Peking im Sommer
Vor weniger als einer Woche saß ich hier noch in meinem kuschligen Hello Kitty-Plüschanzug mit passender Decke und musste zwischendrin immer wieder meine rechte Hand aufwärmen, die durch das Arbeiten mit der Maus eingefroren war. Heute dagegen herrschen in Peking Ferien in Italien-Verhältnisse – ich bereue, dass ich noch keine Flip-Flops gekauft habe und werde morgen vielleicht sogar einen Rock anziehen (ohne Strümpfe, versteht sich, bei 25°C!). Und in noch einer Woche werde ich wahrscheinlich die Wohnung nicht mehr ohne Fächer und Handtuch verlassen. Schon verrückt, dieses Landklima. Auf meinen ersten richtigen Sandsturm warte ich hingegen immer noch, nur an meinem ersten Tag hier war der Himmel etwas gelblich.
Im Labor läuft es so durchwachsen, habe heute mit neuen Primern nochmal von der PCR aus angefangen – mal sehen, ob ich überhaupt irgendwelche Ergebnisse kriege, die ich in meinem Abschlussvortrag präsentieren kann *g*.
Dafür hat sich das Problem mit meiner Waschmaschine sehr erfreulich gelöst: meine Vermieterin saß heute mit dem Hausmeister eine Stunde lange davor und hat mir anschließend bestätigt, dass die Maschine ordnungsgemäß funktioniert. Ich hätte wohl irgendwas falsch eingestellt … mir soll’s recht sein. Nebenbei haben sie auch noch den Verlängerungsschlauch anständig festgeklebt, so dass ich jetzt nicht mehr einer ständigen Überflutungsgefahr beim Wäschewaschen ausgesetzt bin. Und last but not least hat sie mich getadelt, dass ich den Kühlschrank laufen lassen würde, wo ich doch gar nichts drin hätte, sie hätte es ja selbst gesehen (!!) – die Milchpackung zählte wohl nicht. Peking mag zwar eine Großstadt sein, aber anonym lebt man hier sicher nicht
.
In jedem Fall werde ich mich am Sonntag wohl mit ein paar selbstgefärbten Wachteleiern bedanken – wer wäre ich denn, hätte ich nicht meine eigene Eierfarbe und Osterdeko mitgebracht??