Warum chinesische Autoren nicht den Literaturnobelpreis gewinnen
Mit dieser Frage beschäftigt sich heute ein Artikel auf Fool’s Mountain Blog. Neben dem Europazentrismus des Komitees und der Fokussierung auf das schnelle Geld bei vielen chinesischen Autoren wird als Grund auch die Zensur in China genannt – und dass es den Zensoren gar nicht so recht wäre, wenn der Nobelpreis tatsächlich nach China ginge:
Der glückliche Kerl würde zu einer internationale Berühmtheit werden. Wie können wir [die Abteilung für Öffentlichkeitsarbeit] dann noch kontrollieren, was er oder sie sagt und tut? Würde er den Staat nicht blamieren? In kulturellen Angelegenheiten geben die Anstandswauwaus nur vor, dass sie hundert Blumen blühen lassen und hundert Stimmen hören* wollen. In ihrem tiefsten Inneren lieben sie unfehlbare Einheit (auch “Harmonie” genannt).
In den Kommentaren wird außerdem darauf hingewiesen, dass das chinesische Publikum andere Themen bevorzugt. Chinesische Literatur, selbst, wenn sie gut übersetzt ist, fasst auf dem westlichen Markt nur schwer Fuß. Aber vielleicht wird sich das ja nach der Buchmesse in Frankfurt ändern?
* Bekanntes Zitat Maos, mit dem er zu Kritik auch an der Regierung aufrief. Nach kurzer Zeit machte er jedoch einen Rückzug, was zu einer blutigen Kampagne gegen Reaktionäre führte.
