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Computertools – Vokabeln lernen mit Anki

März3

Die letzten beiden Tage war ich recht beschäftigt mit der Einrichtung eines neuen Vokabelprogramms, das ich euch natürlich nicht vorenthalten möchte. Weil man am Anfang etwas verwirrt von den vielen Fachbegriffen ist, die das Programm verwendet, habe ich sie im Artikel fett hervorgehoben und eine kurze Anleitung zu den wichtigsten Funktionen geschrieben.

Der Name des Wunderkindes ist Anki und es kann so ziemlich alles, was man sich nur wünschen kann. Es beruht auf dem Spaced Repetition System (SRS), was quasi eine Erweiterung des guten alten Karteikasten-Systems ist. Im Gegensatz zu herkömmlichen Lernprogrammen, wie ich sie noch aus meiner Schulzeit kenne, arbeitet man nicht Kasten für Kasten durch, sondern bekommt beim Programmstart eine Nachricht darüber, wie viele neue Karten heute aufgenommen werden und wie viele Wiederholungen alter Karten anstehen. Das Wiederholungsintervall kann man selbst einstellen – wer ein Deck mit vielen bekannten Vokabeln lernt, stellt mehr Tage ein, ansonsten weniger (Stapeleinstellungen –> Erweitert).

Das Erstellen neuer Fakten ist recht simpel: als erstes muss man ein Deck erstellen (und am besten unter Stapeleinstellungen auch gleich einstellen, dass eine Kopie davon online gespeichert wird –> Synchronisation). Beim Eingeben neuer Fakten kann man sich für verschiedene Modelle entscheiden. Darüber bestimmt man, welche Felder vorhanden sind. Wenn man das Plugin für Mandarin installiert hat, gibt es das Modell Mandarin (dazu Klick auf das Symbol neben dem Modell-Feld und bei Hinzufügen Add: Mandarin auswählen), bei welchem dann die Zeichen, die man unter Expression eingibt, im Feld Reading automatisch in farbcodiertes Pinyin umgewandelt und in Meaning übersetzt werden. Man kann aber auch eigene Modelle erstellen (ebenfalls über den Button neben der Modell-Auswahl), und so beliebig weitere Felder hinzufügen, z.B. Bilder (gerade am Anfang, wenn man noch viele konkrete Dinge lernt, hilfreich) oder auch die Aussprache als .mp3.
Bei Karten kann man auswählen, wie das Fakt, das man gerade eingibt, abgefragt werden soll. Welche Kartentypen zur Auswahl stehen, hängen vom Modell ab – das kann man auch über den Button neben dem Modell-Feld und dann unter Bearbeiten/Kartenvorlagen bearbeiten. Im Modell Mandarin gibt es Production und Recognition – bei ersterem wird einem nur die Übersetzung angezeigt und man muss Pinyin und Zeichen wissen und bei Recognition wird das Feld Expression, also die chinesischen Zeichen, als Frage gezeigt. Man kann sowohl bei der Erstellung eines Fakts einstellen, welche Karten von einem Fakt generiert werden sollen, als auch später im Editor zusätzliche Karten von bereits erstellten Fakten hinzufügen (s. auch Kommentar).
Unter Kartenlayout kann man dann noch Schönheitskorrekturen für die Abfrage vornehmen (z.B. eine andere Schriftart für die chinesischen Zeichen auswählen – bei mir ist das YaHei) oder auch einstellen, ob man die Antwort wirklich eintippen muss, oder selbst auswählen, ob man die Frage gewusst hat oder nicht.
Unter Tags kann man zum Beispiel die aktuelle Lektion oder ein Themengebiet eingeben, dann kann man später im Modus Pauken nur diese Zeichen wiederholen.

Importieren kann man andere Anki-Decks und .txt-Files mit Tabulatoren oder Strichpunkt als Trennzeichen. Wer seine Vokabeln z.B. in einer Excel-Tabelle gespeichert hat, braucht diese nur in den Windows-Editor zu kopieren, der dann automatisch Tabulatoren als Trennzeichen einfügt. Dann das Ganze mit der Kodierung UTF-8 abspeichern und im Importier-Menü von Anki diese Datei auswählen. Wichtig ist dann, dass man die jeweiligen Felder, d.h. die ursprünglichen Spalten, den Feldern des Modells, also Expression usw. zuordnet. Leider funktioniert die Umwandlung von Pinyin mit Zahlen (z.B. aus mit ZDT erstellten Listen) in Pinyin nicht; am besten lässt man dieses Feld dann weg, geht nach dem Importieren in Alle Karten bearbeiten und klickt dann für jedes Wort nochmal kurz in das Expression-Feld – dann wird das Pinyin mit Tonzeichen wieder automatisch generiert. Oder man importiert das Pinyin aus der ursprünglichen Datei und lebt halt mit den Zahlen ;-) .

