Die Schöne heiratet das Biest – weil es reich ist
ChinaSMACK brachte vor kurzem einen Artikel, in dem es um Heiraten aus einem Sicherheitsbedürfnis heraus geht. Ausgangspunkt bildet eine chinesische Legende, bei der das Mädchen Xi’er sich einem reichen Gutsherrn verweigert und stattdessen zwei Jahre in bitterster Armut verbringt, bevor ihr Geliebter sie endlich retten und rächen kann. Vor Kummer sind inzwischen ihre Haare jedoch völlig weißgeworden, weswegen ihre Geschichte als die Geschichte des weißhaarigen Mädchens bezeichnet wird.
Laut dem Artikel sehen sich einige chinesische Studentinnen heute in der selben Lage – sie aber würden lieber ein liebloses, dafür sicheres und sorgloses Leben führen und sich in einer solchen Situation für den Gutsherrn entscheiden. In den Kommentaren, die ChinaSMACK übersetzt hat, wurde diese Einstellung von den meisten Netizens getadelt, allerdings machte sich auch hier ein gewisser Pragmatismus deutlich.
Aus meiner persönlichen Erfahrung muss ich sagen, dass junge Chinesen eigentlich recht romantisch sind – und gerade die Mädchen lassen sich von ihren Freunden wirklich gerne verwöhnen. Beliebtes Zeichen der Zuneigung: der Mann trägt sogar ihre Handtasche
. Ob also wirklich ein Großteil dieser Generation auf das persönliche Glück verzichten würde, nur um finanziell abgesichert zu sein? Auf dem Land kann mich eine Haltung eher vorstellen, aber selbst wenn es den jetzigen Studenten schwer fällt, gleich einen Job zu finden, so sehen sie sich doch in den seltensten Fällen einem Absturz gegenüber, der eine solche Tat rechtfertigen würde. Was jedoch sicher mit eine Rolle spielt, ist die Panik vieler Eltern, wenn die Kinder mit Ende 20 noch nicht unter der Haube sind – hier wird dann bei der Partnerwahl natürlich viel auf den Status geguckt. Nichtsdestotrotz würde ein so großer Altersunterschied, wie er bei der Geschichte vom weißhaarigen Mädchen vorkommt, wohl trotzdem nicht gebilligt werden.