Als Student in Nanjing
Obwohl Nanjing keine besonders große Stadt ist, hat sie doch erstaunlich viele Universitäten. Ich habe sogar mal gehört, dass es 20 sein sollen, dazu zählen dann aber wohl auch Fachhochschulen und dergleichen. Die beiden größten sind jedenfalls die Nanjing University und die Nanjing Normal University. Ich studiere an der Nanjing University, die 1902 gegründet wurde. Mein Unterricht findet im Gulou-Campus statt. Wie die liebe TUM ist nämlich auch die Nanda in verschiedene Campi aufgeteilt; der Gulou-Campus ist direkt im Stadtzentrum; der Pukou-Campus liegt außerhalb Nanjings, etwa 1 Stunde Busfahrt entfernt. Auf dem Pukou-Campus leben und lernen die Studenten bis zum dritten Jahr; danach sind sie moralisch und ideologisch so gefestigt, dass sie zurück in die Stadt und dort sogar Kontakt mit Ausländern haben dürfen.
Das Gebäude, in dem unser Unterricht stattfindet, ist gerade erst fertig geworden und fungiert bald auch als neues Ausländerwohnheim.
Wie die meisten chinesischen Unis ist auch die Nanda eine Campus-Uni und die meisten Studenten leben in Wohnheimen rund um die Lehrgebäude. Die Bedingungen sind dort nicht gerade ideal: normale Studenten teilen sich oft mit bis zu 8 Leuten ein Zimmer. Andererseits wäre wohl sonst der Platzbedarf auch enorm: immerhin studieren an der Nanda mehr als 40 000 Studenten.
Heute haben wir uns auch zum ersten Mal getraut, fürs Mittagessen in die Mensa zu gehen (da es rund um die Uni viele kleine Imbissbuden und Schnellrestaurants gibt, ist das Verlangen nach weiteren billigen Verpflegungsstationen zumindest bei den Ausländern nicht so groß). Dort wurden wir angenehm überrascht: zum einen gibt es eine viel größere Auswahl und zum anderen schmeckt das Essen wirklich nicht schlecht. Auch der Service ist besser als in deutschen Mensen: es gibt verschiedene Stände, an denen man sich sein Menü zusammenstellen kann. Und bei manchen kriegt man sein Essen sogar an den Platz geliefert. Das sollte man sich mal bei uns vorstellen
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