Daily China

Alles rund ums Reich der Mitte

Gezwitschere vom 2010-03-07

März7
  • Chinglish mal anders http://goo.gl/tO77 Wie die Chinesen neue englische Wörter mit einer eigenen Bedeutung kreieren #
  • Some problems with train tickets http://goo.gl/hrGm Das neue personenbezogene Ticketsystem hat noch seine Fehler … #
  • Call for end to residency permit rules http://goo.gl/m0bk 万恶的户口制度! #
  • Goat Meat, Loose Women, and the Imperfect China Dialogue | china/divide http://goo.gl/ZI57 Neuer, vielversprechender China-Blog! #
  • Caonima! The double meeting is here agan! http://goo.gl/YW5p 5000€ für Alpacas :-) )) #

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Mit dem DAAD nach China

März7

Es wird Zeit für ein Geständnis … im September geht es für mich schon wieder nach China :-) . Der Ort steht noch nicht ganz fest, aber auf alle Fälle für ein ganzes Jahr. Diesmal kommt der DAAD für mich auf  und aus diesem Grund war ich letzte Woche auch beim Stipendiatentreffen, dessen detaillierte Informationen (ein Teil des Treffens bestand aus der Info-Veranstaltung für Selbstzahler) ich natürlich gerne mit euch teilen möchte.

Mögliche DAAD-Programme

Neben den üblichen Jahres- und Semesteraufenthalten (die übrigens sowohl für Sinologen als auch Fachfremde auch nur dem Spracherwerb dienen können)  gibt es für China auch noch die Sonderprogramme “Sprache und Praxis in der VR China” , das Selbstzahlerprogramm, über das man sich direkt bei der chinesischen Regierung für die Übernahme der Studiengebühren bewerben kann,  und das Graduiertenstipendium “Studium ostasiatischer Sprachen”. Einen richtig guten Überblick bietet die Broschüre des DAAD, die ich persönlich aber vorher noch nie gesehen hatte und die ich euch deswegen zur Vorbereitung hochgeladen habe. Gesagt sei auch noch, dass sich momentan eher wenig Leute bewerben und die Chancen, dass man genommen wird, recht hoch sind (100 Bewerbungen —> 60 Einladungen zum Auswahgespräch –> 30 Stipendiaten (Studenten und Graduierte)).  Beim Selbstzahlerprogramm gibt es sogar 200 Plätze, da muss man sich also so gut wie keine Gedanken machen.

Versicherung

Für Vollstipendiaten übernimmt der DAAD die Versicherung, die Krankenversicherung, Haftpflicht und Unfallversicherung  umfasst und normalerweise für 13 Monate (15 Tage vor bzw. nach An-/Abreise) abgeschlossen wird. Vorsorgeuntersuchungen sind ebenso inbegriffen wie Behandlungen während eines Heimaturlaubes; normalerweise wird Vorkasse erwartet und die Erstattung erfolgt nur gegen Originalbelege (Ausnahmen bei Krankenhausaufenthalten sind allerdings möglich). Selbstzahler können sich über den Tarif für Praktikanten unter Angabe “SZ Programm VR China” für 23,50€/Monat (Überweisung mind. quartalsweise, am besten im Voraus für den gesamten Aufenthalt) versichern und erhalten bis auf den Abdeckung von Behandlungen innerhalb Deutschlands einen ähnlichen Schutz. Was die deutsche Krankenversicherung angeht, so sollte man sich individuell bei der eigenen Krankenkasse informieren, inwiefern eine Anwartschaft sinnvoll ist.

Bewerbung beim China Scholarship Council (CSC)