Wie gesagt kann man seine Decks auch online speichern und hat dann  auch mit Smartphones, PDAs, iPhone etc. Zugriff darauf. Dazu muss man nur einmal einen Account auf der Anki-Seite anlegen. Ansonsten gibt es noch eine Menge interessanter Plugins, u.a. eines, das die Vokabeln des Decks mit den HSK-Vokabeln (甲,乙,丙,丁 wie man es auch aus vielen Büchern kennt) vergleicht oder eines, das Beispielsätze aus Google anzeigt, und natürlich jede Menge fertige Decks. Einfach mal unter Datei/Herunterladen gucken.

Insgesamt ein sagenhaft gutes Programm, das man auch optisch (u.a. Schriftgröße und – farbe bei Abfrage und Eingabe)  perfekt an seine Bedürfnisse anpassen kann. Wenn schon Vokabeln lernen, dann nur mit Anki!

Aber natürlich kann man nicht nur Vokabeln, sondern auch gleich ganze Sätze lernen … ihr ahnt, worauf ich hinaus will. Ab sofort gibt es die 602-Sätze wochenweise gebündelt als .txt – zum Importieren in Anki oder andere Lernprogramme.

Woche 1

2 Comments to

“Computertools – Vokabeln lernen mit Anki”

  1. Avatar April 24th, 2010 at 15:06 Michaela Says:

    Danke für den interessanten Artikel. Habe bereits einen riesigen Vokabelstapel angelegt, aber wohl einen Fehler gemacht. Die Abfrage erfolgt nur in eine Sprachrichtung. Wie kann ich im Nachhinein die Gesamtstapeleinstellung so ändern, dass in beide Sprachrichtungen abgefragt wird? Ich finds einfach nicht alleine heraus. Vielen Dank!


  2. Avatar Mai 11th, 2010 at 13:27 admin Says:

    Tut mir leid, dass ich mich erst jetzt melde! Nachträglich Karten mit umgekehrter Abfragerichtung zu erstellen ist gar kein Problem. Erstmal musst du schon, ob der entsprechende Kartentyp in deinem Modell vorgesehen ist. Dafür wählst du Deck-Eigenschaften (unter Einstellungen) aus, wählst dann auf das Model ausl, aus dem du die Karten erstellen möchtest (normalerweise hat jedes Deck nur ein Modell) und gehst auf “Bearbeiten”. In dem neuen Fenster wählst du die Registerkarte “Kartenvorlagen” (bei mir auf Englisch “Card Templates”) aus. Wenn du in beide Richtungen abgefragt werden möchtest, sollte es dort zwei Vorlagen geben: die Vorlage”Produktion”, wo “Bedeutung” in der Frage und “Ausdruck” und “Pinyin” in der Antwort stehen, und die Vorlage “Erkennung”, wo das genau umgekehrt ist. Die Bezeichnungen der Felder variieren natürlich, je nachdem wie du die entsprechenden Felder in deinem Modell benannt hast. Wenn eine der Vorlagen fehlt, musst du sie einfach hinzufügen.
    Und wenn du nun deine beiden Modelle hast, kannst im Browser-Modus einfach die entsprechenden Wörter (Fakten) markieren, die du auch in die andere Richtung lernen möchtest, und wählst dann bei “Aktionen” “Karten generieren” aus. Dann wirst du gefragt, nach welcher Vorlage Karten generiert werden sollen und du musst nur noch die richtige auswählen (deren Namen kennst du ja von vorhin, als du dir die Vorlagen des Modells angeschaut hast).

    Ich hoffe, es klappt, wenn nicht, meld dich einfach nochmal!


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Olympia 2008, die Expo 2010 … bei mir hat aber alles schon viel früher angefangen. Ich habe in der Schule Chinesisch gelernt, weil ich mal etwas Anderes machen wollte und weil ich Asien schon immer interessant fand. Sehr schnell wurde ich sehr sinophil und nach meinem ersten Sprachkurs in Shanghai im Sommer 2004 war mir klar, dass ich zurück will in dieses faszinierende Land – dann aber für länger. 2006 ging mein Traum dann in Erfüllung – für zwei Semester habe ich an der Universität Nanjing Chinesisch studiert, Erhu gelernt, chinesische Freunde gefunden, mich manchmal über den Alltag aufgeregt und bin natürlich im ganzen Land unterwegs gewesen. Meine Erfahrungen – vom Bewerbungsprozess für das China-Programm der Studienstiftung bis hin zu Reiseberichten – habe ich hier (wenn auch nicht immer regelmäßig) niedergeschrieben. Aber damit endet die Geschichte nicht: letztes Jahr war ich während der olympischen Spiele wieder in China und von März bis Mai diesen Jahres habe ich ein zweimonatiges Laborpraktikum in Peking gemacht. Und von 2010 bis 2011 habe ich im eisigkalten Harbin studiert.

Die meisten meiner Kategorien sind selbsterklärend, hier ein paar Hinweise für die übrigen:

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