Statusbericht
Nur, damit ihr mal wisst, was so los ist … nach einem nicht enden wollenden Frühlingsfest (die letzten Heimat-Urlauber sind vergangenes Wochenende erst zurückgekommen) hat nun das normale Leben wieder seinen Gang aufgenommen. Heute hat die zweite Woche Sprachunterricht angefangen. Ich bin dieses Semester in der Gaoji Ban, dem höchsten Level an der Nan Da (Universität Nanjing), und im Gegensatz zum letzten Semester, wo ich dann ja in den Kurs darunter gewechselt hatte, fühle ich mich jetzt auf diesem Niveau ganz wohl. Wir haben zwar weniger Sprachunterricht (8 statt 11 Stunden), dafür aber mehr Fächer, in denen auch eine intensive Vorbereitung zu Hause gefordert wird. Zusätzlich können wir noch Fächer wie Chinesischer Film, Alte chinesische Geschichte oder Chinesische Malerei belegen. Ich habe mich erstmal für Kalligraphie entschieden und bin mit meiner Wahl überaus zufrieden. In Trier hatte ich ja im letzten Jahr schon mal etwas Kalligraphie-Unterricht gehabt und dann ein bisschen zu Hause weitergemacht, aber hier ist das doch etwas ganz anderes … dieses Wochenende habe ich schätzungsweise 500 Punkte (das ist der Anfang aller Striche) gemalt und könnte immer noch weitermachen
. Ich bin schon sehr gespannt auf meine nächste Stunde am Donnerstag.
Natürlich mache ich auch mit Erhu-Spielen (oder besser Lernen) weiter. Für alle Ungebildeten
: Erhu ist eine zweisaitige Knie-Geige, die von einem Anfänger gespielt wie Geige klingt, in den Händen eines Profis allerdings durch die unterschiedliche Greiftechnik einen ganz eigenen, sehr chinesischen Klang entwickelt. Mein Lehrer ist Erhu-Spieler mit Leib und Seele und wenn ich ihn spielen höre, vergesse ich alles um mich herum – schon toll, von so jemandem Unterricht zu bekommen.
Neben den schönen Künsten lerne ich natürlich auch fleißig Chinesisch. Mein erster HSK (der chinesische TOEFL) war mit Level 6 (von
schon ganz zufriedenstellend, aber da es hier sehr billig ist, den Test zu machen, werde ich wohl im April nochmal mitschreiben. Zu lernen gibt es immer was …
Und nach all der Arbeit hat man sich auch mal ein bisschen xiuxi [Pause machen] verdient. Ende des Monats geht es wahrscheinlich nach Hong Kong, von dem alle, die in den Semesterferien dort waren, so schwärmen, im Mai kriege ich nochmal Besuch (freu mich schon, Fernice
), mit dem ich Shanghai, Nanjing, Peking und Xi’an abklappern werde, und Anfang Juni ist ein Auslandstreffen der Stustis in Peking. Dann sind noch knapp drei Wochen Uni und schon ist der offizielle Teil meines Jahres hier in China beendet
. Konkrete Pläne für die Ferien habe ich noch nicht, aber Tibet und überhaupt den Westen Chinas würde ich schon noch gerne sehen …
Shijian guode zhen kuai! [Wie doch die Zeit vergeht ...]