Vollstipendiaten des DAAD bewerben sich beim CSC um ein Vollstipendium, Selbstzahler um ein Teilstipendium; das Procedere ist für beide gleich. Seit diesem Jahr gibt es ein Onlinebewerbungsverfahren (geht nur im IE), das allerdings noch nicht ganz ausgereift ist ;-) .  Was bisher klar ist, ist, dass das CSC das Gesundheitszeugnis nicht mehr benötigt (s. auch weiter unten)! Dieses behält man selbst und zeigt es dann gegebenfalls direkt bei der Einschreibung an der Uni vor. Was man also an den DAAD schicken muss, sind die Gutachten, das (am besten auf grünes Papier) ausgedruckte Onlineformular, das Zeugnis des höchsten Abschlusses (Abitur/Zwischenprüfung/Bachelor/Master) sowie ein (im Falle von Sprachstudenten kurzes) Motivationsschreiben. Man sollte General (Studenten) oder Senior (Graudierte) Scholar angeben; allerdings meinte die Dame von der Bildungsabteilung, dass das nötigenfalls auch vom CSC selbst angepasst würde. Falls man später auch Fachkurse besuchen möchte, empfiehlt es sich, dies im Motivationsschreiben anzugeben. Wer unbedingt an eine bestimmte Uni möchte, kann sich vorab direkt bei dieser Uni bewerben und einen Nachweis darüber (auch wenn noch keine endgültige Zulassung erfolgt ist) beilegen; außerdem ist es hilfreich, wenn man schon eine Zusage o.Ä. von einem Professor an dieser Uni hat, falls man dort ein bestimmtes Projekt durchführen möchte. Allgemein gilt, dass man nicht nur Top-Unis (englisches Ranking (2003), chinesisches Ranking (2008)) angeben sollte, da es sonst passieren kann, dass man in der totalen Provinz landet. Die Zusage erhält man Mitte bis Ende Juli.

Gesundheitszeugnis

Wie bereits erwähnt, braucht man das Gesundheitszeugnis für die Stipendienbewerbung (weder für den DAAD noch für den CSC) nicht; auch für die Beantragung eines Visums ist nur ein negativer AIDS/Syphilis-Test nötig. Wohl kann es aber sein, dass man das Gesundheitszeugnis bei der Immatrikulation an der Uni vorzeigen muss – es gibt aber auch Fälle, wo niemand je danach gefragt hat. Wer keines hat, kann vor Ort die entsprechenden Untersuchungen durchführen lassen; manchmal muss man das ohnehin, wenn der zuständige Beamte schlecht drauf ist. Ob es sich also lohnt, hier 100€-200€ dafür auszugeben, oder ob man lieber das Risiko eingeht und sich im schlimmsten Fall vor Ort ein paar Mal pieksen lässt, bleibt jedem selbst überlassen. Wer es hier machen möchte, sollte aber auf jeden Fall bis April damit warten, da es nur sechs Monate gültig ist.

Visum

Grundsätzlich kann man ein F- oder ein X- Visum beantragen: X ist nur zum Studieren gedacht, F für Arbeit und Studium. Während man sein X-Visum nach erfolgreicher Immatrikulation in eine Aufenthaltsgenehmigung umwandelt, mit der man auf jeden Fall mehrmals ein- und ausreisen kann, ist das F-Visum nur für sechs Monate gültig und kann eigentlich nur nach Ausreise neu beantragt werden. Natürlich gibt es Visa-Services, die so etwas für einen erledigen. Allerdings bleibt die Frage, ob man wirklich ein F-Visum benötigt, denn Ferienjobs darf man auch mit dem X-Visum annehmen.

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Gezwitschere vom 2010-02-28

Februar28
  • The Myth of the Techno-Utopia – WSJ.com http://goo.gl/kVaJ Warum die neuen Medien vielleicht doch nicht das Ende autoritärer Regime bedeute #
  • Die 1000 einflussreichsten chin. Blogger http://is.gd/8Vg9Y #
  • Shanghai’s Bike Rental System Set to Transform City’s Biking Landscape http://goo.gl/6kAM Shanghai will noch vor der Expo ein Rad-Leihsy #
  • Tweet not tweet – Hu Jintao’s non-microblog http://goo.gl/xhmS Die ganze Wahrheit über Hu Jintao's Microblog. #
  • Chinesische Rechenkünste: Zwanzigeins schlägt einundzwanzig – SPIEGEL ONLINE – Nachrichten – Wissenschaft http://goo.gl/etgL Warum Chinese #
  • Naps Can Seriously Improve All-Day Learning Abilities [Naps] http://goo.gl/Pz08 Für erlaubte Mittagsschläfchen im Labor #
  • Fokus – german.china.org.cn – Taten, nicht Worte, machen eine Kultur aus http://goo.gl/cCO9 Wieviel chinesische Kultur findet sich eigentli #
  • File Backup Software for Windows and Mac: Sugar Sync http://goo.gl/rone Alternative zu Dropbox? #
  • The true story of a soy sauce man http://goo.gl/NYN9 Doku über einen Geschäftsmann der Post-80-Generation #
  • Perfect Your Presentation by Kidnapping Random Slides http://goo.gl/DEIs Das nenne ich Präsentationsfähigkeiten #

