Daily China

Alles rund ums Reich der Mitte

China-Programm der Studienstiftung II – Intensivkurs in Trier

September20

Wenn man denn die erste Hürde genommen hat und mit seiner schriftlichen Bewerbung überzeugen konnte, wird man von der Studienstiftung zu einem Chinesisch-Intensivkurs eingeladen, der im August (bei uns war es vom 8. – 27.) an der Uni Trier stattfindet und drei Wochen dauert. Die Kosten für den Kurs, Lehrmaterial und Unterkunft werden von der Stiftung übernommen, für Anfahrt und Verpflegung muss man selbst aufkommen. Während der drei Wochen haben wir in einem Studentenwohnheim gewohnt, nicht luxuriös, aber durchaus angenehm. Es empfiehlt sich, einen Kochtopf und/oder einen Wasserkocher (nicht alle Zimmer verfügen über eine eigene Kochnische) sowie Besteck und Geschirr mitzunehmen. Was man dagegen meiner Erfahrung nach nicht braucht, ist ein Kassettenrekorder (obwohl der auf der Einladung ausdrücklich angegeben wurde).

Am ersten Tag erfolgt die Einteilung in vier verschiedene Kurse (einer für komplette Anfänger) mittels eines einfachen Übersetzungstest. Allerdings kann man bis zum Ende der ersten Woche noch wechseln.

Die Bezeichnung Intensivkurs kommt nicht von ungefähr: jeden Tag (auch samstags) hatten wir sechs Stunden Unterricht und danach entweder einen landeskundlichen Vortrag oder Taiji. Am Abend ist man dann meistens damit beschäftigt, Vokabeln zu lernen, Übungen zu wiederholen und Aufsätze zu schreiben, denn: am Ende des Kurses gibt es eine Klausur, die zu 1/5 über die Aufnahme in das Programm entscheidet. Aber für alle, die jetzt schon entsetzt aufstöhnen, eine kleine Entwarnung: die schlechteste Note war 2,0 und es gab etliche mit 1,0. Die Klausur war wirklich nicht schwer, wenn man während des Kurses gut mitgearbeitet hatte, und ob man nun 1,0 oder 1,3 hatte (macht einen Punkt bei der Endwertung aus, aber dazu später mehr), war letztendlich auch nicht entscheidend.

Unterrichtet wird man fast ausschließlich von Muttersprachlern, was nach einer kurzen Eingewöhnungszeit an die unterschiedlichen Dialekte natürlich sehr vorteilhaft ist. Die Lehrer sind alle sehr gut ausgebildet und ihr Unterricht hat System, was heißt, dass man bei einem Lehrer mehr Übersetzung und dafür bei einem anderen mehr Grammatik übt.

Insgesamt kann ich jedem, der die Möglichkeit zu diesem Kurs hat, nur empfehlen, dorthin zu fahren: soviel Chinesisch habe ich noch nie in so kurzer Zeit gelernt. Gerade, was das Hörverständnis angeht, habe ich unglaubliche Fortschritte gemacht.

Und natürlich kommt auch der Spaß nicht zu kurz, denn Trier ist trotz seiner “Größe” eine nette Stadt und dadurch, dass fast alle im selben Wohnheim wohnen, unternimmt man natürlich auch viel gemeinsam. An dieser Stelle kann ich auch nur jedem empfehlen, am Wochenende mal einen Tagesausflug nach Luxemburg zu unternehmen. Wenn man als Gruppe reist, ist das ziemlich günstig (wir haben es geschafft, im Bus eine Zugkarte für fünf Personen für 5,80 € zu kaufen – müsst ihr auch mal probieren ) und wenn man nicht gerade aus der Gegend kommt, ist es eine interessante Erfahrung, diese Mischung aus Frankreich und Deutschland zu erleben.

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