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Computertools – Vokabeln lernen mit Anki

März3

Die letzten beiden Tage war ich recht beschäftigt mit der Einrichtung eines neuen Vokabelprogramms, das ich euch natürlich nicht vorenthalten möchte. Weil man am Anfang etwas verwirrt von den vielen Fachbegriffen ist, die das Programm verwendet, habe ich sie im Artikel fett hervorgehoben und eine kurze Anleitung zu den wichtigsten Funktionen geschrieben.

Der Name des Wunderkindes ist Anki und es kann so ziemlich alles, was man sich nur wünschen kann. Es beruht auf dem Spaced Repetition System (SRS), was quasi eine Erweiterung des guten alten Karteikasten-Systems ist. Im Gegensatz zu herkömmlichen Lernprogrammen, wie ich sie noch aus meiner Schulzeit kenne, arbeitet man nicht Kasten für Kasten durch, sondern bekommt beim Programmstart eine Nachricht darüber, wie viele neue Karten heute aufgenommen werden und wie viele Wiederholungen alter Karten anstehen. Das Wiederholungsintervall kann man selbst einstellen – wer ein Deck mit vielen bekannten Vokabeln lernt, stellt mehr Tage ein, ansonsten weniger. Auch die Abfrage ist beliebig anpassbar: ob beide oder nur eine Seite und dann auch welche davon – beim Erstellen neuer Fakten kann man unter dem Punkt Karten zwischen Production (Deutsch –> Fremdsprache) und Recognition (Fremdsprache –> Deutsch) oder auch beidem wählen. Wenn man beides auswählt, werden pro Fakt übrigens zwei Karten generiert, die dann aber nur mit einem gewissen zeitlichen Abstand abgefragt werden. Was mich aber am meisten beschäftigt, ist die Art der Abfrage: man bekommt die Frage vorgelegt – und dann entscheidet man selbst, ob man die richtige Antwort wusste oder nicht. Es gibt Abstufungen von 1 bis 4 – bei 1 wird die Karte noch am selben Tag wieder vorgelegt, bei 4 erst in sieben bis neun Tagen (Standardeinstellung). Aber wie gesagt, diese Intervalle lassen sich beliebig verändern (Stapeleinstellungen –> Erweitert) .

Das Erstellen neuer Fakten ist auch recht simpel: als erstes muss man ein Deck erstellen (und am besten unter Stapeleinstellungen auch gleich einstellen, dass eine Kopie davon online gespeichert wird –> Synchronisation). Beim Eingeben neuer Fakten kann man sich für verschiedene Modelle entscheiden. Für Chinesisch bietet sich natürlich Mandarin an (dazu Klick auf das Symbol neben dem Modell-Feld und bei Hinzufügen Add: Mandarin auswählen). Bei diesem Modell werden dann die Zeichen, die man unter Expression eingibt, im Feld Reading automatisch in Pinyin umgewandelt – wenn auch nicht sehr schön (das Plugin, das die Pinyin-Auswahl verbessern soll, funktioniert bei mir leider nicht). Man kann beliebig weitere Felder hinzufügen, z.B. Bilder (gerade am Anfang, wenn man noch viele konkrete Dinge lernt, hilfreich) oder auch die Aussprache als .mp3. Unter Tags kann man zum Beispiel die aktuelle Lektion oder ein Themengebiet eingeben, dann kann man später im Modus Pauken nur diese Zeichen wiederholen.

Importieren kann man andere Anki-Decks und .txt-Files mit Tabulatoren oder Strichpunkt als Trennzeichen. Wer seine Vokabeln z.B. in einer Excel-Tabelle gespeichert hat, braucht diese nur in den Windows-Editor zu kopieren, der dann automatisch Tabulatoren als Trennzeichen einfügt. Dann das Ganze mit der Kodierung UTF-8 abspeichern und im Importier-Menü von Anki diese Datei auswählen. Wichtig ist dann, dass man die jeweiligen Felder, d.h. die ursprünglichen Spalten, den Feldern des Modells, also Expression usw. zuordnet. Leider funktioniert die Umwandlung von Pinyin mit Zahlen (z.B. aus mit ZDT erstellten Listen) in Pinyin nicht; am besten lässt man dieses Feld dann weg, geht nach dem Importieren in Alle Karten bearbeiten und klickt dann für jedes Wort nochmal kurz in das Expression-Feld – dann wird das Pinyin mit Tonzeichen wieder automatisch generiert. Oder man importiert das Pinyin aus der ursprünglichen Datei und lebt halt mit den Zahlen ;-) .

