Daily China

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Was wir aus den Xinjiang-Vorfällen lernen können

September9

Seit den Vorfällen in Xinjiang wurde viel zum Konflikt zwischen Uiguren und Han-Chinesen geschrieben und weil darunter auch viel Schlechtes war, habe ich nach einer Weile um dieses Thema einen großen Bogen gemacht. Vor ein paar Tagen bin ich allerdings auf einen Artikel gestoßen, dessen Schlussfolgerungen ich voll und ganz zustimme, weil es dem entspricht, was ich in der letzten Zeit in Diskussionen mit chinesischen Freunden herausgefunden habe.

Der Autor, ein in Shanghai lebender Ausländer, kommt zu dem Schluss, dass der Konflikt zwischen Uiguren und Han-Chinesen hauptsächlich auf Missverständnissen beruht. Während Han-Chinesen durch die Berichterstattung der regierungsgesteuerten Medien vermittelt wird, dass man alles tun würde, um den Minderheiten entgegenzukommen (vereinfachter Zutritt zu Universitäten, Lockerung der Ein-Kind-Politik, besondere Nachsicht bei Straftaten), wird dort geflissentlich übergangen, wie der Alltag für Uiguren aussieht: der Schulunterricht findet ausschließlich auf Mandarin statt (was ihn unglaublich erschwert, wenn man aus einer anderssprachigen Familie kommt), Besuche in der Moschee sind erst ab 18 gestattet, zahlreiche alte Viertel werden abgerissen. Natürlich haben die beiden letzten Punkte nichts mit der ethnischen Zugehörigkeit zu tun, sondern treffen in vielen Fällen alle chinesischen Staatsbürger als Folge der Missachtung der MR durch die Zentralregierung. Aber Menschen pauschalisieren nun einmal gerne und da die Berichterstattung in diesem Bereich nicht gerade offen ist, kann man verstehen, dass sich die Uiguren als Diskriminierungsopfer sehen. Umgekehrt halten dann eben die Han-Chinesen die Uiguren für undankbar und so kommt man in einen Teufelskreis, der nur schwer zu durchbrechen ist.

Die wichtigste Maßnahme wäre demnach, das Verständnis zwischen den verschiedenen Völkern Chinas durch mehr als bloße Stereotypen-Wiedergabe zu fördern. Das allerdings ist ein Mammut-Projekt, denn nichts hält sich so gut wie ein ordentliches Vorurteil – besonders, wenn es zu solch schwerwiegenden Vorfällen kommt, wo jeder gleich dabei ist, dem Anderen die Schuld zu geben. Außerdem erscheint mir das Engagement der Zentralregierung in diesem Punkt eher zweifelhaft, immerhin müsste man da gegenüber Uiguren zugeben, dass man auch anderswo in China Fehler macht – nicht gerade die Stärke der “aufgeklärten Autokratie” in Peking.

Lessons from Xinjiang: The Deep Roots | CHINAYOUREN.

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One Comment to

“Was wir aus den Xinjiang-Vorfällen lernen können”

  1. On September 11th, 2009 at 16:16 Ni shi xinjiang ren ma? Sind Sie aus Xinjiang? | Daily China Says:

    [...] viel größere Missverständnisse. Und dazu passt auch diese kleine Anekdote, die mir, als ich den Artikel über Xinjiang schrieb, wieder eingefallen [...]

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