Daily China

Alles rund ums Reich der Mitte
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August27

Love it, hate it … it’s China, anyway.

April22

Hate it …

… wegen viereckiger, flacher Spülbecken, in denen aus physikalischen Grundsätzen der Dreck stehen bleibt.

… weil man sich nicht einfach im Internet über irgendwas informieren kann – lieber besser mal anrufen, denn alles ändert sich ständig.

… weil es keine Rechnung mit Bankeinzug gibt, sondern man am Monatsanfang bzw. –ende zu Strom- und Gasanbietern, Internetprovider, Telefongesellschaft – you name it – oder den entsprechenden Banken gehen und vor Ort bezahlen muss.

… Flexibilität ist woanders. Heizung aus am 15. März (stadtweit), Klimaanlage an Mitte Juni. Ohne Rücksicht auf solche Nebensächlichkeiten wie das Wetter.

… weil es dreckig ist. Und ich meine nicht, dass auf den Straßen Müll herumliegt (das ist tatsächlich sehr selten der Fall), sondern wir sprechen von Fein-, Kohle-, Betonstaub und Sand, der auch geschlossene Fenster durchdringt und den Boden deiner Wohnung jeden Tag aufs Neue schwärzt (wörtlich zu nehmen), egal, wie oft du putzt.

Love it …

… weil es überall heißes Wasser gibt, um sein Teeglas aufzufüllen.

… wegen der unglaublichen Auswahl an Schreibwaren. Ehrlich, man schon sehr abgefeimt sein, um nicht stundenlang in den entsprechenden Läden zu versumpfen!

… ein Pläuschchen hier, ein netter Tratsch da. 小热闹 eben.

… Maniküre, jede Woche. Und viiieel abwechslungsreicher als bei uns!

… je mehr Feiertag, desto länger die Öffnungszeiten. Sonntagsruhe? Hier unbekannt.

Oder anders gesagt:

Du gehst raus, wirst fast erschlagen von der Hitze, schwingst dich trotzdem auf dein Fahrrad, tauchst ein in das volle Leben, überall ist etwas los, an jeder Ecke etwas zu entdecken. Du atmest einmal tief ein (und hustest wahrscheinlich) und sagst dir: Das, das ist China. Und ich bin mittendrin statt nur dabei.

Wer möchte dieses Gefühl missen??

KFC in der PRC

April19

Nach der Öffnungspolitik haben die Chinesen auch die Freuden des Fast Foods westlicher Art kennengelernt. Das Erstaunliche ist, dass Kentucky Fried Chicken, das in Deutschland allerhöchstens eine Nischenposition für England-Freunde besetzt, in China gleichauf mit McDonald’s ist – ich würde sogar sagen, dass man außerhalb der Großstädte eher einen KFC als einen Mäckie findet. Woran liegt das? Zum einen hat man sich essenstechnisch sehr an den heimischen Markt angepasst – in Deutschland ist das Fleisch deutlich weniger fett (ehrlich gesagt wusste ich gar nicht, dass es so fettes Hühnchen überhaupt gibt …). Und zum anderen hat man sich in den Dienst des neuen Vaterlandes gestellt: so heißt es im Slogan auf der Tablettauflage:

Gesund genießen, sicher essen – sich für China verändern und ein neue Art des Fast Food schaffen!

Da kann ich nur mit McDo kontern – ich liebe es, wie man in China auch den Konsum von Fast Food zu einer nationalen Aufgabe gestalten kann.

Was dir nur in China passiert

April12

Situation 1:
Entgegen meiner Gewohnheit kaufe ich vor dem Supermarkt bei einem fliegenden Händler Erdbeeren; normalerweise sieht man dem Obst nämlich schon im Vorbeigehen an, dass es nicht so toll ist, aber diese Erdbeeren sind zur Abwechslung mal richtig rot (aus irgendeinem Grund bevorzugen Chinesen nämlich anscheinend halbreife Erdbeeren, so dass man bei vielen Ständen nur so arme grünliche Dinger angedreht bekommt). Acht Yuan (~0,90€) für ein Pfund ist nicht teuer; ich kaufe nur ein paar für die Zugfahrt und zahle vier Yuan. Anschließend gehe ich doch noch wegen Tomaten zur Obsthändlerin. Die sieht meine Erdbeeren und reißt mir quasi die Tüte aus der Hand, um sie nochmal nachzuwiegen. Das Ergebnis: der Typ hätte mich betrogen, ich hätte noch nicht mal drei Yuan zahlen dürfen! Und von schlechter Qualität seien sie obendrein … nächstes Mal sollte ich doch besser zu ihr kommen. Nicht, dass ihr das falsch versteht – sie hat das wirklich nett gemeint und war nicht nur hinter dem Geschäft her. Aber ein Yuan hin oder her … der größte Witz war jedoch, dass die Erdbeeren ganz hervorragend waren – bestimmt besser als ihre grünen *rofl*.