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Gezwitschere vom 2010-02-21

Februar21

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Leslie T. Chang – “Factory Girls”

Februar21

Ein Land von Dissidenten und Wanderarbeitern – das dürfte so ziemlich das Bild sei, das der Durchschnitssdeutsche von China im Kopf hat. Während erstere in Wahrheit eine überaus kleine Minderheit darstellen, ist die Bevölkerung der Wanderarbeiter mit rund 200 Mio. zweifelsohne eine ernstzunehmende Kraft. Und weil schon allein der Begriff “Wanderarbeiter” so schön nach kapitalistisch-kommunistischer Ausbeutung klingt, finden sich trotz mangelnder Englisch-Kenntnisse der Betroffenen mit schöner Regelmäßigkeit Berichte über die unzumutbare Arbeitsbedingungen/Lohnverweigerung/ihr besch****ene Leben in ausländischen Medien. Hmpf. Mit Sicherheit gibt es eine Gruppe von Wanderarbeitern, deren Leben diesen Berichten entspricht. Aber sie stellen nicht unbedingt die Mehrheit dar, wie Leslie T. Changs gut recherchierte Reportage in Buchform “Factory Girls – From Village to City in a Changing China” zeigt.

Die Autorin ist US-Chinesin und hat mit diesem Buch nicht nur ihre Berichterstattung  für das WSJ weitergeführt, sondern auch versucht, die Geschichte ihrer eigenen Familie aufzuarbeiten. Während letzteres sehr langatmig ausfällt und sich wenig von anderen Familiensagas unterscheidet, sind ihre Beobachtungen über die Arbeiterinnen von Dongguan – der Fabrikstadt für “Made in China” in Südchina – äußerst informativ und verändern die Bilder, die man mit Wanderarbeitern assoziiert, ganz gewaltig. Über mehrere Jahre hinweg hat Leslie Chang einzelne Mädchen auf ihrem Lebensweg begleitet und es dabei geschafft, ein vollständiges Bild von ihren Lebensumständen, ihren Träumen und Wünschen, aber auch ihren Ängsten und Rückschlägen zu bekommen. Diese junge Frauen finden nicht, dass sie sich am Boden der Gesellschaft befinden und von der wirtschaftlichen Entwicklung als Abfallprodukt zurückgelassen werden. Ihr Leben ist hart, ihre Schichten lang, aber für sie stellt ihre Fließbandarbeit die willkomene Möglichkeit da, das triste Dorfleben hinter sich zu lassen und sich selbst zu entwickeln. Englischlernen ist das große Ziel, die Beförderung von der einfachen Arbeiterin zur Schreibkraft (notfalls auch mit gefälschten Zeugnissen) kann der Anfang eines ganz neuen Lebens sein. Der Lohn, so wenig es für uns auch sein mag, reicht, um den Mädchen Autorität innerhalb der Familie zu geben, zu bestimmen, wann ein Badezimmer gebaut wird und welches der jüngeren Geschwisterkinder weiter zur Schule gehen soll.

Jedes Kapitel ist einem anderen Lebensbereich gewidmet und überall unterlegt die Autorin harte Fakten mit Beispielen aus dem Leben ihrer “Schützlinge” und deren Umfeld. Für so viel gute Informationen nimmt man dann auch gerne Passagen über ein bisschen zu detailliert beschriebene Verwandtschaftsbesuche in Kauf.

Der Name Dongguan fällt immer mal wieder in Artikeln und Blogposts. Wer wissen will, was dahintersteckt, kommt um “Factory Girls” nicht herum. Nicht umsonst von der NY Times zu einem bemerkenswerten Buch erklärt worden.

ISBN: 978-0385520188

Zum Thema:

Video über die größte Shoppingmall der Welt, natürlich in Dongguan

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