Wie gesagt kann man seine Decks auch online speichern und hat dann auf verschiedene Umwege auch mit Smartphones, PDAs, iPhone etc. Zugriff darauf. Dazu muss man nur einmal einen Account auf der Anki-Seite anlegen und dann das Plugin iAnki installieren (genaue Anleitung). Überhaupt gibt es noch eine Menge interessanter Plugins, u.a. eines, das die Vokabeln des Decks mit den HSK-Vokabeln (甲,乙,丙,丁 wie man es auch aus vielen Büchern kennt) oder eines, das Beispielsätze aus Google anzeigt. Einfach mal unter Documentation/Downloadables/Plugins gucken.

Insgesamt ein sagenhaft gutes Programm, das man auch optisch (u.a. Schriftgröße und – farbe bei Abfrage und Eingabe –> Einstellungen/Farben und Schriften) perfekt an seine Bedürfnisse anpassen kann. Wenn schon Vokabeln lernen, dann nur mit Anki!

Aber natürlich kann man nicht nur Vokabeln, sondern auch gleich ganze Sätze lernen … ihr ahnt, worauf ich hinaus will. Ab sofort gibt es die 602-Sätze wochenweise gebündelt als .txt – zum Importieren in Anki oder andere Lernprogramme.

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2 Comments to

“Computertools – Vokabeln lernen mit Anki”

  1. On April 24th, 2010 at 15:06 Michaela Says:

    Danke für den interessanten Artikel. Habe bereits einen riesigen Vokabelstapel angelegt, aber wohl einen Fehler gemacht. Die Abfrage erfolgt nur in eine Sprachrichtung. Wie kann ich im Nachhinein die Gesamtstapeleinstellung so ändern, dass in beide Sprachrichtungen abgefragt wird? Ich finds einfach nicht alleine heraus. Vielen Dank!

  2. On Mai 11th, 2010 at 13:27 admin Says:

    Tut mir leid, dass ich mich erst jetzt melde! Nachträglich Karten mit umgekehrter Abfragerichtung zu erstellen ist gar kein Problem. Erstmal musst du schon, ob der entsprechende Kartentyp in deinem Modell vorgesehen ist. Dafür wählst du Deck-Eigenschaften (unter Einstellungen) aus, wählst dann auf das Model ausl, aus dem du die Karten erstellen möchtest (normalerweise hat jedes Deck nur ein Modell) und gehst auf “Bearbeiten”. In dem neuen Fenster wählst du die Registerkarte “Kartenvorlagen” (bei mir auf Englisch “Card Templates”) aus. Wenn du in beide Richtungen abgefragt werden möchtest, sollte es dort zwei Vorlagen geben: die Vorlage”Produktion”, wo “Bedeutung” in der Frage und “Ausdruck” und “Pinyin” in der Antwort stehen, und die Vorlage “Erkennung”, wo das genau umgekehrt ist. Die Bezeichnungen der Felder variieren natürlich, je nachdem wie du die entsprechenden Felder in deinem Modell benannt hast. Wenn eine der Vorlagen fehlt, musst du sie einfach hinzufügen.
    Und wenn du nun deine beiden Modelle hast, kannst im Browser-Modus einfach die entsprechenden Wörter (Fakten) markieren, die du auch in die andere Richtung lernen möchtest, und wählst dann bei “Aktionen” “Karten generieren” aus. Dann wirst du gefragt, nach welcher Vorlage Karten generiert werden sollen und du musst nur noch die richtige auswählen (deren Namen kennst du ja von vorhin, als du dir die Vorlagen des Modells angeschaut hast).

    Ich hoffe, es klappt, wenn nicht, meld dich einfach nochmal!

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