Daily China

Alles rund ums Reich der Mitte

Ein typisch chinesisches Wochenende mit Freunden

September21

Eines meiner Hauptanliegen bei diesem Aufenthalt in China war, ein bisschen Zeit mit unseren Freunden in und um Shanghai zu verbringen und deswegen durfte natürlich auch ein Ausflug mit meiner besten Freundin und ihrer Familie nicht fehlen. Als Ziel hatten wir uns Wuxi ausgesucht, eine 6 Mio.-Stadt mit großer wirtschaftlicher Bedeutung, die am Ufer des Taihu-Sees liegt. Dieser ist der drittgrößte Binnensee Chinas mit einer Fläche von 2200 Quadratkilometern, aber ich gebe zu, dass er mich nicht übermäßig beeindruckt hat. Zu viele Hochhäuser an den Ufern und zu viel Dunst, um wirklich Flair hervorzurufen … und noch dazu war auch nicht gerade wenig los, wie man auf dem unteren Bild sehen kann.

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Wir waren insgesamt zu acht, neben meiner Freundin samt war noch eine Freundin von ihr mit Familie dabei. Die fungierten sozusagen als Tour Guides, da sie ganz in der Nähe wohnen. Und wie bei Chinesen üblich, kamen sie als “Gastgeber” auch für einen Großteil der Unternehmungen inkl. Hotel auf – nach Sichtweise der Chinesen nimmt nämlich der Gast schon die Mühe auf sich, jemanden zu besuchen, weswegen der Gastgeber dann dafür sorgt, dass es ihm an nichts fehlt.

Und es fehlte uns wirklich an nichts – abends stand nämlich erstmal Hotpot auf dem Programm. Wörtlich übersetzt Feuertopf, handelt es sich um ein äußerst populäres Gericht aus Sichuan, bei dem in heißer Brühe Fleisch, diverse Tierteile und Gemüse direkt am Tisch in einem großen Topf gegart werden. Diverse Tierteile sage ich deswegen, weil wir diesmal bestellt haben, was Chinesen eben so gerne essen: Entenblut, Entendarm, Luftröhre vom Schwein, Kutteln … letzteres war die Spezialität des Restaurants und wer schon immer mal sehen möchte, wie ein Stück roher Blättermagen appetitlich wie ein frischer Burger ins Bild fällt, dem sei das Werbevideo des Restaurants empfohlen Smiley mit geöffnetem Mund .

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Mein persönlicher Favorit ist und bleibt Schweinehirn. Das aßen selbst von unseren Freunden nicht alle, aber ich fand die Konsistenz jedenfalls deutlich akzeptabler als die Luftröhre. Auch wenn es auf dem Teller einfach verboten nach Halloween aussieht Zwinkerndes Smiley

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Abends ging es dann noch zu einer ziemlich cool gestalteten Bar- und Restaurantmeile, aber die Kiddies wurden nach dem langen Tag allmählich müde und deswegen ging es dann doch bald wieder zurück ins Hotel.

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Am nächsten Tag stand nach dem erstaunlich üppigen Frühstücksbüffet (unser Zimmer war auch echt schön und hatte sogar eine Badewanne – sonst eher eine Seltenheit in China) ein Ausflug zum Großen Buddha am Lingshan auf dem Programm. Schöne Parkanlage und die weltgrößte Bronze-Buddha-Statue. Ein lustiges Bild mit selbiger durfte natürlich nicht fehlen (und seid versichert, dass ich mir die Position von den Chinesen abgeguckt habe):

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Was dagegen eher seltsam anmutete, war der Brahma Palast. Im Stile einer Kirche erbaut, ist im Inneren das Leben Buddhas in Gemälden dargestellt – was den Audioguide zu der Ansage verleitet, dass es sich hierbei um den chinesischen Louvre handelt. Nun ja … in Anbetracht der Deckengemälde könnte man eher ein Verwandtschaft zur Sixtinischen Kapelle vermuten, nur dass die nicht mit blau-gelb-blinkender Discobeleuchtung ausgestattet ist.

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Zum Abendessen ging es dann noch in ein Restaurant, das der bekannte Schriftsteller Han Han gegründet hat. Interessante Fusion Cuisine – Quesadillas mit Pekingente klingt erstmal merkwürdig, ist aber ganz lecker.

Insgesamt hatten wir wirklich ein sehr nettes und erholsames Wochenende – und es gibt niemand Geduldigeren, aber gleichzeitig Strengeren als Kinder als Sprachpartner Zwinkerndes Smiley

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Olympia 2008, die Expo 2010 … bei mir hat aber alles schon viel früher angefangen. Ich habe in der Schule Chinesisch gelernt, weil ich mal etwas Anderes machen wollte und weil ich Asien schon immer interessant fand. Sehr schnell wurde ich sehr sinophil und nach meinem ersten Sprachkurs in Shanghai im Sommer 2004 war mir klar, dass ich zurück will in dieses faszinierende Land – dann aber für länger. 2006 ging mein Traum dann in Erfüllung – für zwei Semester habe ich an der Universität Nanjing Chinesisch studiert, Erhu gelernt, chinesische Freunde gefunden, mich manchmal über den Alltag aufgeregt und bin natürlich im ganzen Land unterwegs gewesen. Meine Erfahrungen – vom Bewerbungsprozess für das China-Programm der Studienstiftung bis hin zu Reiseberichten – habe ich hier (wenn auch nicht immer regelmäßig) niedergeschrieben. Aber damit endet die Geschichte nicht: letztes Jahr war ich während der olympischen Spiele wieder in China und von März bis Mai diesen Jahres habe ich ein zweimonatiges Laborpraktikum in Peking gemacht. Und von 2010 bis 2011 habe ich im eisigkalten Harbin studiert.

Die meisten meiner Kategorien sind selbsterklärend, hier ein paar Hinweise für die übrigen:

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