Situation 2:
Wie jeden Morgen nehme ich auf dem Weg ins Labor meinen Müll mit nach unten. Die Aufzugsfrau (zu der muss ich nochmal gesondert was schreiben, an dieser Stelle sei nur erwähnt, dass ihre Aufgabe darin besteht, morgens und abends im Aufzug die Knöpfe zu drücken) betrachtet meinen Beutel ganz interessiert, fragt dann, ob ich das wegwerfen will, und zieht nach meinem Bejahen zwei leere Wasserflaschen daraus hervor. Zur Erklärung: in China gibt es kein Pfand, dafür aber genug Leute, die ihren Lebensunterhalt mit dem Aufsammeln leerer Flaschen und dem anschließenden Verkauf als Recycling-Gut verdienen. Weil ich diesen Menschen nicht ihre Lebensgrundlage rauben will, schmeiße ich meinen Flaschen brav weg – die Aufzugsfrau hatte da wohl weniger Bedenken oder aber ihr Lohn ist wirklich sehr niedrig …

Situation 3:
Ich suche im Yashow (bekannter Fakemarket) nach einer ganz bestimmten Markentasche, die es anscheinend nirgends mehr gibt. In einem Laden aber setzt das Mädchen alle Hebel in Bewegung, um sie für mich aufzutreiben, und lässt sie schließlich von einem Bekannten herüberschicken. Laut eigener Aussage (auf die man wahrscheinlich nicht viel geben kann, aber sie machte wirklich einen netten Eindruck) hat sie an der ganzen Aktion nichts verdient (für die Qualität habe ich tatsächlich nicht viel gezahlt), wollte mir aber gerne helfen. Und anschließend nimmt sie mich noch zum Essen ins oberste Stockwerk mit, wo die Angestellten deutlich günstiger als die Kunden essen, stellt sicher, dass ich zum billigen Tarif esse (so habe ich ganze acht Yuan gespart, nachdem ich eben eine Tasche, die ich nicht brauche, für 550 Yuan gekauft habe *rofl*), und gibt mir ihre Handynummer, damit ich sie anrufen kann, wenn ich nach der Arbeit mal plaudern will. Sie sind soo süß …

ZDF.de – Fußgänger in Gefahr

April8

Ein schon etwas älterer Artikel, aber am Verkehrszustand in Peking hat sich nichts geändert:

ZDF.de – Fußgänger in Gefahr.

Sehr empfehlenswert auch der Videobeitrag dazu.

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Olympia 2008, die Expo 2010 … bei mir hat aber alles schon viel früher angefangen. Ich habe in der Schule Chinesisch gelernt, weil ich mal etwas Anderes machen wollte und weil ich Asien schon immer interessant fand. Sehr schnell wurde ich sehr sinophil und nach meinem ersten Sprachkurs in Shanghai im Sommer 2004 war mir klar, dass ich zurück will in dieses faszinierende Land – dann aber für länger. 2006 ging mein Traum dann in Erfüllung – für zwei Semester habe ich an der Universität Nanjing Chinesisch studiert, Erhu gelernt, chinesische Freunde gefunden, mich manchmal über den Alltag aufgeregt und bin natürlich im ganzen Land unterwegs gewesen. Meine Erfahrungen – vom Bewerbungsprozess für das China-Programm der Studienstiftung bis hin zu Reiseberichten – habe ich hier (wenn auch nicht immer regelmäßig) niedergeschrieben. Aber damit endet die Geschichte nicht: letztes Jahr war ich während der olympischen Spiele wieder in China und von März bis Mai diesen Jahres habe ich ein zweimonatiges Laborpraktikum in Peking gemacht. Und von 2010 bis 2011 habe ich im eisigkalten Harbin studiert.

Die meisten meiner Kategorien sind selbsterklärend, hier ein paar Hinweise für die übrigen:

Wenn ihr irgendwelche Fragen oder Anmerkungen habt, einfach kommentieren! Ich antworte bestimmt :-) .


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