Daily China

Alles rund ums Reich der Mitte

China in 5 Geräuschen

September23

Wenn man aus China zurück nach Deutschland kommt, ist das Auffälligste (neben der Abwesenheit von Menschenmassen, natürlich) die Stille, die einen plötzlich umgibt. In jeder größeren chinesischen Stadt ist man von einem beständigen Lärmteppich umgeben. Gehupe, quietschende Bremsen, alle Arten von Ansagen, die in der Dauerschleife laufen, Pekingoper vom Nachbarn, das Gezische von Garküchen … deswegen habe ich für euch hier mal die prominentesten zusammengestellt. Die, an denen ich auch mit geschlossenen Augen erkenne, dass ich wieder in meinem Lieblingsland bin.

Baulärm: wenn man in einem Compound wie dem unseren wohnt, wird immer irgendeine Wohnung renoviert. Und irgendwie klingt es immer so, als ob es genau die über einem wäre.

Grillen: im Sommer bevölkern sie zu tausenden die innerstädtischen Bäume und verursachen einen Geräuschpegel, der mich anfangs daran zweifeln ließ, dass es sich um echte Insekten handelt. Bis ich dann mal eines von den Mordsviechern zu sehen bekam. Und irgendwie trägt ihr Gesäge (von Zirpen kann man nicht mehr sprechen) auch zum Flair bei.

Alarmanlagen von Mopeds und Elektrofahrrädern: prinzipiell ist die Idee einer auditiven Diebstahlsicherung ja nicht verkehrt. Nur herrscht in chinesischen Städten ein solcher Dauerlärm, das niemand auch nur den Kopf hebt, wenn irgendwo das Dauergehupe in verschiedensten Schattierungen losgeht. Erschwerend kommt hinzu, dass sich die Alarmanlagen gegenseitig auslösen – viel Spaß allen, die neben einem gut genutzten Parkplatz wohnen (wie ich in Nanjing).

Jingle Bells und andere Weihnachtslieder: Chinesen haben Weihnachtslieder als den Inbegriff westlicher Musikkultur definiert und spielen sie deswegen gerne und häufig, unabhängig der Jahreszeit, auch an den ungewöhnlichsten Orten. So verkündet unsere Waschmaschine das Ende des Waschvorgangs nicht etwa mit einem simplem Pieps, sondern, ihr erratet es – mit den ersten Takten von Jingle Bells.

Das Geräusch, mit dem sich Chinesen zum Spucken bereitmachen: ja, das ist eklig und deswegen werde ich jetzt auch nicht weiter ins Detail gehen. Aber jeder, der schonmal in China war, weiß, wovon ich rede. Alle anderen: hinfahren!

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Olympia 2008, die Expo 2010 … bei mir hat aber alles schon viel früher angefangen. Ich habe in der Schule Chinesisch gelernt, weil ich mal etwas Anderes machen wollte und weil ich Asien schon immer interessant fand. Sehr schnell wurde ich sehr sinophil und nach meinem ersten Sprachkurs in Shanghai im Sommer 2004 war mir klar, dass ich zurück will in dieses faszinierende Land – dann aber für länger. 2006 ging mein Traum dann in Erfüllung – für zwei Semester habe ich an der Universität Nanjing Chinesisch studiert, Erhu gelernt, chinesische Freunde gefunden, mich manchmal über den Alltag aufgeregt und bin natürlich im ganzen Land unterwegs gewesen. Meine Erfahrungen – vom Bewerbungsprozess für das China-Programm der Studienstiftung bis hin zu Reiseberichten – habe ich hier (wenn auch nicht immer regelmäßig) niedergeschrieben. Aber damit endet die Geschichte nicht: letztes Jahr war ich während der olympischen Spiele wieder in China und von März bis Mai diesen Jahres habe ich ein zweimonatiges Laborpraktikum in Peking gemacht. Und von 2010 bis 2011 habe ich im eisigkalten Harbin studiert.

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