Daily China

Alles rund ums Reich der Mitte

Kaffeeflug …

Oktober31

Wenn das Flugticket billiger als der Zug ist, dann kann eben doch was nicht stimmen.

Seit Mai bin ich fest entschlossen gewesen, mir die Expo anzuschauen, sobald ich in China bin. Was ich dabei nicht bedacht hatte, war, dass Harbin wirklich weeeeeit ab vom Schuss liegt. Und so gerne ich auch Zug fahre, mehr als 30 h sind für einen Kurztrip einfach 20 h zu viel. Wie passend, dass das billigste Flugticket auf dem gern genutzten Portal Qunar nur 100 Yuan (~ 10 €) teurer als die Fahrt im Hard Sleeper war!

Das Buchungsverfahren war denn auch kompliziert genug: Kreditkarten sind auch im chinesischen Internet noch nicht verbreitet, also musste ich das Ganze über das Konto eines Freundes abwickeln. Diese simple Transaktion nahm im Endeffekt zwei Stunden in Anspruch, weil er dreimal sein Passwort ändern und extra Software auf meinem Rechner installieren musste (und von der Sicherheit bin ich trotzdem nicht überzeugt …).

Letztendlich war alles unter Dach und Fach und am Flughafen bekam ich ohne Probleme mein Ticket ausgestellt. Weil mein Flug von 20.00 bis 23.00h gehen sollte, freute ich mich einfach auf drei Stunden ungestörten Schlafs. Tja, an Bord fand ich dann allerdings heraus, warum diese Airline soviel Rabatt auf ihre Tickets gewährte … Man hatte das Konzept der Kaffeefahrt auf eine Flugreise angewandt! Und noch ein bisschen sinisiert, was im Klartext heißt, dass wir die erste Stunde non-stop mit Super-Sonder-Greifen Sie sofort zu-Einmalige Chance-Angeboten für so sinnvolle Artikel wie Passwort-Merker, Massagegeräte oder Haibao-Schoki (Maskottchen der Expo) zugemüllt wurden. Der Hamburger Fischmarkt ist eine Meditationsoase gegen diese Geräuschkulisse … Der Witz ist, dass die Leute tatsächlich etwas gekauft haben!!  Nach dem Mindestumsatz bzw. einer Stunde hatte die Folter ein Ende, was aber nichts daran änderte, dass es sich bei den Knöpfen für die Rückenlehne um Fakes handelte und man in Wahrheit gar nichts verstellen konnte. Man nehme hinzu, dass die Sitzplätze wirklich sehr sparsam bemessen waren (siehe Foto) und kann sich dann leicht vorstellen, dass auch der ruhige Teil des Flugs nicht wirklich gemütlich war.

Aber es bleibt dabei, dass der Flug unschlagbar günstig war. Das gesparte Geld kann man ja dann sinnvollerweise in sehr gut abdichtende Kopfhörer und einen lautstarken Mp3-Player investieren ;) .

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Olympia 2008, die Expo 2010 … bei mir hat aber alles schon viel früher angefangen. Ich habe in der Schule Chinesisch gelernt, weil ich mal etwas Anderes machen wollte und weil ich Asien schon immer interessant fand. Sehr schnell wurde ich sehr sinophil und nach meinem ersten Sprachkurs in Shanghai im Sommer 2004 war mir klar, dass ich zurück will in dieses faszinierende Land – dann aber für länger. 2006 ging mein Traum dann in Erfüllung – für zwei Semester habe ich an der Universität Nanjing Chinesisch studiert, Erhu gelernt, chinesische Freunde gefunden, mich manchmal über den Alltag aufgeregt und bin natürlich im ganzen Land unterwegs gewesen. Meine Erfahrungen – vom Bewerbungsprozess für das China-Programm der Studienstiftung bis hin zu Reiseberichten – habe ich hier (wenn auch nicht immer regelmäßig) niedergeschrieben. Aber damit endet die Geschichte nicht: letztes Jahr war ich während der olympischen Spiele wieder in China und von März bis Mai diesen Jahres habe ich ein zweimonatiges Laborpraktikum in Peking gemacht. Und von 2010 bis 2011 habe ich im eisigkalten Harbin studiert.

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