Artikel xy hätte.

Ich: “Ich bin dafür nicht verantwortlich.”
Er: “Das dachte ich mir schon, du bist ja auch aus Xinjiang.”

Diese Logik muss man sich mal geben: nicht etwa, weil ich ein dummer Ausländer bin (daran ist man ja gewohnt), nein auch als Xinjianger ist es ausgeschlossen, dass man oben in der Hierarchie steht … ich hoffe nur, dass er später noch Sarah getroffen hat – ihres Zeichens Britin, potenzielle Xinjiangerin (da sie fließend Chinesisch spricht) UND Laborleiterin ;-) .


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